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Therapie eines Herzinfarkts

Ein Herzinfarkt ist ein akutes, lebensbedrohendes Ereignis. Die Therapie sollte daher so schnell wie möglich erfolgen. Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Wichtig ist es, bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort den medizinischen Notdienst über die Telefonnummer 112 zu verständigen. Die medizinische Erstversorgung besteht u. a. aus Sauerstoffzufuhr, Schmerzmitteln und Wirkstoffen, die die Blutgerinnung hemmen. Zusätzlich werden die Vitalfunktionen des Patienten überwacht.

Herzinfarkt-Patienten werden zunächst auf einer Intensivstation behandelt

Patienten mit Herzinfarkt werden zunächst auf einer Intensivstation rund um die Uhr überwacht und medizinisch versorgt. In den USA wird diese medizinische Versorgung bei Verdacht auf Herzinfarkt in sog. Chest Pain Units (CPUs) vorgenommen. Diese hochspezialisierten Zentren gibt es zunehmend auch an deutschen Kliniken.

Bei einem Herzinfarkt ist eines der Herzkranzgefäße blockiert. Die Blutversorgung des Herzmuskels ist unterbrochen. Dadurch wird das Muskelgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und stirbt ab. Ziel der Therapie ist es, das verschlossene Gefäß zu öffnen und somit die Blutversorgung wiederherzustellen (sog. Reperfusionstherapie).

Akuttherapie nach einem Herzinfarkt

Die Auflösung des Verschlusses (Thrombus) kann z. B. medikamentös erreicht werden. Bei der sog. Thrombolysetherapie (auch Lysetherapie genannt) wird ein Medikament injiziert, das den Thrombus direkt auflöst oder körpereigene Mechanismen zur Auflösung auslöst. Diese Therapie ist in den ersten Stunden nach dem Infarkt am effektivsten.

Bei der Perkutanen Transluminalen Coronaren Angioplastie (PTCA) handelt es sich um ein Verfahren zur Öffnung des Herzkranzgefäßes im Rahmen einer Herzkatheterisierung. Zur Erweiterung wird das Gefäß mithilfe eines aufblasbaren Ballonkatheters aufgedehnt (sog. Ballondilatation). Zur Stabilisierung des Gefäßes kann zusätzlich eine Gefäßstütze (sog. Stent) eingesetzt werden. Bei einigen Patienten kann auch die Umgehung der Engstelle z. B. durch eine transplantierte Vene notwendig werden. Dieser sog. Bypass wird in einer Operation eingesetzt und führt das Blut dauerhaft an dem Verschluss vorbei.

Rehabilitation und langfristige Therapie

Nach dem Krankenhausaufenthalt schließt sich meist eine Rehabilitationsphase an. Hier werden z. B. Bewegungstherapie und psychische Betreuung angeboten. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten bietet die optimale Grundlage für eine erfolgreiche Herzinfarkt-Prophylaxe. Hierbei gilt es, möglichst viele Risikofaktoren zu eliminieren. Ein mit dem Arzt abgestimmtes Herz-Kreislauf-Training sollte in jedem Fall dabei sein. Hierzu eignen sich z. B. Walking, Wandern, Radfahren oder Schwimmen. Wichtig ist ebenfalls der Verzicht auf Nikotin. Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette können mit einer gesunden, fettreduzierten Ernährung positiv beeinflusst werden.

Außerdem werden, um die Gefahr eines erneuten Infarkts zu reduzieren, Medikamente wie Beta-Blocker, Nitrate und Gerinnungshemmer gegeben. Darüber hinaus können Blutfettwerte (z. B. mit Statinen) und erhöhter Blutdruck (z. B. durch ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten) korrigiert werden, um einem neuen Herzinfarkt vorzubeugen.

Antje Habekuß

11.06.14

Therapie
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