- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Krebs - Gynäkologische Tumoren - Gebärmutterhalskrebs - Diagnose - Gebärmutterhalskrebs: Diagnose durch Urintest?

Gebärmutterhalskrebs: Diagnose durch Urintest?

Viele Frauen kennen das: Wenn sie zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt gehen, wird ein sog. Abstrich am Gebärmutterhals vorgenommen. Die so abgestrichenen Schleimhautzellen werden unter dem Mikroskop auf mögliche krankhafte Veränderungen beurteilt.

Urintest soll HPV nachweisen

Eine Alternative zu diesem sog. Pap-Test könnte in Zukunft ein Urintest sein. Vorteil: Dieser ist einfacher durchzuführen und weniger unangenehm für die Patientin. Hintergrund ist, dass Gebärmutterhalskrebs i. d. R. durch sog. Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird. Der Urintest macht es möglich, die DNA der Viren im Urin der Patientin aufzuspüren, betonen Forscher im British Medical Journal. So habe der Test nach Angaben der Forscher das Virus in 87 % der positiven Fälle entdeckt – und auch seine Abwesenheit in 94 % der negativen Fälle korrekt nachgewiesen.

Bisher wird in anderen Ländern wie den USA ein HPV-Test für Frauen, die älter als 25 Jahre sind, ebenfalls als Abstrich zur allgemeinen Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs eingesetzt. Der Urintest könnte dieses Verfahren in Zukunft ersetzen. Dies wäre nach Ansicht der Forscher vor allem auch in Ländern mit schlechterer medizinischer Infrastruktur von Nutzen. Zudem sei wahrscheinlich auch die Akzeptanz von Frauen größer, einen Urintest durchzuführen, als einen Abstrich vornehmen zu lassen. Dafür muss sich der Test jedoch zunächst einmal in der Praxis bewähren.

HPV-Tests: In Deutschland noch nicht Standard

In Deutschland ist die Situation jedoch anders: Wie der Krebsinformationsdienst betont, ist der Nachweis von HPV in Deutschland – auch per Abstrich – bisher nicht der Standard bei der Krebsvorsorge und muss daher von den Patientinnen meist selbst bezahlt werden. Dies liegt u. a. daran, dass bisher noch nicht eindeutig geklärt ist, ob ein HPV-Test auch langfristig nützlich ist, so das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das jedoch auch zu dem Schluss kam, dass Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs durch regelmäßige HPV-Tests tatsächlich eher erkannt werden könnten. Wenn Frauen also an einem HPV-Test interessiert sind, sollten sie bei ihrer Krankenkasse anfragen, ob diese die Kosten übernimmt – und ansonsten die jährliche Krebsvorsorge mitsamt Pap-Test bei der Frauenärztin nicht vergessen.

Quelle: Befund Krebs 4/2016

28.10.16

Newsletter An-/Abmeldung

Code: XEAR