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TAVI: schonende Herzklappen-Implantation für COPD-Patienten

Auch Patienten, die an COPD leiden, profitieren immer mehr von den Entwicklungen der Herzmedizin: Neue Studien und Registermeldungen unterstützen den Einsatz der minimalinvasiven, schonenden Katheter-basierten Aortenklappen-Implantation (TAVI) bei allen Hochrisikopatienten. Diese relativ junge Methode erlaubt bei alten Patienten und bei Patienten mit hohem Operationsrisiko den Ersatz der Aortenklappe durch eine Prothese, ohne dass sie sich einer offenen Operation an der Herz-Lungenmaschine unterziehen müssen. Darüber informiert die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e. V. (DGK).

Die Einjahres-Überlebensrate mit TAVI war in der neuesten Studie im Vergleich zur konventionellen Operation signifikant höher. Das berichtete der DGK-Präsident Prof. Dr. Christian W. Hamm.

Einsatz der Herz-Lungen-Maschine nicht erforderlich

Bei einer TAVI wird eine faltbare Herzklappenprothese mittels Katheter in das Herz eingesetzt. Die Klappenprothese wird dabei in die eigene verkalkte Herzklappe des Patienten gesetzt. Der Eingriff erfolgt bei schlagendem Herzen, wodurch die Herz-Lungen-Maschine nicht erforderlich wird. Verschiedene Datenquellen zeigen, dass diese Methode in Deutschland bereits breite Anwendung findet (2013 ca. 10.500 Eingriffe) und hauptsächlich bei Patienten zum Einsatz kommt, die für die konventionelle Operation nicht infrage kommen. Prof. Hamm: „Die Zahl der herzchirurgischen Eingriffe ist über die letzten Jahre weitgehend konstant geblieben, sodass TAVI eine zusätzliche Therapieoption für Patienten darstellt, die bisher nicht behandelt werden konnten.“ Gegenwärtig werden rund 60 % der TAVI-Eingriffe an Patienten im Alter über 80 vorgenommen und etwas über 30 % bei 70- bis 80-Jährigen. Gleichzeitig werden aber in dieser Altersgruppe nach wie vor knapp die Hälfte der Patienten konventionell am offenen Herzen operiert.

Die TAVI-Methode eignet sich gut für Patienten, die auch an COPD leiden

2012 waren laut Angaben eines Instituts TAVI-Patienten im Durchschnitt 80,3 Jahre alt und litten zu einem wesentlich höheren Prozentsatz an Komorbiditäten wie Diabetes, COPD oder eingeschränkter Nierenfunktion als Personen, bei denen eine offene Operation am Herzen durchgeführt wurde. Diese Patientenauswahl entspricht weitgehend den auf den europäischen leitlinienbasierenden Empfehlungen der DGK, so Prof. Hamm.

Die TAVI-Prozedur ist ein anspruchsvoller Eingriff, der eine hohe Expertise und Qualifikation verlangt, sagt Prof. Hamm: „Neben der Indikationsstellung widmet sich die DGK deshalb auch der Frage, welche Qualifikation die Teams, Abteilungen und Krankenhäuser vorweisen sollten, die TAVIs durchführen. Die Kriterien werden derzeit von einer Kommission entwickelt, die im Sommer ein Positionspapier vorlegen wird.“

Quelle: COPD und Asthma 2/2014

17.11.14

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