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Diabetes: Zucker, Süßstoff und Zuckeraustauschstoffe

Sehr geehrter Herr Müller, ich heiße Sandra, bin 23 Jahre alt und habe Diabetes Typ 1. Bedingt durch meine Erkrankung, versuche ich mich möglichst zuckerfrei zu ernähren. In den meisten Fällen verwende ich Süßstoff anstatt Zucker. Allerdings hört man immer wieder, dass Süßstoff nicht unbedingt gesund ist, was mich doch etwas verunsichert. Ist es besser, Zucker zu verwenden und dann entsprechend wenig zu sich zu nehmen oder ist es unbedenklich, wenn ich weiterhin Süßstoff verwende? Außerdem gibt es ja noch Zuckeraustauschstoffe, mit denen ich mich aber gar nicht auskenne. Sind diese empfehlenswert? Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Hilfe.
Sandra T.

S.-D. Müller: Liebe Sandra, die Ernährungsweise hat entscheidenden Anteil an der Therapie und kann helfen, eine Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen zu vermeiden. Zucker ist grundsätzlich für Diabetiker nicht verboten. Aber viele zuckerreiche Lebensmittel sind gleichzeitig fettreich und tragen kaum zur Deckung des Bedarfs an lebenswichtigen Nahrungsinhaltsstoffen bei.

Eine BE (Broteinheit, Berechnungseinheit analog der KHE – Kohlenhydrateinheit) Haushaltszucker (Saccharose) entspricht 10 bis 12 Gramm. Süßstoffe sind Zusatzstoffe und müssen vor der Zulassung nachweisen, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind. Süßstoffe sind in normalen Mengen verwendet nicht ungesund. Aber im Vergleich zu Obst und Gemüse auch nicht gesundheitsförderlich. Im Vergleich zu Zucker ist Süßstoff für Diabetiker gesünder, da er den Blutzuckerspiegel nicht belastet und auch kalorienfrei ist.

Es ist nicht sinnvoll, Getränke anstatt mit Süßstoff mit Zucker zu süßen. Im Vergleich zu Süßstoffen muss man vor dem Einsatz von Zuckeraustauschstoffen durchaus warnen. Der Austausch von Zucker durch Fruchtzucker (Fruktose) ist nicht sinnvoll, da größere Mengen Fruchtzucker in konzentrierter Form (beispielsweise bei Kuchenrezepten) zu Fettleber und anderen gesundheitlichen Problemen führen können. Und andere Zuckeraustauschstoffe (wie Xylit, Mannit oder Sorbit) können bei vielen Diabetikern schon in relativ geringen Mengen zu Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen führen. Diese Probleme können auch bei der Verwendung von Fruktose als Süßungsmittel auftreten. Mit Berechnung können Sie zuckerhaltige Lebensmittel (wie Schokolade) verzehren. Für das Süßen sind Süßstoffe zu empfehlen. Ich wünsche Ihnen allzeit gute Blutzuckerwerte.

Ihr Sven-David Müller

Quelle: Befund Diabetes 03/2013

12.02.14

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