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Entstehung des Fibromyalgie-Syndroms

Bisher tappen Mediziner weitestgehend im Dunkeln, wenn es um die Ursachen oder die Entstehung des Fibromyalgie-Syndroms ging. Inzwischen sind Forscher jedoch mehreren verschiedenen möglichen Theorien zur Ätiologie (Krankheitsursache) und zur Pathogenese (Krankheitsentstehung) des Fibromyalgie-Syndroms auf der Spur.

Genetische Ursachen könnten eine Rolle spielen

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass die Erkrankung einen genetischen Hintergrund haben könnte. Diese Vermutung wird u. a. dadurch gestärkt, dass ein Teil der Betroffenen einen nahen Verwandten hat, der ebenfalls an Fibromyalgie leidet. Darüber hinaus fand man bei Fibromyalgie-Patienten verschiedene Veränderungen im Erbmaterial, so z. B. auf dem sog. COMT-Gen – einem Gen, das auf dem Chromosom 22 liegt und dessen Genprodukte u. a. die Schmerzempfindlichkeit beeinflussen.

Ein weiteres Indiz für einen genetischen Aspekt ist die deutlich höhere Entstehung beim weiblichen Geschlecht. Jedoch könnten sich auch psychosoziale Einflussfaktoren in einer familiären Häufung der Erkrankung widerspiegeln. Auch dies schließen Wissenschaftler nicht aus. Häufig finden sich in der Familie von Betroffenen z. B. Familienmitglieder mit Depressionen.

Als Auslöser der Erkrankung werden überdies physische Traumata wie z. B. eine Verletzung der Halswirbelsäule diskutiert. Bisher konnte jedoch zwischen einem Unfallereignis und der Entstehung eines Fibromyalgie-Syndroms kein eindeutiger Zusammenhang hergestellt werden. Rheumatische Erkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes oder Rheumatoide Arthritis scheinen eher einen Risikofaktor für das Fibromyalgie-Syndrom darzustellen. Infektionen durch Viren oder Bakterien (insbesondere Borrelien) haben vermutlich keinen Einfluss auf die Krankheitsentstehung.

Entstehung der Fibromyalgie

Im Rahmen der Geneseforschung fanden Mediziner bestimmte Veränderungen bei Fibromyalgie-Patienten. Es zeigten sich u. a. Auffälligkeiten in der Schlafphysiologie, der Wechselwirkung zwischen Nerven- und Hormonsystem sowie der Neurotransmission (Reizübertragung zwischen den Nervenzellen).

In Studien, die die Schmerzverarbeitung untersuchten, konnte mithilfe funktioneller Kernspintomografie gezeigt werden, dass bei der Verarbeitung von schmerzhaften und nicht-schmerzhaften Reizen bei Menschen mit Fibromyalgie andere und größere Hirnareale einbezogen sind als bei gesunden Menschen. Im Liquor fanden sich darüber hinaus mehr die Schmerzwahrnehmung erhöhende, sog. pro-nozizeptive Substanzen als schmerzverringernde (anti-nozizeptive). Ein solcher pro-nozizeptiver Stoff ist die sog. Substanz P. Sie wurde in deutlich höherer Konzentration gefunden als beispielsweise das schmerzhemmende Serotonin.

Durch Untersuchungen wurde ebenfalls festgestellt, dass bei Fibromyalgie-Patienten bestimmte Nebennieren- und Wachstumshormone in von der Norm abweichender Konzentration vorkommen. Auch entzündungsfördernde und entzündungshemmende Substanzen sowie der Gehalt an dem Neurotransmitter Dopamin sind bei Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom abweichend. Die Studienergebnisse zeichnen hierbei jedoch kein eindeutiges Bild darüber, ob diese Abweichungen ursächlich für die Krankheitsentstehung sind oder ob sie durch das Krankheitsgeschehen ausgelöst werden.

Antje Habekuß

10.06.14

Entstehung
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