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Hautpflege während der Strahlentherapie

Während der Bestrahlungszeit ist auch die Haut der Patientinnen einer erhöhten Belastung ausgesetzt. Deswegen ist es wichtig alles zu vermeiden, was die Haut zusätzlich reizt. Prof. Dr. Frederik Wenz, Mannheim, erläutert im Interview, worauf es bei der Hautpflege während der Strahlentherapie ankommt.

Welche Auswirkungen kann die Bestrahlung auf die Haut haben?

Das hängt zunächst einmal stark von der Dosis der Bestrahlung ab. Die Auswirkungen reichen von einer leichten Hautrötung bis hin zu oberflächlichen Verbrennungen.

Wie kommt es zu Hautirritationen während der Bestrahlung?

Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Entzündungsreaktion der Haut, vergleichbar mit einem Sonnenbrand. Wie stark die Haut auf die Bestrahlung reagiert, ist von Patientin zu Patientin unterschiedlich. Wobei man nicht sagen kann, wenn eine Frau leicht Sonnenbrand bekommt, dass sie gleichzeitig auch strahlenempfindlich ist. Da besteht keine Korrelation.

Worauf sollten Patientinnen bei der Pflege der Haut achten?

Früher ist man davon ausgegangen, dass die bestrahlte Haut so wenig wie möglich mit Wasser in Kontakt kommen sollte. Diese Auffassung vertritt man heute nicht mehr. In vielen Fällen ist es eindeutig besser, die Haut täglich zu reinigen, damit sich kein Stau von Hautschuppen bildet. Speziell im Bereich der Brust empfehlen wir heute die tägliche Reinigung. Dafür sollten lauwarmes Wasser und milde Seifen verwendet werden. Wenn die bisherigen Hautpflegeprodukte die Haut reizen, sollte die Patientin lieber auf andere Produkte zurückgreifen. Hautpflege mit Babyreinigungsmitteln oder medizinischen Hautprodukten, die rückfetten und Feuchtigkeit spenden, empfinden Betroffene als angenehm.

Darf die Frau wie gewohnt duschen oder müssen bestimmte Bereiche ausgespart werden?

Ja, die Frauen können wie gewohnt duschen. Sie sollten allerdings darauf achten, dass sie die Haut durch zu langes Duschen nicht einweichen und dass sie keine aggressiven Reinigungsprodukte verwenden. Und die Farbmarkierungen der Strahlentherapie sollten erhalten bleiben.

Worauf sollte die Patientin in der Zeit der Bestrahlung verzichten?

Auf Deo sollte bei der Körperhygiene verzichtet werden, weil das die Haut zusätzlich reizen kann. Während der Bestrahlung sollten Raucherinnen ihren Zigarettenkonsum verringern oder das Rauchen sogar ganz aufgeben. Studien haben mittlerweile belegt, dass mit dem Rauchen die Haureaktion deutlich erhöht ist. Auch Medikamente, die begleitend zur Therapie eingenommen werden, können Hautirritationen verstärken. Dazu gehört Johanniskraut. Eng anliegende, mechanisch reizende Kleidung sollten die Frauen auch eher meiden. Am besten eignet sich während der Zeit der Bestrahlung lockere Kleidung, aus natürlichen Materialien, wie Baumwolle, Leinen oder Seide. Auf das Tragen eines BHs sollte verzichten werden, wenn es zu Hautreizungen kommt. Ein Fön, Wärmekissen oder Coldpacks sollten auch nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Strahlentherapeuten mit der bestrahlten Haut in Berührung kommen.

Welche Behandlungsmethoden kommen bei Hautirritationen infrage?

Das hängt zunächst von der einzelnen Patientin ab. Zunächst muss eine sorgfältige Diagnose gestellt werden, dazu gibt es in den strahlentherapeutischen Abteilungen auch Hautpflegeambulanzen. Häufig kommen Tinkturen zum Einsatz, welche die Haut trocknen oder desinfizieren. Je nach Fall kann es auch sinnvoll sein, die Haut mit öligen Substanzen zu behandeln. Wichtig ist es, zu vermeiden, dass die Kleidung zu sehr auf der Haut reibt. Die Patientin sollte Luft an die Haut lassen und darauf achten, dass es nicht zu Infektionen kommt. Dafür können dann auch mal Präparate eingesetzt werden, die Kortison und Antibiotika enthalten. Wenn die Strahlentherapie beendet ist, heilen die Hautirritationen sehr schnell wieder ab. Es bleiben auch keine Narben oder ähnliches zurück.

Kann die Patientin vorbeugende Maßnahmen ergreifen?

Es ist nicht wirklich möglich, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Ein Risikofaktor für Hautirritationen ist das Rauchen und Übergewicht. Gerade im Bereich der Brust haben Patientinnen mit Übergewicht ein erhöhtes Risiko für Hautirritationen. Allerdings ist es nicht empfehlenswert innerhalb von kurzer Zeit Gewicht zu verlieren. Bei der Bestrahlungsplanung ist es wichtig, dass die Strahlentherapeuten darauf achten, sog. Dosisspitzen oder Hotspots zu vermeiden. I. d. R. achten die Strahlentherapeuten automatisch darauf. Durch die entsprechende Wahl der Bestrahlungstechnik der Einstrahlwinkel kann man vermeiden, dass in der Haut Dosisspitzen auftreten. Dadurch kann der Tumor in der Tiefe mit einer hohen Dosis bestrahlt werden. Gleichzeitig kommt es an der Hautoberfläche nur zu einer niedrigen Eintrittsdosis. Im Sommer sollte die Haut nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, um einen Sonnenbrand zu vermeiden.

Quelle: Leben? Leben! 1/2015

22.06.17

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