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Geschirrspülen zur Allergievorbeugung bei Kindern?

Die American Academy of Pediatrics veröffentlichte eine schwedische Studie, nach der das Geschirrspülen mit der Hand das Risiko für Allergien bei Kindern verringern könnte. Die Forscher des Queen Silvia Children’s Hospital in Göteborg hatten festgestellt, dass Kinder, in deren Familien das Geschirr mit der Hand statt mit dem Geschirrspüler gereinigt wurde, geringere Allergieraten aufwiesen. Sie nehmen an, dass dies ein weiteres Indiz für die Richtigkeit der sog. Hygiene-Hypothese sein könnte, nach der der Kontakt zu einer gewissen Menge mikrobieller Keime in der Kindheit Allergien reduziert. Denn die Keime fordern das körpereigene Immunsystem, das auf diese Weise trainiert wird und sich deshalb nicht gegen an sich harmlose Stoffe aus der Umwelt richtet.

Für die Studie wurden 1838 Fragebögen an die Erziehungsberechtigten aller Kinder im Alter von sieben bis acht Jahren in den schwedischen Städten Kiruna und Mölndal versendet. Darin wurden Fragen nach dem Gesundheitszustand der Kinder, insbesondere nach allergischen Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen und Hautekzemen gestellt. Des Weiteren wollten die Forscher wissen, ob die Befragten normalerweise ihr Geschirr mit der Hand oder der Spülmaschine abwuschen, ob und wie oft sie fermentierte Nahrungsmittel wie Sauerkraut aßen, ob die Familien Lebensmittel direkt beim Erzeuger kauften und wie oft die Kinder im ersten Lebensjahr selbst gekochtes Essen erhielten. Auch ermittelten die Wissenschaftler, ob und wie lange die Kinder gestillt wurden.

Geschirrspülen mit der Hand ist dem Geschirrspüler vorzuziehen

Insgesamt 1029 Fragebögen kamen zurück und wurden von den Forschern aus Göteborg ausgewertet. Die Kinder, deren Eltern geantwortet hatten, waren zu fast gleichen Teilen männlich und weiblich. Fast alle Kinder hatten Geschwister und wurden im Kindergarten betreut. Etwa ein Drittel aller Kinder besaß ein Haustier, nur wenige waren während ihrer sieben bzw. acht Lebensjahre Tabakrauch ausgesetzt. Die Wissenschaftler untersuchten nun die verschiedenen erfragten Variablen nach einer Verbindung zur Entstehung von bzw. dem Schutz vor Allergien. Eine besonders starke Verbindung machten sie zwischen dem Geschirrspülen per Hand und der Vorbeugung von Allergien aus. So litten nur 23 % aller Kinder, deren Eltern das Geschirr mit der Hand spülten, in ihrem Leben bereits einmal unter einem Ekzem, während es bei den Eltern, die ausschließlich den Geschirrspüler verwendeten, 38 % waren. Von allergischem Asthma waren in der Gruppe der Handgeschirrspüler 1,7 % der Kinder jemals betroffen gewesen, während bei den „Spülmaschineneltern“ 7,3 % der Kinder bereits eine Episode allergischen Asthmas durchgemacht hatten. Auch bei Kindern, die regelmäßig fermentierte Nahrung bzw. Nahrungsmittel verzehrten, die direkt beim Bauern gekauft wurde, zeigte sich, dass sie tendenziell weniger häufig von Allergien betroffen waren, als Kinder, bei denen das nicht der Fall war. Während 46 % der Kinder von Familien, die eine Spülmaschine verwendeten, keine Nahrungsmittel beim Bauern kauften und keine fermentierten Nahrungsmittel aßen, bereits einmal allergische Symptome gezeigt hatten, waren es bei den Kindern mit zwei oder drei der mutmaßlich vor Allergien schützenden Faktoren nur 19 %.

Anhand dieser Ergebnisse kamen die schwedischen Wissenschaftler zu der Vermutung, dass in Familien, die das Geschirr mit der Hand spülten, aufgrund der schlechteren Reinigungswirkung der Handwäsche im Vergleich zur Spülmaschine mehr Keime auf dem Geschirr verblieben. Diese könnten das Immunsystem der Kinder vor einer überschießenden allergischen Reaktion geschützt haben. Allerdings – so die Forscher – muss dieser Zusammenhang durch weitere Studien noch bestätigt werden.

Quelle: Allergikus 2/2015

26.08.15

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