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Ernährung für Kinder mit Diabetes Typ 1

Sehr geehrter Herr Müller, mein Name ist Gudrun und bei meinem Sohn (sieben Jahre) wurde nun Diabetes Typ 1 festgestellt. Ich habe mich bis zu der Diagnose noch nie mit dieser Erkrankung auseinandergesetzt. Gerade jetzt am Anfang möchte ich meinen Sohn aber so gut es geht unterstützen. Vor allem im Hinblick auf die Ernährung habe ich einige Fragen: Ist eine auf den Diabetes abgestimmte Diät notwendig? Gibt es Lebensmittel, die keine oder nur wenig Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben? Sind Light-Getränke erlaubt? Außerdem würde mein Sohn gerne wissen, ob es Alternativen für Süßigkeiten gibt. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Gudrun H.

S.-D. Müller: Liebe Gudrun, für Mütter und Väter ist es nicht einfach, zu akzeptieren, dass ihre Kinder an Diabetes mellitus erkrankt sind. Ich bin selbst mit sieben Jahren an Diabetes erkrankt und kann mich noch gut erinnern, wie meine Mutter sich Vorwürfe gemacht hat. Eltern trifft keinerlei Schuld! Es ist aber wichtig, dass Sie Ihren Sohn jetzt unterstützen und ihm ein Rüstzeug mitgeben, dass ihm ein ganz normales Leben ermöglicht. Gehen Sie davon aus, dass der Diabetes für Sie schlimmer ist, als für Ihren Sohn.

Es ist sehr wichtig, dass Sie gut geschult werden. Ihr Sohn sollte sich frühzeitig mit dem Diabetes beschäftigen. Es ist notwendig, dass er den Diabetes akzeptieren lernt. Er soll auf die Dauer gesehen seinen Diabetes beherrschen und nicht von ihm beherrscht werden. Seit vielen Jahrzehnten spricht niemand mehr von einer Diabetesdiät, sondern vielmehr von einer diabetesgerechten Ernährungsweise. Und diese Kost ist nichts anderes als eine gesundheitsbewusste Ernährungsweise. Es gibt keine Diät, die den Diabetes Ihres Sohnes heilen könnte.

Aber die richtige Ernährungsweise ist wichtig für das Therapieziel: „Normnahe oder normale Blutzuckerwerte“. Dafür brauchen Sie keine diätetischen Lebensmittel oder eine strenge Diät. Ihr Sohn kann gezuckerte Lebensmittel essen, sofern die Insulindosis und -wirkung dazu passt. Natürlich ist es nicht gerade gesundheitsförderlich, den ganzen Tag Süßigkeiten zu essen. Aber gegen kleinere Mengen ist bei Berechnung und guten Blutzuckerwerten überhaupt nichts einzuwenden.

Natürlich müssen Sie für Ihren Sohn die BEs oder KHEs berechnen und abschätzen. Das machen Sie am besten mit Ihrem Sohn zusammen, damit Sie beide etwas lernen. Wichtig ist, dass Ihr Kind ausreichend Gemüse, Rohkost und Früchte isst. Es ist auch gut, wenn Ihr Sohn Vollkornbrot anstatt Weißbrot isst. Aber er muss keine Diätmargarine essen – sofern er keine erhöhten Blutfettwerte hat.

Süßigkeiten, die wie Nussschokolade fett- und ballaststoffreich sind, steigern den Blutzuckerspiegel langsamer als beispielsweise Gummibärchen. Fett und Ballaststoffe vermindern die Blutzuckersteigerung nach der Kohlenhydrataufnahme. Ihr Kind kann Light-Getränke trinken. Es spricht nichts gegen ein oder zwei Gläser am Tag, aber besser wären ungezuckerter Früchtetee oder Mineralwasser.

Beste Grüße von Sven-David Müller

Quelle: Befund Diabetes 04/2013

08.04.14

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