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Haarausfall: Auf das Effluvium folgt die Alopezie

In fast jeder Drogerie sind Produkte zu finden, die versprechen, das Haarwachstum anzukurbeln. Bei vielen Präparaten fehlen eindeutige wissenschaftliche Belege über die Wirksamkeit. Bevor Betroffene zahlreiche Mittel ausprobieren, sollten sie lieber einen Spezialisten aufsuchen, der eine ausführliche Anamnese durchführt und einen Therapieplan aufstellt.

Verlust der Haare hat zahlreiche Ursachen

„Als Effluvium bezeichnet man einen vermehrten Haarausfall, d. h. von mehr als 60 bis 80 Haaren pro Tag. Die Dauer kann kurzfristig oder länger anhaltend sein und ebenfalls unterschiedlich stark das Haupthaar betreffen. Der Begriff Alopezie steht für eine sichtbare Kahlheit. Sie ist die konsequente Folge eines anhaltenden Haarausfalls oder eines unzureichenden Nachwachsens ausgefallener Haare“, erklärt Prof. Dr. med. Gerhard Lutz, Hautarzt und Haarspezialist. Die Ursachen für Haarausfall sind sehr vielfältig und lassen sich nicht pauschal zusammenfassen. Zu den häufigsten Formen des nicht vernarbenden Haarausfalls zählt der anlagebedingte Haarausfall, der bei beiden Geschlechtern auftreten kann, jedoch weitaus häufiger beim Mann beobachtet wird. Der kreisrunde Haarausfall, die Alopecia areata, ist eine Autoimmunkrankheit, die beide Geschlechter altersunabhängig betreffen kann. Von dem diffusen Haarausfall hingegen, bei dem sich mehr oder weniger das gesamte Haupthaar gleichmäßig lichtet, sind vorwiegend Frauen betroffen. „Der Haarausfall kann anlagebedingt sein, entzündlicher Form oder nicht entzündlicher Form. Es kann ein Eisen-Zink-Mangel oder eine Hormonstörung vorliegen. Insgesamt können 500 Medikamente zu Haarausfall führen, darunter Medikamente zur Blutdruckregulierung, zur Senkung der Blutfette und der Harnsäure, zur Entzündungshemmung und zur Blutverdünnung, aber auch zahlreiche Schmerzmittel sowie viele Psychopharmaka“, betont Prof. Lutz. Haarausfall kann auch auf eine andere Erkrankung hinweisen oder infolge einer Mangelernährung entstehen. Im Patientengespräch gilt es dann herauszufinden, welche Ursachen genau dahinter stecken können. Es muss eine ausführliche Anamnese stattfinden, um eine treffende Diagnose zu stellen. Damit anschließend die richtige Therapie ausgewählt werden kann.

Die Formen des Haarausfalls sind vielfältig

So zahlreich, wie die Ursachen des Haarausfalls, sind auch die unterschiedlichen Formen des Haarausfalls. “Prinzipiell wird Haarausfall im Haupthaar in nicht vernarbende und vernarbende Formen unterteilt“, sagt Prof. Lutz. Die nicht vernarbenden Formen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfhaut klinisch unauffällig erscheint, da die dem Haarausfall zugrunde liegende Störung nur unterhalb der Haut im Bereich der Haarzwiebel, des Haarfollikels liegt. Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind der erblich bedingte Haarausfall, der kreisrunde Haarausfall und der diffuse Haarausfall, der sich gleichmäßig über das Haupthaar erstreckt. Um herauszufinden, welche Form des Haarausfalls bei der betroffenen Person vorliegt und bevor eine Therapie ausgewählt werden kann, ist es zunächst wichtig, das Haarwachstum zu beurteilen. „Der Haarwurzelstatus lässt sich anhand eines Trichogramms feststellen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit dieses Verhältnis mit dem digitalen Haarscan zu erfassen“, erläutert Prof. Lutz.

Behandlung muss mit dem Arzt besprochen werden

Die Behandlung muss genau auf die Ursachen des Patienten abgestimmt sein. „Die therapeutischen Optionen beim anlagenbedingten Haarausfall des Mannes sind übersichtlich und klar definiert. Äußerlich kann z. B. 5 % Minoxidil in Form einer Lösung verwendet werden. Zur innerlichen Behandlung stehen 1 mg Finasterid Tabletten zur Verfügung. Damit soll der voranschreitende Haarausfall gestoppt und neues Haarwachstum angeregt werden“, sagt Prof. Lutz. Bei der Frau müssen entsprechend des hormonellen Status andere Therapieoptionen in Betracht gezogen werden. „Bei der Frau können, sofern eine Erhöhung der männlichen Hormone vorliegt, antiandrogene Pillen oder Medikamente eingesetzt werden. Sollte jedoch der Haarausfall auf einen Östrogenmangel zurückzuführen sein, wäre eine Hormonersatztherapie erforderlich, sofern dies von gynäkologischer Seite möglich ist. Ansonsten bietet sich ebenfalls eine äußerliche Therapie z. B. mit einer 2 % Minoxidil-Lösung an“, so Prof. Lutz. Zur Behandlung des kreisrunden Haarausfalls bieten sich kortisonhaltige Salben an. In einigen Fällen kann dem Haarausfall nicht vorgebeugt werden, sodass andere Optionen in Betracht gezogen werden müssen. Deswegen sollte der behandelnde Arzt auch haarprothetische Versorgungsmöglichkeiten ansprechen.

Quelle: Patient und Haut 2/2013

31.01.14

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