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Krebstherapie in der Schwangerschaft extrem schwierig

Stuttgart (AP) Eine Krebserkrankung in der Schwangerschaft ist für Patientinnen und Ärzte medizinisch und ethisch eine extreme Situation. Denn viele Therapien, die das Leben der Mutter retten können, sind für das Ungeborene gefährlich, wie Henning Popp vom Münchner Klinikum Großhadern in der «Deutschen Medizinischen Wochenschrift» berichtet. So sei eine Bestrahlung in der Regel nicht möglich. Bei einer Chemotherapie müsse geprüft werden, ob die Wirkstoffe über den Mutterkuchen ins Blut des Ungeborenen gelangen könnten. Denn dann drohten eine Fehlgeburt oder Fehlbildungen.

Bei anderen modernen Krebsmedikamenten seien die Ärzte vorsichtig, weil sie die Wirkung auf das Ungeborene noch nicht kennen, erklärt der Mediziner. Auch Krebsoperationen stellten für das Kind ein gewisses Risiko dar. Zu berücksichtigen sei ferner, dass einige Tumorerkrankungen die Plazenta schädigten. Beim Hautkrebs sei in Einzelfällen sogar ein Übergreifen auf das Ungeborene beobachtet worden. Einige Babys müssten deshalb nach der Geburt zur Früherkennung.

Auch die Diagnose der Erkrankung ist dem Experten zufolge erschwert: Eine Computertomografie verbiete sich wegen der hohen Strahlendosis. Die Kernspintomographie komme zwar ohne Röntgenstrahlung aus. Bestimmte Kontrastmittel, die normalerweise die Darstellung von Krebsgeschwulsten verbesserten, dürften allerdings bei Schwangeren nicht angewendet werden, da sie über den Mutterkuchen in den Blutkreislauf des Ungeborenen übertreten könnten.

Wenn möglich verschieben die Ärzte laut Popp die Krebstherapie auf die Zeit nach der Geburt. Auch eine frühzeitige Entbindung per Kaiserschnitt werde oft erwogen. Sei dies nicht möglich und hänge das Leben der Mutter von der sofortigen Therapie ab, sei unter Umständen ein Abbruch der Schwangerschaft erforderlich.

Nach Angaben des Mediziners werden Krebserkrankungen in der Schwangerschaft immer häufiger, da immer mehr Frauen im höheren Alter Kinder bekommen. Jede fünfte Schwangere sei heute über 35 Jahre alt und damit in einem Alter, in dem die Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen an Brust, Eierstock, Gebärmutterhals, Schilddrüse oder Darm steige, erklärt der Mediziner. Auch ein schwarzer Hautkrebs, Lymphdrüsenkrebs und Blutkrebs seien möglich.

20.02.09

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