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Grippe-Impfung für Skeptiker

Die jährlichen Grippewellen fordern zahlreiche Erkrankungen und auch Todesfälle, verursachen Krankheitskosten und beeinträchtigen die Wirtschaft. Fachleute beklagen daher, dass sich nur ein Bruchteil derjenigen impfen lässt, für die die Grippe-Impfung empfohlen ist. Ohne Zweifel stehen viele Menschen der Influenza-Impfung kritisch gegenüber. Doch hält die Skepsis der Prüfung stand? Experten des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. haben die Argumente unter die Lupe genommen.

„Durch die Grippe-Impfung habe ich eine Erkältung bekommen.“

Es kommt immer wieder vor, dass sich Menschen kurz nach einer Grippe-Impfung erkälten. Daher kann man zu der Annahme kommen, die Influenza-Impfung würde Erkältungen triggern, also geradezu auslösen. „Das stimmt aber nicht. Der richtige Zusammenhang ist der, dass die Grippe-Impfung mit Beginn der kalten Jahreszeit verabreicht wird – also zeitgleich mit dem natürlichen Anstieg der Erkältungswelle“, erklärt Dr. Joanna Dietzel, Influenza-Expertin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. „Das zeitliche Zusammentreffen beider Ereignisse ist also gar nicht unwahrscheinlich.“

„Ich glaube, die Grippe-Impfung kann selbst eine Grippe auslösen.“

Eine amerikanische Untersuchung hat ergeben, dass 43 Prozent der Befragten glauben, eine Influenza-Impfung könne manchmal eine Grippe auslösen. Auch hierzulande ist dies eine weit verbreitete Ansicht. Doch das ist unmöglich. Der Influenza-Impfstoff für Erwachsene besteht nur aus Bruchstücken von abgetöteten Viren, die keine Erkrankung mehr hervorrufen können.

Wer nach der Grippe-Impfung unter Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Frösteln leidet, hat sich durch die Impfung jedenfalls keine Grippe eingefangen. „Diese Beschwerden gehören zu den normalen Reaktionen, die nach einer Impfung auftreten können und nach ein paar Tagen wieder verschwinden“, so Dietzel. „Sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet.“

„Die Grippe-Impfung wirkt nicht, ich habe trotzdem eine Grippe bekommen.“

Kann man trotz Impfung eine Grippe bekommen? Klar: Zu einer Erkrankung kann es kommen, wenn die Infektion mit Grippeviren kurz vor der Impfung stattgefunden hat, die Impfung also während der Inkubationszeit stattfand. Außerdem kann man sich anstecken, bevor der Impfschutz voll aufgebaut ist, also bis zu 14 Tage nach der Impfung. Bedenkenswert ist jedoch, dass nicht jeder, der meint eine Grippe zu haben, auch wirklich eine Influenza-Erkrankung hat. Oftmals handelt es sich „nur“ um starke Erkältungen oder grippale Infekte, die durch ganz andere Erreger ausgelöst werden.

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass die Grippeimpfung keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Die Influenza-Viren verändern sich ständig, und so können sich auch Grippeviren ausbreiten, vor denen die Impfung nicht schützt.

Trotzdem zahlt sich die Impfung eindeutig aus. Sie zeigt bei älteren Erwachsenen in der Regel eine Wirksamkeit von etwa 40 bis 60 Prozent. Das bedeutet: Wenn im Laufe einer Influenzasaison von 100 Ungeimpften 10 an Grippe erkranken, erkranken von 100 Geimpften nur etwa 4 bis 6, also etwa nur die Hälfte. Bei jüngeren Erwachsenen liegt die Wirksamkeit bei bis zu 80 Prozent. Und selbst diejenigen, die trotz der Impfung an Grippe erkranken profitieren, denn die Infektion verläuft bei ihnen milder. Die gefürchteten schweren Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündungen kommen dann kaum vor.

Tipp: Wer sich regelmäßig jährlich impfen lässt, profitiert besonders

Wie gut der Schutz vor der Grippe durch die Impfung ist, kann jeder auch ein wenig selbst beeinflussen. „Menschen, die sich regelmäßig gegen Influenza impfen lassen, stärken ihr Immunsystem, eindringende Viren werden schneller erkannt,“ sagt Influenza-Expertin Dietzel. Die jährliche Impfung habe einen sogenannten „Booster-Effekt“, das Immunsystem bekomme einen „Schubs“, sich nicht nur gegen die aktuellen Impf-Viren zu richten, sondern es könne sich auch an die Influenza-Viren der vergangenen Saisons erinnern. Wer sich regelmäßig gegen Grippe impfen lässt, so das Fazit, ist besser geschützt. Optimaler Zeitpunkt für die Impfung sind die Monate Oktober und November, aber auch später ist die Impfung noch möglich und sinnvoll.

Grippe-Impfung in Deutschland: So niedrig sind die Impfraten

Zielvorgaben der Europäischen Union, die eine Impfquote von 75% bei älteren Personen vorsehen, werden von Deutschland nicht annähernd erreicht. Hierzulande sind nur weniger als 40 Prozent der über 60-Jährigen gegen Influenza geimpft. Trotz ausdrücklicher Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) lassen sich nur rund 15 Prozent der Frauen während einer Schwangerschaft gegen die Grippe impfen und nur knapp 30 Prozent des medizinischen Personals. Selbst bei chronisch Kranken kommen wir hierzulande nur auf eine Impfrate von etwa 40 Prozent.

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e. V.

13.11.15

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