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Fettleber: Wer die Leberwerte prüfen lassen muss

Die am weitesten verbreitete Lebererkrankung in Deutschland ist die nicht-alkoholische Fettleber. Sie betrifft etwa 30 Prozent der Bevölkerung. Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel sind die Ursachen. Lebererkrankungen verlaufen häufig schleichend, verursachen meist keine Symptome und werden daher erst spät erkannt. Nicht behandelte Lebererkrankungen können langfristig zu einer Leberzirrhose, also einer Vernarbung der Leber, oder zu Leberzellkrebs führen. In der Folge geht das Gewebe zugrunde, oft rettet nur eine Transplantation den Patienten. “Dabei können wir viele Lebererkrankungen bei einer rechtzeitigen Diagnose erfolgreich behandeln oder sogar heilen”, erklärt Professor Christian Trautwein aus Aachen.

Zu den gefährdeten Personen zählen unter anderem übergewichtige und alkoholkranke Menschen. Auch Patienten, die dauerhaft Medikamente einnehmen, gehören zur Risikogruppe. Zu den Arzneimitteln, die häufig die Leber beeinträchtigen, gehören neben Paracetamol und bestimmten Rheumamedikamenten vor allem Antibiotika. Diesen Personen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte per Bluttest. Zu der Risikogruppe gehören nicht wenige. In Deutschland haben immerhin mehr als zehn Millionen Menschen erhöhte Leberwerte und damit ein größeres Risiko Lebererkrankungen zu entwickeln. Das Gute: Eine Fettleber kann sich vollständig zurückbilden, sofern die Ursache – vor allem starkes Übergewicht – behoben wird. Aber auch übermäßiger Alkoholkonsum führt zu einer Fettleber. Außerdem können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Mellitus oder Fettstoffwechselstörungen die Entstehung einer Fettleber fördern. Die DGVS fordert die Aufnahme eines Lebertests ins Vorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenkassen. Obwohl zum Beispiel beim “Check-up 35 plus” eine Blutentnahme erfolgt, gehört die Erhebung der Leberwerte bislang nicht zum Programm. “Dabei könnte die Früherkennung einer Hepatitis oder einer Fettleber Folgekrankheiten und deren Behandlungskosten reduzieren”, ist Prof. Trautwein überzeugt.

Quelle: Medical Press

20.11.15

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