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Herpes effektiv behandeln

Häufig beginnt die Haut an den Lippen zu spannen, lange bevor die ersten Herpesbläschen zu sehen sind, die sich dann entzünden und eitern. Dies ist meist schmerzhaft und sollte behandelt werden. Dr. Jörg Tittelbach, Universitätsklinikum Jena, erklärt, wann welche Behandlung sinnvoll ist und wann Betroffene einen Arzt aufsuchen sollten.

Wer kann an Herpes erkranken?

Grundsätzlich kann Herpes jeden treffen. Patienten, deren Immunsystem weniger aktiv ist – etwa durch Stress, eine Erkältung oder andere Infektionen wie etwa HIV – sind häufiger betroffen.

Warum entgehen manche Menschen ihr ganzes Leben einer Herpesinfektion?

Man muss zwischen Infektion, also dem Anstecken und dem Erkranken unterscheiden. Bei Herpes simplex Typ 1 beträgt der Anteil derer, bei denen nach einer Ansteckung Antikörper im Blut nachgewiesen werden können mehr als 85 %, z. T. sogar bis zu 95 %. Erkranken muss man daran aber weder bei Erstinfektion noch später. Bei den meisten Personen ist das Immunsystem gut in der Lage, die Viren, die meist ein Leben lang im Körper bleiben, gut in Schach zu halten. Nur bei einigen Betroffenen kommt es immer wieder dazu, dass das Immunsystem den Viren keine ausreichende Gegenwehr entgegensetzt, sodass es zu einem Ausbruch kommt. Etwa bei Infekten oder in Stresssituationen.

An welchen Stellen am Körper kann Herpes auftreten?

Am häufigsten im Gesichtsbereich, seltener im Genitalbereich. Aber prinzipiell kann das Virus an jeder Körperstelle auftreten. Bei vorbestehenden Ekzemen ist Herpes auch am gesamten Körper möglich. Dies wird dann Ekzema herpeticatum genannt.

Wie gefährlich ist Herpes?

Die reine Hautmanifestation ist meist harmlos. Gefährlicher sind die Ausbreitung auf den ganzen Körper (Ekzema herpeticatum), auf das Auge (Herpes simplex corneae) oder das Gehirn (Herpesenzephalitis).

Wie wird Herpes behandelt?

Ein lokal begrenzter Lippenherpes erfordert nicht unbedingt eine Therapie mit einem Virustatikum, also einem Wirkstoff, der die Vermehrung von Viren hemmt. Das Auftragen einer Creme mit dem Wirkstoff Aciclovir sollte aber, wenn möglich, zeitig erfolgen, da der Wirkstoff in die Virusvermehrung eingreift. Für einen begrenzten Befund eignen sich eher austrocknende Mittel, die das Aufplatzen der Bläschen verhindern, damit sich nicht in der Folge noch eine bakterielle Infektion der Wundfläche ergibt. Es gibt auch Hinweise, dass die lokale Anwendung von Hitze einen positiven Effekt sowohl bei Lippen- als auch bei Genitalherpes haben kann. Bei großflächigen oder wiederkehrenden Befunden sollte man einen Dermatologen aufsuchen und sich beraten lassen. Dieser wird möglicherweise eine innerliche Therapie mit virushemmenden Wirkstoffen verordnen.

Welche Wirkstoffe enthalten die Salben?

Der häufigste eingesetzte Wirkstoff ist Aciclovir. Es hemmt genau wie der ebenfalls eingesetzte systemische Wirkstoff Valaciclovir die Virusvermehrung. Darüber hinaus kann Zink zum Austrocknen eingesetzt werden.

Was können Betroffene zusätzlich tun, um die Beschwerden zu lindern?

Da manchmal intensive Sonnenbestrahlung einen Lippenherpes provoziert, sollte UV-Schutz in diesem Bereich erfolgen, etwa beim Skifahren oder im Sommer. Im feuchten Stadium eigenen sich austrocknende Lösungen, aber kein Fett. Im Krustenstadium hilft dagegen eine fettige Pflege.

Wann sollten Betroffene zum Arzt gehen?

Bei großflächigen oder immer wiederkehrenden Beschwerden, die häufiger als viermal im Jahr auftreten.

Herpes simplex Typ 1 und Typ 2

Für Herpes sind der Herpes simplex Typ 1 (HSV-1) und Typ 2 (HSV-2) verantwortlich. Überwiegend ist HSV-1 für Lippenherpes verantwortlich und HSV-2 für Genitalherpes. Zur Herpesvirusgruppe zählen noch sechs weitere Erreger, die jedoch klinisch andere Krankheitsbilder verursachen, wie z. B. Gürtelrose oder Pfeiffersches Drüsenfieber.

Das HSV-1-Virus wird über oralen Kontakt mit Sekreten oder engen körperlichen Kontakt meist schon in der Kindheit übertragen. Das HSV-2-Virus wird meist über Tröpfchen- oder Schmierinfektion, z. B. beim Küssen oder dem Geschlechtsverkehr übertragen

Quelle: Patient und Haut 1/2016

16.06.16

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