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Seelische Verfassung

Nicht nur der Körper von Brustkrebspatientinnen ist nach Therapieablauf in Mitleidenschaft gezogen. Auch ihre Psyche ist nach solch einer langen, schweren Phase in Mitleidenschaft gezogen. Sie haben sich schließlich monatelang mit einer lebensbedrohlichen Krankheit auseinandersetzen müssen, die tödlich verlaufen kann. Der Krebs wird von vielen Frauen daher wie ein „Todesurteil“ empfunden. Sie erleben täglich Ängste, befürchten, dass sie den Kampf gegen die übermächtig empfundene Krankheit verlieren könnten. Dadurch entsteht ein enormer Druck – mit negativen Folgen für den Körper, aber auch für die Seele. Denn ist die Krankheit überstanden, fallen die meisten Patientinnen in ein tiefes Loch. Ängste, Stress und Frustrationen haben ihr seelisches Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht gebracht. Einige entwickeln Panikattacken. Andere verfallen in eine Depression, die sich in Form vieler seelischer Symptome ausdrücken kann: mit Schlafstörungen oder vermehrtem Schlafbedürfnis, Nervosität, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen. Die Kranken ziehen sich dann von allem zurück. Sie sind zutiefst niedergeschlagen, hoffnungs- und mutlos.

Sie zeigen keinerlei Interesse für soziale Aktivitäten oder Freunde mehr. Bei einigen macht sich die Depression auch mit einer deutlichen Gewichtsveränderung, einer auffallenden Ruhelosigkeit oder auffallend verlangsamten Bewegungen, Müdigkeit und Energieverlust bemerkbar. Andere hingegen wirken apathisch und können nach all den Strapazen, nicht wieder am „normalen“ Familienleben teilzunehmen. Statt ihre Sorgen mit anderen zu teilen, machen sie ihren Kummer mit sich selbst aus. Sie distanzieren sich immer mehr von Verwandten sowie Freunden und beschäftigen sich nur noch mit ihrer Krankheit und den damit verbundenen Ängsten, die auch nach überstandenem Krebs weiter fortbestehen. Denn sie befürchten oft, dass der Tumor wiederkehrt und dass sich damit das Leid, die Schmerzen und Ängste wiederholen, die sie während der Behandlung durchlebt haben. Nicht selten haben Betroffene ständig wiederkehrende Todes- oder gar Selbstmordgedanken. Dies ist ein Teufelskreis, aus dem sie u. U. nicht mehr ohne fachliche Hilfe herausfinden.

Auch die Beziehung zum Partner stellen viele Frauen nach der Erkrankung in Frage. Vor allem Patientinnen, die ihre Brust verloren haben, plagen sich mit der Angst, ihre Beziehung könnte dadurch in die Brüche gehen. Sie schämen sich für ihre Narben und den aus ihrer Sicht entstellten Körper. „Findet mein Mann mich noch attraktiv?“ oder „Bin ich überhaupt noch eine richtige Frau?“ – diese Fragen beeinträchtigen das ohnehin angeschlagene Selbstbewusstsein der Betroffenen und lösen häufig sexuelle Probleme aus. Die Frauen meiden aus Angst vor Ablehnung jeglichen intimen Kontakt zu ihrem Mann – und das obwohl sie gerade nach dieser anstrengenden und belastenden Lebensphase das Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Wärme und Nähe haben.

Maria Zaffarana

25.08.11

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