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Folgeerkrankungen bei COPD

COPD ist eine Erkrankung, bei der die Atemwege chronisch verengt sind – in vielen Fällen als Folge langjährigen Rauchens. Insbesondere das Ausatmen ist erschwert, es kommt zu Luftnot, irgendwann sogar bei kleinsten Anstrengungen. Eine solche schwerwiegende Krankheit kann Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Dazu zählen bei COPD vor allem Lungenemphysem, Lungenentzündungen, eine Rechtsherzinsuffizienz, die koronare Herzkrankheit, eine Schlafapnoe sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Mittelbar können auch Muskelschwund und Osteoporose (Knochenschwund) sowie das metabolische Syndrom durch COPD verursacht werden.

Dass weitere schwerwiegende Lungenprobleme Folge der COPD sein können, erklärt sich fast von selbst. Denn eine geschädigte Lunge ist anfälliger für Infektionen und diese verlaufen oft auch stärker als bei Gesunden. So sind Lungenentzündungen bei COPD häufig, weshalb es bei dieser Erkrankung wichtig ist, jeden Atemwegsinfekt ernst zu nehmen und damit den Arzt aufzusuchen. Das Lungenemphysem, umgangssprachlich auch Überblähung der Lunge genannt, geht ebenfalls häufig mit COPD einher. Denn durch die verengten Atemwege bleibt häufig etwas Luft in der Lunge zurück. Das führt dazu, dass die Lungenbläschen nach einer gewissen Zeit ihre Elastizität verlieren und überblähen, sodass sie ihre Fähigkeit verlieren, Sauerstoff ans Blut abzugeben. Die Atemnot, die mit COPD bereits einhergeht, verstärkt sich. Selbst kleinste Anstrengungen ziehen Luftnot nach sich. Wie auch COPD lässt sich ein Lungenemphysem nicht rückgängig machen, sprich heilen.

Das Herz ist oft mitbetroffen

Die Tätigkeiten von Herz und Lunge stehen in einem engen Zusammenhang. Das Herz pumpt das durch die Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut in den Kreislauf und das verbrauchte, sauerstoffarme Blut zurück in die Lunge – schließlich sind alle Zellen des Körpers für ihre Funktion auf Sauerstoff angewiesen. Kommt es nun als Folge der COPD und der Minderleistung der Lunge zu einem Mangel an Sauerstoff im Blut, will das Herz dies ausgleichen. Die rechte Herzkammer erhöht die Pumpleistung, damit mehr Blut in kürzerer Zeit in die Lunge gelangt und sie auf diese Weise wettmacht, dass das Blut, das die Lunge verlässt, weniger Sauerstoff enthält. Dafür muss das Herz ständig Höchstleistungen erbringen. Die Folge: Nach einiger Zeit ist es erschöpft, es kommt zur sog. Rechtsherzschwäche. Da nun aufgrund der reduzierten Pumpleistung weniger Blut in die Lunge gelangt, erhöht sich zugleich die Luftnot. Aus diesem Grund ist es wichtig, COPD so gut wie möglich zu kontrollieren. Dies kann verhindern, dass es zu einer Rechtsherzinsuffizienz kommt.

Eine koronare Herzkrankheit ist keine direkte Folge einer COPD – da jedoch ein Großteil der COPD-Patienten stark geraucht hat und Rauchen einer der Hauptgründe für die Verengung der Herzkranzgefäße ist, die im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen kann, geht die koronare Herzkrankheit oft mit COPD einher. Auch ein Mangel an Bewegung und Übergewicht, zwei Faktoren, die oft mit der COPD gekoppelt sind, begünstigen die koronare Herzkrankheit. Da sportliche Betätigung, ja sogar weniger große Belastungen, bei COPD in vielen Fällen Atemnot nach sich zieht, bewegen sich zahlreiche COPD-Betroffene weniger, was oft zu Übergewicht führt.

Die Verengung der Atemwege bei COPD hat noch eine weitere Folge: Es kann im Schlaf zu Luftnot kommen, was den Schlaf merklich stört – es kommt nach Zeiten der Atemnot oft zu einer kurzen Aufwachreaktion. Diese sog. Schlafapnoe führt zu Tagesmüdigkeit und kann Sekundenschlaf und Herzprobleme begünstigen.

Weitere mögliche Folgen

Viele COPD-Patienten bewegen sich weniger, denn Bewegung führt in vielen Fällen zu Atemnot und wird daher als (zu) anstrengend empfunden. Dabei ist Bewegung für Menschen mit COPD besonders wichtig – allein, um ein gewisses Maß an Selbstständigkeit zu erhalten. Bewegungsmangel wirkt sich immer auch auf den Bewegungsapparat aus – die Muskeln schwinden und die Knochensubstanz geht zurück. COPD-Patienten sollten daher Angebote zur Physiotherapie annehmen und, wenn möglich, auch Sport treiben – ihren Möglichkeiten entsprechend.

Die Krankheit selbst sowie ein Mangel an Bewegung können zudem die Entstehung von seelischen Erkrankungen begünstigen. Depressionen und Angststörungen zählen daher ebenfalls zu den gesundheitlichen Problemen, die mit COPD einhergehen. Anzeichen, die auf eine Depression oder eine andere seelische Störung hindeuten, sollten stets ernst genommen und mit dem Arzt besprochen werden, damit dieser eine angemessene Behandlung einleiten kann.

Quelle: allergikus 3/2016

21.11.16

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