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Fatigue

Fatigue (sprich: Fatieg) ist die vom französischen Wort für Müdigkeit oder Erschöpfung abgeleitete Bezeichnung für eine Nebenwirkung, die mit vielen chronischen Krankheiten auftritt. Das Syndrom wird auch Fatigue-Syndrom oder Erschöpfungssyndrom genannt und bezeichnet ein chronische Krankheiten begleitendes Symptom. Auch wenn Fatigue in der medizinischen Fachliteratur nicht generell als offizieller medizinischer Ausdruck gilt oder einfach mit Erschöpfung übersetzt wird, hat sich der Begriff als Bezeichnung für ein Symptom – vor allem in Zusammenhang mit Krebserkrankungen – etabliert.

Entstehung von Fatigue

Die Entstehung und alle Ursachen von Fatigue sind in der Forschung noch nicht abschließend geklärt. Eindeutig ist jedoch, dass verschiedene Ursachen zum Erschöpfungssyndrom führen können. Veränderungen des Blutbildes oder Blutarmut (Anämie) gehören ebenso zu den Ursachen wie ernährungs- und bewegungsbedingte Einflüsse oder psychische Faktoren wie die seelische Belastung, die mit ernsten Erkrankungen einhergeht. Fatigue kann auch eine Nebenwirkung der in der Behandlung von Krankheiten eingesetzten Medikamente sein.

Symptome und Ursachen von Fatigue

Hauptsymptom einer Fatigue ist ein anhaltendes Gefühl der Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Die Erschöpfung nimmt Einfluss auf den gesamten Tagesablauf. Die Müdigkeit tritt trotz ausreichender und normal langer Schlafphasen auf und der Betroffene fühlt sich – vor allem gegen Abend – schwach, abgeschlagen und überfordert. Das Auftreten in Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie Krebs, Multipler Sklerose, chronischen Darmerkrankungen, AIDS oder Rheuma und weiteren Krankheitsbildern ist durch ein Zusammenspiel von körperlichen Störungen und Veränderungen und der psychischen Belastung, der die Betroffenen ausgesetzt sind, zu erklären.

Krebsbedingte Fatigue

Das Auftreten von Fatigue in Zusammenhang mit Krebserkrankungen ist verschiedenen Ursachen geschuldet. Zytokine sind Proteine, die tumorbekämpfend wirken und daher bei Krebserkrankungen vermehrt produziert werden. Auswirkung dieser Proteine auf das Nervensystem sind vor allem Veränderungen im Fett- und Proteinstoffwechsel, die Müdigkeit und Erschöpfung auslösen können. Im Rahmen der therapeutischen Maßnahmen können die Chemotherapeutika für einen Abbau von Muskelmasse verantwortlich sein.

Auch eine Nervenschädigung infolge der Chemotherapie ist möglich. Erschöpfung und Müdigkeit können auch als Nebenwirkungen der in der Krebstherapie verwandten Medikamente (einschl. Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, sog. Antiemetika, und Kortison) auftreten.

Fatigue bei Multipler Sklerose

Bei Patienten, die an Multipler Sklerose leiden, macht sich die Fatigue insbesondere abends bemerkbar, äußert sich in der Regel in stark verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit. Die rasche Ermüdbarkeit kann u. U. zu einem Rückzug des Patienten aus der Gesellschaft führen. Die Isolation kann u. a. durch eine Umstellung des Tagesablaufes in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt bekämpft werden.

Auftreten von Fatigue

Bei Krebspatienten tritt Fatigue häufig bereits mit dem Beginn der Therapiemaßnahmen wie der Chemotherapie oder der Bestrahlung auf. Auch nach Abschluss der Therapie kann die Erschöpfung anhalten und u. U. erst nach Wochen oder Monaten wieder abklingen. Verlässliche Zahlen zur Verbreitung von Fatigue liegen nicht vor, weil viele Patienten die Symptome als reguläre Müdigkeit interpretieren und eine Diagnose der Fatigue nicht stattfindet.

In erster Linie wird das Erschöpfungssyndrom mit Krebserkrankungen verbunden: Etwa 75 % aller an Krebs erkrankten Patienten geben an, im Verlauf ihrer Krankheit mit Fatigue kämpfen zu müssen. Am häufigsten werden die Symptome des Fatigue-Syndroms bei Patienten mit Leukämie, Brust- und Prostatakrebs beobachtet. Generell leiden mit 75 % der Fälle mehr Frauen am Fatigue-Syndrom als Männer. Dies könnte bei den Männern testosteronbedingt sein. Durch den Zusammenhang der Fatigue mit chronischen Erkrankungen kann das Erschöpfungssyndrom in jedem Alter und jeder Bevölkerungsgruppe auftreten.

Abgrenzung

Fatigue als Krankheitssymptom ist abzugrenzen gegenüber dem chronischen Erschöpfungssyndrom, das nicht als Nebenerscheinung einer Erkrankung, sondern als eigenständige Krankheit auftritt. Als zusätzliche Symptome treten Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie Schlafstörungen auf. Die Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms ist nur durch Differenzialdiagnostik möglich. Ähnliche Symptome wie Fatigue kann auch das sogenannte Burn-out-Syndrom, ein Zustand emotionaler Erschöpfung und Ausgebranntheit, zeigen.

Diagnose und Therapie von Fatigue

Die Diagnose von Fatigue kann nur anhand der Symptome und einer ausführlichen Befragung durch den behandelnden Arzt erfolgen. Wenn möglich, können die Angehörigen in das Diagnosegespräch einbezogen werden, damit diese die Erschöpfungszustände des Betroffenen einordnen und beurteilen können. Therapiemaßnahmen zur Bekämpfung der Fatigue sind ein kontrolliertes Sport- und Bewegungsprogramm, die Anpassung der Ernährung und psychotherapeutische Maßnahmen. Im Rahmen der Behandlung der körperlichen Ursachen wird hauptsächlich die Blutarmut (Anämie) behandelt.

Barbara Kliem

02.02.15

Fatigue
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