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Patientinnen mit Gebärmuttererkrankungen - Mehr Lebensqualität dank neuer Leitlinie

Starke Blutungsstörungen, Krämpfe während der Menstruation, Myome und Endometriose können zu extremen Beschwerden führen, die Frauen in ihrem Alltag einschränken und belasten. Welche Therapie ist die passende? Handlungsempfehlungen gibt die neue S3-Leitlinie „Indikation und Methodik der Hysterektomie bei benignen Erkrankungen“, die federführend von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) veröffentlicht wurde.

„Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen erhalten erstmals einen systematischen Überblick für Anamnese und Diagnostik zur Indikationsstellung und zu wählender Behandlungsmethode bei gutartigen (benignen) Erkrankungen der Gebärmutter“, erläutert Professor Diethelm Wallwiener, Präsident der DGGG. Die Leitlinie ordnet neben Methoden zur Gebärmutterentfernung (Hysterektomien) auch organerhaltende Alternativen ein, die minimalinvasiv, mit der so genannten Schlüssellochchirurgie, erfolgen und besonders schonend sind. Wichtig sind eine umfassende Diagnose und die detaillierte ärztliche Aufklärung über Therapiemöglichkeiten, damit verbundene Chancen sowie etwaige Nebenwirkungen und Risiken. Das Mittel der Wahl kann den Frauen zu einer deutlich verbesserten Lebensqualität verhelfen.

„Mit dieser Leitlinie ist es uns gelungen, anhand von Transparenz und Evidenz sowohl die Ärztinnen und Ärzte als auch die Patientinnen in die Lage zu versetzen, gemeinsam die beste Behandlung herauszufinden, wobei der aktuellen Lebenssituation der Frauen und ihren Präferenzen ein hoher Stellenwert zukommt. So kann für eine Frau entscheidend sein, die Gebärmutter zu behalten und für eine andere, möglichst keinen weiteren Eingriff vornehmen lassen zu müssen”, verdeutlicht Professor Klaus-Joachim Neis, wissenschaftlicher Koordinator dieser S3-Leitlinie. Im Aufklärungsgespräch sollten Frauenärztinnen und Frauenärzte über die Behandlungsoptionen, Nebenwirkungen und Erfolgsaussichten informieren und sorgfältig mit der Patientin abwägen, welche Therapie im individuellen Fall die optimale ist. Systematische Flussdiagramme sind Orientierungshilfen und zeigen Wege, die bei Myomen, Blutungsstörungen, Endometriose und Gebärmuttersenkungen indikationsbezogen sinnvoll sind. Gibt es mehrere gleichwertige therapeutische Alternativen, sollte die Frau durch eine detaillierte Beratung in die Lage versetzt werden zu entscheiden, welche der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten am besten zu ihr passt.

Wann ist eine Gebärmutterentfernung notwendig?

Prinzipiell gilt, dass über eine Hysterektomie nachgedacht werden kann, wenn ein Kinderwunsch, auch wenn er noch so latent ist, nicht mehr besteht. „Wenn Myome deutlich wachsen, angrenzende Organe betroffen sind und starke Blutungen auslösen, die nicht anders zu stoppen sind, ist die Entscheidung für eine Gebärmutterentfernung und das Vorgehen in Abhängigkeit von der Lebenssituation gemeinsam mit der Patientin abzuwägen“, so Neis. Ebenso sei bei einer Vielzahl kleiner Myome und bei sehr starken Symptomen von Gebärmuttererkrankungen wie einer Endometriose eine Hysterektomie notwendig.

Bei Patientinnen mit extremen Blutungsstörungen ist zunächst zu klären, welche Veränderungen in der Gebärmutter vorliegen. In jedem Falle sollten zur Sicherung der Diagnose zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch und eine Ultraschalluntersuchung stattfinden. Wenn der Verdacht einer Ausweitung der Endometriose auf benachbarte Organe besteht, sollte zusätzlich eine Bauchspiegelung erfolgen, empfehlen die Experten. Bei Versagen einer Hormontherapie und bei abgeschlossener Familienplanung kommen eine Entfernung oder Zerstörung der Gebärmutterschleimhaut bei Blutungsstörungen (Endometriumablation) und eine Hysterektomie als Behandlungsmöglichkeiten in Betracht.

Operationsmethoden im Vergleich

„Frauen mit starken Blutungsstörungen und Krämpfen, deren Kinderwunsch abgeschlossen ist, profitieren im Hinblick auf die gemessene Lebensqualität sowohl von organerhaltenden Verfahren als auch von der operativen Entfernung der Gebärmutter. Organerhaltende Verfahren zeigen in den Studien weniger Komplikationen, allerdings sind in nicht wenigen Fällen erneute Eingriffe erforderlich, d.h. die Beschwerden werden nicht komplett beseitigt oder treten wieder auf“, schildert Dr. Monika Nothacker von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
(AWMF) und stellvertretende Leiterin des Institutes für Medizinisches Wissensmanagement. Sie hat den Evidenzbericht erstellt, d.h. die Empfehlungen zu allen Verfahren auf Basis der internationalen Literaturlage überprüft und bewertet.

„Wenn eine Entscheidung zur Entfernung der Gebärmutter gefallen ist, sollte anhand eines systematischen Methodenvergleichs das individuell passende Verfahren gefunden werden“, schließt Dr. Nothacker. Vor- und Nachteile der häufigsten Operationstechniken zur Gebärmutterentfernung über die Scheide, per Bauchspiegelung oder über einen Bauchschnitt wurden bewertet.

Bei der Entwicklung der Leitlinie stellte sich heraus, dass trotz der bisherigen Erfolge weiterer Forschungsbedarf besteht und insbesondere das Monitoring der Hysterektomie, welches vor zwei Jahren in Deutschland ausgesetzt wurde, wieder eingesetzt werden muss. Dies ist eine Chance alternative organerhaltende Behandlungsverfahren, welche vorwiegend im ambulanten Bereich vorgenommen werden, mit einzubinden. Information und Aufklärung ist das A und O: „Diese Leitlinie unterstützt Ärzte in der Kommunikation mit Patientinnen. Mithilfe einer leitlinienkonformen Behandlung können wir Frauen mit Blutungsstörungen ein Mehr an Versorgungs- und Lebensqualität bieten“, resümiert Professor Wallwiener.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.

21.09.15

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