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Hautpflege bei Neurodermitis

Die Ratschläge des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK) sollen Ihnen helfen, den Zustand Ihrer Haut oder der Haut Ihres Kindes bei bestehender Neurodermitis zu bessern:

Nehmen Sie sich für die Hautpflege bewusst Zeit. Am besten integrieren Sie sie in Ihren festen Tagesablauf. Mit einer regelmäßigen Hautpflege vermeiden Sie das Eindringen von Schweiß in kleine Hautrisse und verringern auch dadurch den Juckreiz.

  • Verwenden Sie morgens und abends rückfettende Salben (Basissalben oder Cremes). Durch sanftes Einsalben können Sie Kratzen verhindern.
  • Eine zarte Massage fördert die Hautdurchblutung und wird meist als angenehm empfunden. Bürstenmassagen können bei nicht gereizter Haut belebend wirken (SABA: 1. Salben, 2. Bürsten, 3. Abreiben). Legen Sie sich geeignete Verbände und Wäsche zur Salbenanwendung, z. B. eine bestimmte Nachtwäsche, bereit.
  • Ist die Haut unelastisch und gespannt, so setzen Sie Präparate mit einem hohen Flüssigkeitsanteil ein. Manchmal können auch fett-feuchte Verbände helfen. Dazu werden Salben aufgetragen und anschließend kann die Haut z. B. mit einem in der Apotheke erhältlichen Schlauchverband, der angefeuchtet wurde, überzogen werden. Dabei wird die Haut zum einen rückgefettet, zum anderen kann durch die Dochtwirkung des feuchten Verbands (die Feuchtigkeit wird aus der Haut gesogen; im Prinzip, wie beim Docht der Kerze) die Entzündungswärme der Haut entweichen. Der kühlende Effekt wird meist als angenehm empfunden. An der Münchener Hautklinik der Technischen Universität wurden mit dieser Methode in wissenschaftlichen Untersuchungen Besserungen bei Neurodermitiskindern nachgewiesen.
  • Wenn sich die Haut wie Papier oder Leder anfühlt, verwenden Sie Salben mit einem hohen Fettanteil. Diese werden auch bei rissiger und spröder Haut eingesetzt. Sehr fette Cremes und Salben brauchen Sie meist nur auf die betroffenen Hautstellen aufzutragen. Bei offenen Stellen bieten sich zinkhaltige Pasten oder antiseptische bzw. antibiotikahaltige Cremes an. Sie verhindern weitere Hautentzündungen, die durch bakterielle Besiedlungen entstehen können. Sind frische, akute Hautentzündungen vorhanden, so dürfen Sie diese nicht einfetten. Verwenden Sie besser feuchte Umschläge (z. B. mit schwarzem Tee) oder Schüttelmixturen. Tragen Sie die Präparate nicht zu dick auf.
  • Sind Sie unsicher, ob ein neues Präparat vertragen wird, können Sie zunächst probeweise eine kleine Hautstelle über einige Tage damit behandeln. Bei neuen Präparaten können Sie durch einen Halbseitenversuch testen, ob das neu verwandte Präparat besser wirkt als die bisher eingesetzten. Dazu wird beispielsweise der linke Arm mit dem alten und der rechte Arm mit dem neuen Präparat für einige Tage behandelt und anschließend die Wirkung verglichen.
  • Hautschälkuren, z. B. wegen Akne, sollten Sie möglichst nicht anwenden. Produkte mit hohen Paraffin- oder Vaselinanteilen sollten Sie in der Hautpflege wenig einsetzen. Regelmäßiges Kürzen der Nägel kann das Aufkratzen der Haut erschweren.
  • Entspannung (kann auch durch Entspannungsverfahren wie autogenes Training und ähnliche Verfahren bereits bei Kleinkindern eingeübt werden) lindert meist den Juckreiz. Entspannungsverfahren sollten eingeübt werden, da sie meist in den ersten Wochen noch zu ungewohnt sind und daher noch nicht ausreichend entspannend wirken können.
  • Achten Sie in Wohnräumen auf einen relativen Luftfeuchtigkeitsgehalt von ca. 20 bis 65 %, eine ausreichende Belüftung sowie eine Raumtemperatur von 15 bis 20 °C.
  • Beachten Sie auch die Verfallsdaten der Produkte. Durch lange oder unsachgemäße Lagerung werden diese ranzig und nehmen eine gelblich-graue Farbe an. Es können auch chemische Veränderungen auftreten. Der Inhalt von geöffneten Tuben oder Töpfen sollte nach maximal sechs Monaten weggeworfen werden. Präparate in Dosen und Tuben können nach dem Anbruch von Mikroorganismen (Pilzen und Bakterien) besiedelt werden. Dies geschieht bei Tuben seltener als bei Dosen, da wegen der kleineren Öffnung weniger Keime eindringen können. Tuben und kleinere Portionsdöschen sind deshalb in der Handhabung praktischer und hygienischer. Wählen Sie einen kühlen Aufbewahrungsort (besonders im Sommer eignet sich der Kühlschrank, die kühlende Wirkung wird meist als angenehm empfunden) für die Hautpflegemittel, in einer warmen Umgebung wachsen Mikroorganismen besonders gut. Wenn Sie sich in wärmeren Gegenden aufhalten, können Sie die Medikamente und Salben mit Alufolie oder Kühlelementen vor Licht- und Wärmeschäden schützen.
  • Greifen Sie auch nie mit den Fingern direkt in den Salben- oder Cremetopf, da sich an den Händen bei jedem Menschen zahlreiche Mikroorganismen befinden, die sich dann im Salbentopf vermehren und später besonders an offenen Hautstellen Infektionen auslösen oder begünstigen können. Daher immer einen Spachtel oder Löffel zum Herausnehmen der Salbe/Creme nehmen.

Wie viel Salbe/Creme wird benötigt?

Ein Salbenstrang von ca. 1,5 cm reicht für eine Hautfläche von etwa 17 cm2 (entspricht etwa der Fläche einer großen Hand).

Einige Cremes könnten Kontaktallergien auslösen

Es ist möglich, dass auch sog. Naturheilmittel wie Ringelblume, Kamille und insbesondere Teebaumöl, wenn es längere Zeit gestanden hat (es reichen schon wenige Wochen), oft Kontaktallergien auslösen können. Diese entstehen oft erst nach längerer Anwendung, manchmal sogar erst nach Jahren. Insofern sollte bei Anwendung dieser Mittel und gleichzeitiger Verschlechterung des Hautbildes auch immer an eine Allergie gegen das angewandte Mittel gedacht werden, auch wenn es vorher lange Zeit vielleicht sogar lindernd gewirkt hat. Dann sollte ggf. ein Allergologe aufgesucht werden, der durch entsprechende Hauttestungen den verantwortlichen Stoff herausfinden kann. Das ist auch deshalb wichtig, da sich der Stoff, gegen den sich die Allergie (=Kontaktallergie) richtet, auch in anderen Cremes oder Salben befinden kann und diese dann natürlich auch gemieden werden müssen.

Quelle: Allergikus 01/2014

04.06.14

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