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Förderung der Wundheilung

Ob beim Kochen oder bei der Hausarbeit – im Alltag zieht man sich schnell eine Wunde zu. Falk Goedecke, Gießen, erläutert im Interview welche Phasen die Wundheilung durchläuft und welche Maßnahmen den Heilungsprozess fördern. Hautreinigung und Hautpflege sind ebenfalls wichtige Bestandteile für den Heilungsverlauf.

Welche Stadien durchläuft die Wundheilung?

Die Wundheilung durchläuft im Wesentlichen vier Phasen: die Entzündungsphase, die Granulationsphase, in der neues Gewebe gebildet wird und die Epithelisationsphase, in der sich Haut über der Wunde bildet und als letztes die Remodellingphase. Alles beginnt zunächst mit einer Blutstillung, dann kommt es zu einer Entzündung, in der letztlich alles was an toten Zellen und Fremdkörpern in die Wunde reingekommen ist, gesäubert wird. Anschließend bilden sich neue Gefäße und neues Bindegewebe. Gleichzeitig versucht der Körper die Wundränder aufeinander zuzuziehen. Bei der Epithelisierung baut sich das elastische Bindegewebe im Wundbereich immer wieder um, es wird abgebaut und optimaler ausgerichtet, sodass die Wunde relativ stabil wird.

Welche Faktoren fördern die Wundheilung?

Damit eine Wunde gut heilt, muss sie immer gut durchblutet sein. Oft entstehen chronische Wunden aufgrund von Durchblutungsstörungen. Damit die Wunde gut verheilen kann, müssen also die Ursachen für die Durchblutungsstörung behandelt werden. Ansonsten lässt sich die Durchblutung durch Kompressionstherapie und Bewegungsübungen fördern. Um die Wundheilung zu aktivieren, muss eine Wunde gründlich gereinigt werden. Eine Wunde, in der sich vermehrt Mikroorganismen und Schmutz befinden, wird schlechter mit Sauerstoff versorgt und umso schlechter verheilt sie letztendlich. Es gibt auch lokal anzuwendende Cremes oder Wundauflagen, womit die Wunde abgedeckt werden kann. Auf diese Weise können keine Verschmutzungen von außen in die Wunde eindringen und das Feuchtigkeitsniveau in der Wunde gehalten werden. Wunden sollten nie komplett austrocknen, sie sollten aber auch nicht zu feucht sein.

Was wirkt sich negativ auf die Wundheilung aus?

Extreme Wärme und Kälte sind schlecht für die Wundheilung. Genauso wie eine unausgewogene Ernährung. Wenn der Körper nicht ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt ist, hat das einen negativen Effekt auf die Wundheilung. Gelangen in die Wunde zunehmend Fremdkörper und Schmutz, verläuft die Wundheilung deutlich langsamer. Das sollte unbedingt vermieden werden, um den Heilungsprozess nicht zu verzögern. Bei Patienten, die eine Strahlentherapie erhalten, heilen Wunden insgesamt auch schlechter.

Welche Möglichkeiten gibt es, um die Wundheilung zu beschleunigen?

Beschleunigen kann man eine Wundheilung nicht wirklich. Man kann den Körper bei der Wundheilung unterstützen, aber man kann keine Phase der Wundheilung einfach überspringen. Alle Maßnahmen der Wundheilung tragen letztendlich dazu bei, dass es beim Heilungsprozess nicht zu Verzögerungen kommt.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die größten Komplikationen sind Entzündungen, also wenn Mikroorganismen in die Wunde eindringen und sich dort vermehren. Auch mechanische Reize auf der Wunde durch zu viel Bewegung können zu Entzündungen führen. Ödeme und eine schlechte Durchblutung können auch Komplikationen hervorrufen.

Was gilt es bei der Hautreinigung und Hautpflege zu beachten?

Genauso wichtig wie die Hautpflege, ist auch die Hautreinigung. Es ist also nicht zu empfehlen, eine Wunde immer und immer wieder einzucremen, ohne sie zu reinigen, weil sich ansonsten dicke Krusten bilden. Darunter können sich Mikroorganismen hervorragend vermehren und es kann zu Hautentzündungen kommen. Das Ziel der Hautpflege ist es, dafür zu sorgen, dass die Hautbarriere erhalten bleibt. Die Hautpflege muss dem Hauttyp entsprechend angepasst werden. Wasser-in-Öl-Emulsionen eignen sich für die Hautpflege, damit die Haut nicht rissig wird. Cremes mit Urea verhindern ebenfalls das Austrocknen der Haut. Fette können für eine Stabilisierung der Haut sorgen. Die Pflegeprodukte sollten gut rückfettend sein, also Fettsäuren sind immer gut in solchen Pflegeprodukten. Und pH-neutral sollten die Produkte auch sein.

Quelle: Patient und Haut 1/2015

07.01.16

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