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Entstehung von Haarausfall

Unsere Haare durchlaufen einen komplexen Zyklus, der aus Wachstumsphase (Anagenphase), Ruhephase (Katagenphase) und Abstoßungsphase (Telogenphase) besteht. Dabei befinden sich die einzelnen Haare in unterschiedlichen Phasen des Wachstumszyklus. Er läuft zwar nicht synchron, aber dennoch ausgeglichen ab. Während der Wachstumsphase bezieht das Haar Nährstoffe aus der Haarwurzel und wächst etwa einen Zentimeter pro Monat.

Die Wachstumsphase eines Haares kann bei Männern bis zu 4 Jahre, bei Frauen bis zu 6 Jahre anhalten. In der folgenden und bis zu 4 Monaten anhaltenden Ruhephase stellt die Haarwurzel ihre Nährstoffzufuhr ein. Das Haar ruht. Die Haarwurzel verhornt als Vorstufe zur Haartrennung und stößt das Haar in der Abstoßungsphase schließlich ab. Es fällt aus. Parallel dazu wächst in der Haarwurzel bereits ein neues Haar. Jede Haarwurzel kann in ihrem Leben bis zu 12 Mal ein Haar hervorbringen. Bei Haarausfall ist dieser Zyklus gestört.

Es werden drei Formen des Haarausfalls unterschieden:

Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Beim erblich bedingten Haarausfall reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf Dihydrotestosteron (DHT). Bei DHT handelt es sich um ein aktives Umwandlungsprodukt von Testosteron, welches unter anderem für die Steuerung der männlichen Körperbehaarung, des Bartwuchses, aber auch für den Rückgang der Körperbehaarung mitverantwortlich ist. Die Überempfindlichkeit bewirkt eine Störung des Haarzyklus. Die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich, die nachwachsenden Haare werden immer dünner, die Haarwurzeln stellen ihren Dienst schließlich ein und produziert keine neuen Haare mehr. Das Ergebnis ist eine immer weiter fortschreitende Glatzenbildung.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wird diese Form des Haarausfalls nicht ausschließlich durch den Vater weitergegeben. Oftmals findet man bei Männern eine Ähnlichkeit zwischen ihrem Haarausfall und dem Aussehen des Großvaters mütterlicherseits. Das liegt daran, dass ein wichtiges Gen, welches unter anderem den Haarausfall auslöst, auf dem X-Chromosom liegt und somit sowohl vom Vater als auch von der Mutter vererbt werden kann.

Der erblich bedingte Haarausfall tritt nicht nur beim männlichen Geschlecht auf. Auch Frauen leiden darunter, wenn auch nicht so häufig. Der weibliche Körper produziert ebenfalls geringe Mengen Testosteron. Weist die Frau nun eine Überempfindlichkeit gegen DHT auf, findet bei ihren Haaren der gleiche Prozess wie beim Mann statt.

Unterschiede gibt es hier allerdings beim Ablauf. Beim Mann bilden sich zunächst sogenannte Geheimratsecken, gefolgt von dünner werdendem Haar am Hinterkopf. Mit der Zeit bildet sich eine Glatze, wenn sich die Geheimratsecken vergrößern und mit dem kahl werdenden Hinterkopf zusammentreffen. Allein die Seitenpartie und die Nackenhaare sind unempfindlich gegen DHT und bleiben erhalten. Bei der Frau hingegen beginnt der erblich bedingte Haarausfall im Bereich des Scheitels und breitet sich von dort in alle Richtungen aus. Die Ausprägung ist hier sehr unterschiedlich.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Diese Form des Haarausfalls kann Menschen in jedem Alter treffen. Statistisch gesehen nimmt die Zahl der Betroffenen mit Erreichen des 50. Lebensjahres merklich ab. Charakteristisch und auch namensgebend für den kreisrunden Haarausfall sind klar abgegrenzte, kreisrunde, kahle Stellen auf dem Kopf oder auch im Bartbereich, eher selten ist die Körperbehaarung betroffen. Dieser krankhafte Haarausfall lässt sich auf eine Störung des Immunsystems zurückführen. Hier greift das menschliche Verteidigungssystem die eigenen Haarwurzeln an und ruft zunächst entzündliche Stellen hervor, an denen schlussendlich die Haare ausfallen. In der Regel zerstört das Immunsystem die Haarwurzeln nicht. Dennoch ist der Wachstumszyklus erheblich gestört.

In seiner normalen Ausprägung stellt der kreisrunde Haarausfall nur eine zeitliche begrenzte Problematik dar, die sich von selbst wieder regeneriert. Innerhalb einiger Monate wachsen die Haare wieder von allein nach.

Dramatischer wird es, wenn das Immunsystem zu übereifrig reagiert und die Haarwurzeln zerstört. Dort können dann keine Haare mehr nachwachsen und die betroffenen Stellen bleiben kahl. In seltenen Fällen ist davon dann die komplette Kopfbehaarung betroffen (Alopecia totalis). In extremen Fällen wird sogar die Körperbehaarung (Augenbrauen, Arme, Beine, Brust etc.) in Mitleidenschaft gezogen. Dies kann soweit gehen, dass die Betroffenen gänzlich keine Körperbehaarung mehr besitzen (Alopecia universalis). Dieser Zustand ist dann nicht mehr umkehrbar. Der kreisrunde Haarausfall entsteht bei Männern wie Frauen in gleichem Maße.

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall findet der Haarverlust über den gesamten Kopf verteilt statt. Er trägt die Bezeichnung „diffus“, da es für ihn eine ganze Reihe von Ursachen geben kann. Der diffuse Haarausfall hat keine Glatzenbildung zur Folge. Das Haar wird überall dünner und man kann auf die Kopfhaut blicken. Statistisch gesehen sind mehr Frauen als Männer betroffen. Mit der richtigen Behandlung ist der diffuse Haarausfall therapierbar, da die Haarwurzeln weiterhin in der Lage sind, Haare zu produzieren, allein ihre Funktion ist gestört.

Melissa Seitz

09.01.15

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