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Hilfsmittel für den Alltag

Hilfsmittel für den Alltag gleichen Funktionsdefizite des Körpers aus, die z. B. infolge von Bewegungseinschränkungen bei MS entstehen. Sie erleichtern u. a. die Körperpflege, das An- und Ausziehen, Essen und Trinken, aber auch das Aufheben von Gegenständen.

Die Kosten vieler Hilfsmittel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen – vorausgesetzt, der Arzt bescheinigt die medizinische Notwendigkeit und das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherungen führt es auf. Allerdings müssen die Versicherten sich in i. d. R. mit einem Betrag an den Kosten des jeweiligen Hilfsmittels beteiligen. Fällig werden i. d. R. 10 % der Kosten – wenigstens fünf Euro, maximal zehn Euro, nicht jedoch mehr, als das Hilfsmittel kostet.

Körperpflege und Nahrungsaufnahme

Zur Körperpflege gibt es zahlreiche Hilfsmittel. So erleichtert ein Duschstuhl Menschen, die nicht über einen längeren Zeitraum stehen können, das Duschen. Für die Badewanne gibt es ebenfalls Sitzhilfen. Antirutschmatten oder -aufkleber für die Dusche oder Badewanne verringern die Gefahr des Ausrutschens. Griffe neben der Toilette helfen beim Aufstehen. Eine Duschbürste mit langem Stiel kann zur Reinigung von Körperregionen genutzt werden, die nicht ohne Weiteres mit den Händen erreicht werden können. Eine Nagelbürste mit Saugnäpfen, die z. B. am Waschbecken befestigt wird, hilft beim Reinigen der Nägel, wenn eine herkömmliche Nagelbürste nicht festgehalten werden kann. Eine elektrische Zahnbürste erleichtert das Zähneputzen z. B. bei Koordinationsstörungen. Ein Badewannenlift trägt dazu bei, dass Menschen mit Bewegungseinschränkungen in die Badewanne gelangen.

Auch beim Essen und der Nahrungszubereitung können Hilfsmittel MS-Erkrankten nützlich sein, um so lange wie möglich selbstständig zu bleiben. So gibt es Bestecke mit dickeren Griffen, die das Greifen erleichtern, Löffel, die mit einer Vorrichtung an der Hand befestigt werden, damit sie zum Mund geführt werden können, oder Löffel bzw. Gabeln mit abgewinkeltem Griff. Strohhalme vereinfachen das Trinken. Sie können (z. B. mit einer Büroklammer) am Glasrand befestigt werden, damit sie nicht wegrutschen. Fürs Schneiden oder Schmieren von Broten gibt es Festhaltevorrichtungen, die diese Tätigkeiten mit einer Hand erlauben.

Ankleiden und Bewegen

Manche Menschen mit MS haben Probleme, sich zu bücken und z. B. Socken anzuziehen. Dafür gibt es spezielle Sockenan- und -ausziehhilfen, mit denen das Strumpfanziehen möglich ist, ohne den Fuß zu heben oder sich zu bücken. Wer Probleme mit dem Schließen und Öffnen von Knöpfen hat, sollte auf Kleidungsstücke ohne Knöpfe umsteigen bzw. Knöpfe durch Klettverschlüsse ersetzen. Schuhe gibt es ebenfalls mit Klettverschluss oder zum Hineinschlüpfen.

Bei Schwierigkeiten mit dem Gehen bieten sich – nicht nur in der Wohnung – Gehhilfen (Stöcke, Rollatoren) an. Auch ein Rollstuhl gilt als Hilfsmittel. Fürs Aufheben von Gegenständen sind Greifhilfen mit langem Stiel erhältlich. Rollläden, Lichtschalter und der Fernseher lassen sich mithilfe von Fernbedienungen an- und ausschalten bzw. hoch- oder herunterlassen. Es gibt zudem die Möglichkeit, Bewegungsmelder zu installieren, die z. B. das Licht anschalten. Auch durch Sprache lassen sich Licht und andere elektrische Geräte in der Wohnung bereits steuern. Türen lassen sich statt mit dem Schlüssel durch spezielle Schlüsselkarten (z. B. mit integriertem Chip, der nur vor das Schloss gehalten werden muss) öffnen. Auch die Heizung kann elektronisch gesteuert werden.

Quelle: Befund MS 1/2016

14.06.16

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