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Experteninterview mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Monika Lechleitner

Prim. Univ.-Prof. Dr. Monika Lechleitner, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Befund Diabetes, ist Ärztliche Direktorin und Primaria für Innere Medizin und Akutgeriatrie am Landeskrankenhaus Hochzirl, Anna-Dengel-Haus. Parallel zur klinischen Tätigkeit ist es ihr ein großes Anliegen kontinuierlich wissenschaftlich tätig zu sein, um die Qualität der Versorgung zu optimieren und den aktuellen Erkenntnissen anzupassen.

Frau Prim. Lechleitner, warum haben Sie sich für den Arztberuf entschieden und was hat Sie bewogen, sich auf die Diabetologie zu spezialisieren?

Die Diabetologie stellt einen besonders interessanten medizinischen Schwerpunkt dar, der in den letzten Jahrzehnten eine geradezu rasante Entwicklung in den Therapieformen erfahren hat. Erfreulicherweise hatte ich die Gelegenheit, in Tirol einige Entwicklungen in der Diabetikerbetreuung mitzugestalten, wie das Diabetikerbetreuungsprogramm, einschließlich Schulungsprogramm für Ärzte, das Tiroler Diabetesregister und die Implementierung einer Diabetesberaterausbildung.

Was ist Ihnen besonders wichtig im Umgang mit Ihren Patienten?

Auch bei zunehmend knappen Zeitressourcen ist das Patientengespräch und das Eingehen auf die individuelle Beschwerdesymptomatik ganz besonders wichtig, um einen erfolgreichen Betreuungsplan gestalten und umsetzen zu können. Die Aufklärung des Patienten, vor allem auch im Rahmen entsprechender Schulungsprogramme, ist wichtig, da erfahrungsgemäß Informationen regelmäßig wiederholt werden müssen.

Worin sehen Sie das größte Problem bezüglich der wachsenden Anzahl von Betroffenen?

Bei einer zunehmenden Anzahl von Diabetikern besteht natürlich das Risiko, dass sich die Betreuungsqualität verschlechtert, falls die Personal- und Zeitressourcen nicht mitwachsen. Betroffen sind dabei das ärztliche Personal, aber natürlich auch Diabetesberater und Diätologen.

Was sind Ihrer Ansicht nach Irrtümer in Bezug auf Diabetes und seine Behandlung?

Nach wie vor wird von Typ-2-Diabetikern ein Beginn einer Insulintherapie, bei Sekundärversagen einer Therapie mit oralen Antidiabetika, als „prognostisch ungünstiges Anzeichen“ interpretiert. In entsprechenden Informationsgesprächen versuchen wir den Patienten darzulegen, dass die Insulintherapie eingesetzt wird, um Spätkomplikationen zu vermeiden. Ein weiterer häufiger Irrtum ist die Verharmlosung von Beschwerden bei diabetischer Neuropathie.

Welches sind aus Ihrer Sicht die erfolgversprechendsten Forschungsansätze in der Diabetestherapie?

Derzeit liegen viele Hoffnungen auf der Substanzklasse der Inkretintherapeutika. GLP-1-Analoga und DPP-4-Hemmer verbessern die Blutzuckerkontrolle und zeigen günstige Gewichtseffekte bei einem geringen Hypoglykämierisiko. Darüber hinaus weisen die Auswertungen der vorliegenden Studiendaten auf neutrale und eventuell sogar günstige kardiovaskuläre Effekte hin.

Frau Prim. Lechleitner, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 01/2013

19.06.13

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