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Therapie von Gastritis und Magengeschwür

Die Wahl der therapeutischen Maßnahmen bei einer Gastritis ist davon abhängig, ob es sich um eine akute oder eine chronische Gastritis handelt. Die Behandlung einer chronischen Gastritis ist davon abhängig, welche Ursache hinter der Erkrankung steckt.

Behandlung einer akuten Gastritis

In den meisten Fällen genügt es bei einer akuten Gastritis, ein bis zwei Tage keine Speisen zu sich zu nehmen. Danach sollte einige Tage Schonkost (Zwieback, Haferflocken etc.) gegessen werden, um den gereizten Verdauungstrakt wieder ganz allmählich an Nahrung zu gewöhnen. Als Getränke eignen sich während dieser Zeit z. B. stilles Mineralwasser oder Kräutertees. Auf Genussmittel wie Kaffee oder Tabak sollte in dieser Zeit verzichtet werden. Während der ersten Tage sollte man sich schonen und im Bett bleiben, da der Körper durch die verminderte Nahrungsaufnahme geschwächt wird.

Unterstützend können auch medikamentöse Mittel (sog. Antazida) eingesetzt werden, um die Magensäure zu neutralisieren und damit den Heilungsprozess zu unterstützen. Außerdem kann mit sog. H2-Rezeptor-Antagonisten (blockieren die Rezeptoren für den Botenstoff Histamin) oder Protonenpumpenhemmern (PPI) die Produktion der Magensäure gehemmt werden.

Protonenpumpenhemmer hemmen die sog. Protonen-Kalium-Pumpe, das Enzym H+/K+-ATPase. Dieses Enzym übernimmt in den Belegzellen der Magenschleimhaut den Ionentransport durch die Zellmembran. Chlorid-Ionen (CL-) gelangen dadurch ins Innere des Magens und bilden dort zusammen mit einem Wasserstoffatom (H+) die Magensäure (0,5 %ige Salzsäure, HCL).

Therapie einer chronischen Gastritis

Die Therapie bei chronischer Gastritis ist davon abhängig, welche Ursache der Erkrankung zugrunde liegt. Eine Typ A-Gastritis, bei der autoimmunologische Prozesse Krankheitsursache sind, wird meist regelmäßig Vitamin B12 per Injektion verabreicht, um einer perniziösen Anämie (Form der Blutarmut) entgegenzuwirken. Bei einer Typ C-Gastritis, die durch reizende Stoffe ausgelöst wird, ist in der Regel deren Vermeidung ausreichend, um die Entzündung zu heilen. Bei der Typ B-Gastritis liegt eine bakterielle Infektion vor, meist mit Helicobacter-Bakterien.

Eradikationstherapie bei Helicobacter pylori-Infektion

Bei einer chronischen Gastritis, die mit einer Helicobacter pylori-Infektion einhergeht, wird eine sog. Eradikation (lat. eradicare = auslöschen) empfohlen. Diese Therapie wird auch bei Patienten mit einem Magengeschwür angewandt, bei denen der Erreger nachgewiesen wurde. Ziel dieser Behandlung ist es, den Erreger komplett zu eliminieren.

Die Therapie zur Beseitigung von Helicobacter pylori erfolgt in der Regel mit einem Protonenpumpenhemmer und zwei bis drei verschiedenen Antibiotika. Als Protonenpumpenhemmer werden z. B. Esomeprazol, Lansoprazol oder Pantoprazol eingesetzt. Protonenpumpenhemmer verschieben den sauren pH-Wert innerhalb des Magens ins basische, wodurch die Wirkfähigkeit des Antibiotikums verbessert wird. Zu den Antibiotika, die zur Bekämpfung des Magenbakteriums Helicobacter pylori eingesetzt werden, gehören u. a. Amoxicillin, Clarithromycin und Metronidazol.

Antje Habekuß

17.06.14

Therapie
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