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Hautpflege im Winter

Die menschliche Haut ist im Winter trockener als im Sommer. Der Grund: Bei niedrigen Temperaturen produzieren die in ihr befindlichen Talgdrüsen weniger Fett. Das kann schon bei Menschen, die nicht von einer atopischen Erkrankung betroffen sind, zu Juckreiz führen. Menschen mit Neurodermitis, Psoriasis oder anderen Hautproblemen, die mit Hauttrockenheit einhergehen, ist es deshalb in der kalten Jahreszeit umso wichtiger, darauf zu achten, dass die Haut nicht zu sehr austrocknet.

Trockene Haut wird noch trockener, wenn man häufig badet oder duscht. Denn das Wasser sowie Duschbäder oder Seifen entfernen nicht nur den Schweiß und schlechte Gerüche, auch ein Teil des die Haut bedeckenden Fettfilms wird abgetragen. Natürlich sollten Menschen mit Neurodermitis, Psoriasis oder anderen Hautproblemen sich regelmäßig waschen, damit keine Krankheitserreger in die vorgeschädigte Haut eindringen und Entzündungen oder gefährlichere Infektionen hervorrufen. Einmal täglich duschen für maximal fünf Minuten ist i. d. R. ausreichend. Häufiger und länger sollten sie gerade im Winter nicht duschen, oder baden. Baden trocknet die Haut noch stärker aus, vor allem, wenn man das heiße Bad so lange ausdehnt, bis die Haut richtig aufgeweicht ist.

Verwenden Sie zum Waschen keine Seife oder andere Reinigungsmittel, deren pH-Wert über dem des natürlichen Säureschutzmantels der Haut liegt. Diese greifen den Säureschutzmantel vor allem vorgeschädigter Haut an, der sich bei Neurodermitis oder Psoriasis nicht in jedem Fall innerhalb von Stunden wieder vollständig erholt, wie er es sonst bei Menschen ohne Hautprobleme im Allgemeinen tut. Am günstigsten sind pH-neutrale Reinigungsmittel, die u. a. als Waschlotion, Duschbad oder gel erhältlich sind. Auch sollten Reinigungsmittel für die Haut keine Duft oder andere Zusatzstoffe enthalten, die die Haut noch zusätzlich reizen. Achten Sie deshalb auf die Liste der Inhaltsstoffe auf der Packung. Für Kinder mit Neurodermitis und Psoriasis gilt dies ebenfalls.

Besonders günstig bei Neurodermitis oder Psoriasis sind Ölbäder, denn diese wirken rückfettend auf die Haut. Einen Waschlappen sollte besser nicht verwendet werden, denn dieser kann die Haut zusätzlich reizen.

Zwiebellook statt des dicken Pullovers

Viele Menschen mit Neurodermitis oder Psoriasis haben im Winter Probleme mit dem ständigen Wechsel von warm zu kalt und umgekehrt. Sie geraten leicht ins Schwitzen, wenn sie ins Warme kommen, was die Hautprobleme und den Juckreiz verstärken kann. Deshalb ist es für sie sinnvoll, anstelle eines dicken Pullis und einer Jacke mehrere Schichten dünnerer Kleidung übereinander zu tragen (sog. Zwiebellook). Bei einem Temperaturwechsel können sie dann leicht eine Schicht ablegen oder wieder anziehen, abhängig davon ob ein Wechsel in die Wärme oder Kälte erfolgt.

Die Kleidung sollte zudem nicht zu eng anliegen und aus reizarmen Fasern (z. B. Baumwolle) bestehen. Wollpullover sind nicht günstig, weil sie kratzen und den Juckreiz verstärken, Kleidung aus synthetischen Fasern lässt den Schweiß u. U. nicht durch, wodurch sich wiederum die Hautprobleme verstärken. Manche Menschen mit Neurodermitis haben Probleme mit dem Tragen von Stiefeln. U. U. kann es helfen, zwei Paar Socken zu tragen, von denen das untere aus reiner, möglichst unbehandelter Baumwolle besteht.

Cremen, cremen, cremen

Da die Haut im Winter weniger Fett produziert, muss ihr bei Neurodermitis und Psoriasis Fett zugeführt werden. Neben der Anwendung der Basistherapie (also i. d. R. vor allem der topischen Therapie mit Cremes, die bestimmte Wirkstoffe enthalten) sollte die Haut daher auch immer dann mit geeigneten Mitteln eingecremt werden, wenn sie besonders stark ausgetrocknet wirkt, heftig juckt oder schuppt. Im Winter werden i. d. R. andere Mittel verwendet als im Sommer. Während die Haut im Sommer mit sog. Öl-in-Wasser-Emulsionen (z. B. Pflegemilch) gepflegt wird, weil diese weniger Fett enthalten, kann es gut sein, dass im Winter die fettreicheren Wasser-in-Öl-Emulsionen günstiger sind, nach deren Anwendung die Haut im Sommer meistens stärker schwitzt. Reines Fett (z. B. Vaseline) ist jedoch auch im Winter eher ungeeignet.

Es sollte darauf geachtet werden, dass Creme, Salbe oder Lotion keine Duft-, Farb- oder anderen Zusatzstoffe enthält, die die Haut reizen könnten. Diese sollte nach dem Baden, Duschen oder Waschen auf die Haut aufgetragen werden. Am günstigsten ist es, wenn der Körper beim Auftragen noch leicht feucht ist. Die Creme sollte auch auf die nicht von Psoriasis oder Neurodermitis betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Auch in den Phasen, in denen die Haut vergleichsweise beschwerdefrei ist, sollte sie eingecremt werden. Die Haut von Menschen mit atopischen Erkrankungen braucht immer Pflege.

Wie oft die Haut eingecremt wird, muss der Betroffene selbst entscheiden. Hautregionen, die häufiger mit Wasser in Berührung kommen (z. B. die Hände durch regelmäßiges Händewaschen), sollten in jedem Fall noch häufiger eincremen, als andere Hautbereiche.

Quelle: Allergikus 4/2014

08.04.15

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