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Das Fatigue-Syndrom wird oft unterschätzt

Fatigue ist eines der häufigsten Begleitsymptome, die während oder im Anschluss an eine onkologische Erkrankung auftreten. Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt. Betroffene leiden häufig so stark darunter, dass sie ihren Alltag oft nur schwer bewältigen können.

Unter der Krebstherapie ist nahezu jeder von Fatigue betroffen. Ob das Fatigue-Syndrom langfristig bestehen bleibt, hängt von der Erkrankung ab. 15 bis 25 % der Brustkrebspatientinnen sind langfristig davon betroffen. Unter langfristig versteht man, wenn die Erschöpfung länger als ein Jahr anhält. „Das Fatigue-Syndrom beschreibt eine Form der Müdigkeit, Erschöpfung, die sich während oder im Anschluss an die Krebstherapie einstellt. Es handelt sich dabei um eine normale Reaktion des Körpers auf die Erkrankung. Wenn diese Reaktion länger anhält oder besonders schwer ist, dann spricht man von dem Fatigue-Syndrom“, erklärt Dr. Jens Ulrich Rüffer, Deutsche Fatigue Gesellschaft. Ausgelöst wird das Syndrom einerseits durch die Belastung der Krebsbehandlung und andererseits durch die Gesamtsituation, welcher die Patientin während der Erkrankung ausgesetzt ist. „Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Intensität der Therapie, die Verarbeitung der Krankheit und die psychiatrische Vorbelastung der Patienten eine Rolle spielt“, sagt Dr. Rüffer.

Körperliche Bewegung hat einen positiven Effekt

Bestimmte Symptome unterscheiden die Fatigue von einer herkömmlichen Müdigkeit. „Die Erschöpfung betrifft alle Lebensbereiche, sodass die Teilnahme am Alltag unmöglich wird. Die Betroffenen klagen über körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung. Sie sind vergesslich, unkonzentriert und können Gesprächen schwer folgen“, so Dr. Rüffer. Die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich und hängen individuell von der Betroffenen ab. Es gibt Patientinnen, die weitestgehend einem normalen Alltag nachgehen und es gibt andere, die gar nicht mehr leistungsfähig sind.

„Es gibt im Prinzip drei Behandlungsstrategien. Dazu gehört die Verarbeitung der Erkrankung mithilfe psychoonkologischer Betreuung. Körperliche Bewegung wirkt sich ebenfalls positiv aus, weniger gut untersucht sind medikamentöse Ansätze“, erklärt Dr. Rüffer. Die Bewegung sollte angepasst sein an die Leistungsfähigkeit der Patientin. Überbelastung sollte auf jeden Fall vermieden werden. Deswegen ist es sinnvoll, sich langsam an das eigene Leistungsmaximum heranzutasten. „Zur Behandlung von Fatigue gibt es zwar auch Medikamente. Da es dazu aber noch keine verlässlichen Daten gibt, kann man noch keine Empfehlungen aussprechen“, sagt Dr. Rüffer. Für die Angehörigen von Betroffenen ist der Umgang mit der Situation sehr schwierig. Das Fatigue-Syndrom belastet die Paarbeziehung häufig stärker als die Krebserkrankung selbst. In diesen Fällen sollten Paare intensiv miteinander reden und sich ggf. professionelle Unterstützung suchen.

Quelle: Leben? Leben! 04/2013

11.02.14

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