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Haarausfall bei Brustkrebs: Die Perücke richtig pflegen

Der Ausfall der Haare im Rahmen einer Chemotherapie ist für viele Frauen vor allem seelisch eine große Belastung. Das äußere Erscheinungsbild ändert sich, ein Stück Weiblichkeit geht verloren. Um mit der Veränderung besser zurechtzukommen, haben Frauen einen Anspruch auf eine Perücke. Die Kosten dafür werden von der Krankenkasse, zumindest anteilig, übernommen.

Eine Perücke überdeckt nicht nur die optischen Veränderungen, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein. Deshalb kann es hilfreich sein, sich eine Perücke direkt nach der Diagnose auszusuchen und dann, wenn die Haare beginnen auszufallen, noch einmal anpassen lassen, damit sie auch richtig sitzt. So liegt bereits vor der Chemotherapie eine Alternative bereit.

Experten raten, eine Perücke auszusuchen, die zur Persönlichkeit passt. Viele Frauen entscheiden sich für eine Perücke, die der eigenen Frisur gleicht. Es gibt aber auch Frauen, die dies als Möglichkeit zur Veränderung nutzen und sich ganz bewusst für eine Perücke entscheiden, die ihnen ein neues, anderes Aussehen verleiht. Unabhängig von der Wahl der Frisur, sollte die Perücke möglichst natürlich aussehen, damit der Unterschied zum echten Haar nicht auffällt. Dies ist immer dann der Fall, wenn das Haar natürlich fällt.

Eine Perücke kann aus Echthaar bestehen oder aus synthetisch hergestellten Haaren. Möglich ist auch eine Mischung aus beidem, dies wird dann Mischhaar genannt. Die Haare sind immer an der sog. Montur befestigt, dem Trägermaterial.

Wie teuer eine Perücke ist, hängt in erster Linie von der Qualität ab. Echthaar ist als teurer als eine Perücke aus synthetischen Haaren. Auch mit der Haarlänge steigt der Preis. Insgesamt ist die Preisspanne sehr groß. Grundsätzlich sind Perücken ab 150 Euro zu bekommen, es gibt aber auch Zweithaar für mehrere Tausend Euro.

Echthaar kann unbehandelt, also naturbelassen, oder behandelt sein. Egal, ob behandelt oder nicht, kann das Echthaar geföhnt und auch gefärbt werden, wobei bei einem behandelten Echthaar das Färben nur bedingt möglich ist und die Farbe nicht so lange hält, wie bei einem naturbelassenen Echthaar. Darüber hinaus reagiert Echthaar, wie die eigenen Haare auch, kann deshalb ganz gewöhnlich gestylt werden, reagiert aber auf Umwelteinflüsse, wie etwa Sonneneinstrahlung. Dadurch ermüdet mit der Zeit das verwendete Material. Zudem muss Echthaar intensiver gepflegt werden als künstliches Haar. Dafür sieht es i. d. R. natürlicher aus.

Zweithaarspezialisten haben den natürlichen Look bei Perücken aus synthetischen Fasern verbessert, sodass auch hier der Unterschied zu echtem Haar weniger auffällt. Die Kunstfasern können hitzebeständig und/oder farbbeständig sein. Nur die farbbeständigen Perücken können auch gefärbt werden. Im Unterschied zu Echthaar reagiert künstliches Zweithaar weniger empfindlich auf Einflüsse von außen, auch das Material ist i. d. R. beständiger und nutzt sich weniger schnell ab. Perücken aus Kunsthaar sind damit i. d. R. leichter zu pflegen. Allerdings kann sich unter diesem Zweithaar schneller ein Hitzestau bilden, da das Material nicht die auf dem Kopf entstehende Wärme ableiten kann.

Zum Waschen lauwarmes Wasser verwenden

Egal, für welches Material sich Betroffene entscheiden, wichtig ist die richtige Pflege, damit das Zweithaar möglichst lange natürlich aussieht. Ist die Perücke aus echtem Haar, brauchen diese Haare Pflege, da sie keine Nährstoffe durch die Haarwurzel mehr erhalten können. Handelt es sich um künstliche Haare, ist es wichtig, deren Geschmeidigkeit zu erhalten, da sie nur dann auch natürlich aussehen.

Frauen sollten sich am besten von einem Spezialisten beraten lassen, welches Produkt sich für das gewählte Haar am besten eignet. Wie oft sie ihre Haare dann waschen, hängt auch vom individuellen Bedürfnis ab. Für die Pflege des Zweithaars gibt es spezielle Produkte.

Die Perücke sollte zum Waschen immer im noch trockenen Zustand gekämmt und dann für das Waschen selbst abgenommen werden. Die Perücke wird dann in einen Eimer mit lauwarmem Wasser gelegt, dem zuvor das entsprechenden Pflegemittel hinzugegeben wurde. Nach einer Dauer von 15 Minuten kann die Perücke dann herausgenommen und gründlich abgespült werden. Während des Einweichens kann das Zweithaar im Eimer durch Schwenken ein wenig hin und her bewegt werden.

Nicht trocken rubbeln

Wichtig ist, die Haare nicht ähnlich dem Waschen des eigenen Haares zu rubbeln, da dies Fasern des Zweithaares unnötig schädigen würde. Auch für das Trocknen gilt: Nicht rubbeln, sondern die Haare sanft mit einem Handtuch ausdrücken. Anschließend sollte die Perücke auf einen dafür vorgesehenen Ständer gelegt werden, damit auch der Unterbau der Haare ausreichend trocknen kann.

Wer seiner neuen Haarpracht etwas Gutes tun möchte, kann es darüber hinaus mit dafür vorgesehenen Kuren pflegen. Hier gilt der gleiche Ablauf wie beim Waschen. Sind die Haare trocken, steht dem Styling nichts mehr im Wege. Hier gilt vor allem für Kunsthaare: Zu starke Hitze vermeiden.

Herstellung der Zweithaare

Ob die Haare natürlich aussehen oder nicht, darüber entscheidet nicht nur das Material, sondern vor allem auch das Herstellungsverfahren. Grundsätzlich werden bei diesen Verfahren die sog. Tresse, die Monotresse oder die Knüpfung von Hand unterschieden. Eine Handknüpfung ermöglicht immer ein sehr natürliches Erscheinungsbild, da hier jedes einzelne Haar in ein dünnes und transparentes Material eingearbeitet wird. Hier wird jedes Haar einzeln von Hand in ein Netz geknüpft. Die Perücke ist dann besonders leicht und wirkt sehr natürlich. Die Herstellung ist aber aufwendiger, was den höheren Preis erklärt.

Bei der Tresse wird die Perücke rein maschinell erstellt, was im Vergleich kostengünstiger ist. Die Perücken wirken aber weniger natürlich und haben zudem oft ein schweres Gewicht. Die Monotresse ist eine Mischung aus maschineller Herstellung und eine Knüpftechnik, die dann z. B. vor allem für den Bereich der Stirn verwendet wird.

Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse setzt voraus, dass der Anbieter der Perücken, also ein Friseur oder ein Zweithaarspezialist, auch einen Versorgungsvertrag mit einer Krankenkasse abgeschlossen hat. Denn nur dann können die Anbieter die Perücke auch mit der Krankenkasse abrechnen. Ob die Krankenkasse die Kosten dann ganz oder nur z. T. übernimmt, ist ganz unterschiedlich. Deshalb kann es hilfreich sein, sich zunächst ein Angebot für eine Perücke einzuholen und dann beim Versicherer direkt nachzufragen, in welcher Höhe die Kosten übernommen werden.

Quelle: Leben? Leben!

19.04.18