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Gestärkte Eltern – starke Kinder

Elterncoaching für Kinder mit Diabetes Typ 1 in Wien

Wenn ein Kind oder ein Jugendlicher an Diabetes Typ 1 erkrankt, stehen die Betroffenen und ihre Familien plötzlich vor großen Herausforderungen. Damit Eltern und ihre Kinder für die Probleme, welche die Erkrankung mit sich bringt, gewappnet sind, wurde in Wien das Projekt „Gestärkte Eltern – starke Kinder“ ins Leben gerufen. Das Elterncoaching ist kostenlos und wird von der Österreichischen Diabetikervereinigung (ÖDV) und dem Diabetesteam der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien unterstützt.

Die Diagnose Diabetes Typ 1 bringt den Alltag vieler Familien oft ziemlich durcheinander. Nichts ist mehr, wie es war, Ängste und Sorgen sind auf einmal ständige Begleiter. Passt der Blutzucker? Wie ändern sich die Essgewohnheiten? Wo gibt es die geeignete Therapie für unser Kind? Worauf muss bei Reisen geachtet werden? Werde ich künftig noch einen Babysitter finden, der sich zutraut, auf mein erkranktes Kind aufzupassen? Wie wird der Kindergarten- oder Schulbesuch aussehen? Solche und ähnliche Fragen können betroffene Eltern im Rahmen der Coachings mit Psychologinnen besprechen. Das Coaching und die psychologischen sowie psychosozialen Beratungen finden sowohl in der Gruppe als auch in individuellen Einzelgesprächen statt. Die medizinische Betreuung und auch Beratung erfolgt nach wie vor über die betreuenden Spitäler.

Ziele des Elterncoachings

  • Unterstützung im Umgang mit herausfordernden Situationen und schwierigen Phasen im familiären Alltag
  • Aktuelle Erziehungsmuster, Kommunikations- und Umgangsformen in der Familie auf Stärken und Schwächen überprüfen und eventuell Neues ausprobieren
  • Wege finden, die soziale Unterstützung durch Freunde, Kindergarten und Schule zu verstärken
  • Eltern zu bestärken, auch ihre eigenen Bedürfnisse zu spüren und ernst zu nehmen
  • Raum für die Beziehung der Eltern zu schaffen
  • Gute Lösungen für die Situation der Geschwisterkinder finden
    und so auch die Situation für das von Typ 1 Diabetes betroffene Kind zu verbessern.

Kontakt
Interessierte Eltern können sich telefonisch unter 0680/5571637 (Mag. Caroline Culen) melden.

Diabetesmanagement in der Pubertät

Der Fall „Ella“

Im Rahmen des Elterncoachings „Gestärkte Eltern – starke Kinder“ wurde auch Familie M. in einer Gruppe betreut, deren zwölfjährige Tochter Ella an Diabetes leidet. Bisher hatte Ella das Diabetesmanagement gut im Griff, doch durch die Teilnahme an einer Schulsportwoche ist plötzlich alles ganz anders. Mag. Caroline Culen gibt anhand dieses Fallbeispiels einen Einblick, was Eltern bewegt und wie das Elterncoaching unterstützen kann.

Familie M. lebt schon seit fünf Jahren mit Diabetes. Ihre zwölfjährige Tochter Ella ist im Alter von sieben Jahren an Diabetes erkrankt. Die erste Zeit nach der Diagnose war schwierig und fordernd, dennoch hat sich das Leben mit dem Diabetes und allen Anforderungen durch das Therapiemanagement gut eingespielt. Die Stoffwechseleinstellung ist zufriedenstellend, alle fühlen sich im Großen und Ganzen sicher. Bis zu dem Zeitpunkt, als Ella mit der Schule auf Sportwoche fährt. Die Lehrerinnen sind kooperativ, alles ist gut vorbereitet, Ella voller Vorfreude und die Eltern ein bisschen nervös. Die ersten Telefonate sind beruhigend, denn die Tochter ist gut gelaunt, es gibt keine Nachrichten von den Lehrerinnen und die Tochter kommt nach sechs Tagen fröhlich nach Hause.

Eine neue Phase für die Familie

Der Schock für die Eltern folgt nach den ersten Nachfragen zu BZ-Werten und Pumpenauslesen: Ella hat eine Woche lang kein einziges Mal ihren Blutzucker gemessen und ca. nur einmal in der Früh ihr Langzeitinsulin gespritzt –sonst keinerlei Aktivitäten in puncto Diabetes. Obwohl es Ella gutgeht und auch die Werte nicht erschreckend sind, zieht es den Eltern den Boden unter den Füßen weg. Für die Familie beginnt eine neue Phase: Ella wird pubertär, sie wird unabhängiger, macht Dinge auf ihre Art und Weise und somit auch ihr Diabetesmanagement.

Viele Fragen wie „Können wir sie noch allein lassen?“, „Wie viel Freiheit braucht Ella und halten auch wir diese Freiheiten aus?“, „Können wir noch vertrauen, dass sie sich gut um sich kümmert und sicher ist, wenn wir nicht bei ihr sind?“, „Was erzählt sie uns und wo haben wir gar keine Kontrolle mehr?“, „Sind ihr ihre Freundinnen, Freunde wichtiger als wir?“, „Was wird noch auf uns zukommen?“ „Und gibt es Eltern, denen es ähnlich geht?“, belasteten die Eltern.

Im Elterncoaching werden die vielen Gefühle bearbeitet, die mit dieser neuen Phase verbunden sind. Es wird nach Erfahrungswerten und nach Wegen für die Familie gesucht, damit sie diese Erfahrungen für sich hilfreich nutzen kann. Basiswissen bzw. Übungen zur Kommunikation und Hinweise für Familiengespräche können das Besprechen von schwierigen Themen und das Finden von Lösungen für die Familie erleichtern. Verständnis für die neue Entwicklungsphase der Tochter und Austausch mit anderen Eltern entlastet, gibt Zuversicht und kann oft auch sehr lustig sein.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 02/2013

08.01.14

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