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Hilfsmittel bei COPD

Für die Atemwegstherapie bei chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erstatten. Einzig ein gewisser Anteil der Kosten (10 % des Abgabepreises, wenigstens fünf Euro, maximal zehn Euro) muss bei Verordnung des jeweiligen Hilfsmittels durch den Arzt selbst getragen werden.

Zu diesen Hilfsmitteln gehören Inhalationshilfen wie Medikamentenvernebler für die unteren oder die oberen Atemwege, Kammersysteme oder Spacer, aber auch Atemtrainer oder ein Peak-Flow-Meter, mit dem Patienten die eigene Lungenfunktion messen können. Daneben gehören Sauerstofftherapiegeräte, die vor allem bei COPD zum Einsatz kommen, oder CPAP-Geräte zur nächtlichen Überdruckbeatmung bei COPD und Schlafapnoe zu den erstattungsfähigen Hilfsmitteln. Welches Hilfsmittel wann sinnvoll ist, sollten Asthma- oder COPD-Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

PEP-Systeme: Hilfsmittel zum Abhusten des zähen Schleims

PEP-Geräte (engl.: Positive Expiratory Pressure; dt.: positiver exspiratorischer Druck) sind Geräte, bei denen Betroffene gegen einen positiven Druck ausatmen. Sog. oszillierende PEP-Systeme unterstützen den Abtransport des zähen Sekrets. PEP ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck „Positive Expiratory Pressure“. Auf Deutsch bedeutet dies „positiver exspiratorischer Druck“, d. h. die Betroffenen atmen gegen einen positiven Druck aus. Dies führt dazu, dass die erschlafften Lungenbläschen weniger leicht in sich zusammenfallen. Zudem entstehen beim Ausatmen Vibrationen, die das zähe Bronchialsekret von der Oberfläche der Atemwege lösen und ihn manchmal auch flüssiger machen. Dadurch kann dieser leichter abgehustet werden. Beim Abhusten helfen kann auch die Inhalation von physiologischer Kochsalzlösung, weil dadurch der Schleim in den Atemwegen flüssiger wird.

Inhalationshilfen, Atemtrainer, Peak-Flow-Meter

Inhalationshilfen sind eine große Hilfe beim Inhalieren von Medikamenten. So fällt es insbesondere Kindern und älteren Menschen nicht immer leicht, ein Dosieraerosol so zu benutzen, dass das Medikament auch wirklich in die Atemwege gelangt. Oft bleibt der Großteil des Wirkstoffs im Mund oder Rachen hängen. Ein sog. Spacer, ein Plastikaufsatz für das Dosieraerosol, schafft Abhilfe. Das Medikament gelangt nach dem Sprühstoß in den Spacer und kann von dort eingeatmet werden. Auch die sog. Vernebler helfen, Bronchien erweiternde oder schleimlösende Medikamente in die oberen und unteren Atemwege zu bringen. Sie eignen sich insbesondere für Kinder, die noch nicht in der Lage sind, andere Inhalationssysteme zu verwenden.

Peak-Flow-Meter

Mit dem Peak-Flow-Meter können COPD-Betroffene den Krankheitsverlauf überprüfen. Dieses Gerät misst, „wie weit die Atemwege sind“. Mithilfe des Peak-Flow-Wertes kann der Betroffene den Krankheitsverlauf einschätzen und schubartige Verschlechterungen erkennen. Das Peak-Flow-Meter ist ein handliches Gerät. Gemessen wird der höchste Wert der Atemstromstärke, der sog. Peak-Flow. Auf dem Markt sind mechanische und digitale Peak-Flow-Meter erhältlich.

Die mechanischen funktionieren nach dem Kolbenandruckprinzip. D. h., der Betroffene pustet über ein Mundstück in einen zylinderförmigen Hohlraum. Hinter dem Mundstück trifft sein Atem auf eine bewegliche Scheibe, die dadurch in Pusterichtung verschoben wird. Wie weit, hängt von der Atemstromstärke ab. Gleichzeitig wird auch ein Anzeigepfeil verschoben. Bei elektronischen Peak-Flow-Meter wird der ermittelte Wert auf einer elektronischen Anzeige in l/min dargestellt. Damit die Krankenkassen den Kaufpreis erstatten, muss der Arzt das Gerät verordnen.

Worauf sollten COPD-Betroffene bei der Anwendung achten?

Bei der Anwendung ist wichtig, dass der Betroffene sitzt oder steht, der Oberkörper also aufrecht ist. Anschließend wird die Messanzeige ganz nach unten geschoben und das Gerät waagrecht vor den Mund gehalten. Nun atmet der Betroffene möglichst tief ein, umschließt das Gerät mit den Lippen und atmet dann so kräftig und schnell, wie es geht, aus. Dies wird zwei- bis dreimal wiederholt. Der höchste Wert wird dann in ein Tagebuch eingetragen. Für die Messung ist wichtig, dass die Finger nicht den Anzeigepfeil behindern. Auch Husten, ein zu schwacher Atemstoß oder das Verschließen der sog. Auslassdüsen mit den Fingern führen zu Messfehlern. Vor der ersten Anwendung sollte man sich daher die richtige Anwendung von einem Arzt oder Apotheker zeigen lassen.

Atemtrainer

Atemtrainer gibt es in verschiedenen Ausführungen: etwa als Geräte, bei denen durchs Atmen Bälle bewegt werden. Mithilfe dieser Atemtrainer soll die normale Atemtätigkeit gestärkt werden. Daneben gibt es sog. PEP-Geräte, die nicht nur die Atemmuskulatur trainieren, sondern auch Schleim in den Bronchien lösen und das Abhusten erleichtern. PEP ist die Abkürzung für Positive Expiratory Pressure. Im Gerät gibt es einen Widerstand, gegen den der Patient beim Ausatmen anatmen muss. Dadurch kommt es zu einem positiven Druck in den Atemwegen, der sowohl die Bronchien erweitert als auch dazu beiträgt, den Schleim in den Bronchien zu lösen.

Sauerstofftherapiegeräte und CPAP-Beatmung

Ist der Sauerstoffwert im Blut bei COPD zu niedrig, kann u. U. eine Sauerstofftherapie nötig sein. Dafür ist ein Sauerstofftherapiegerät nötig, das der Arzt ebenfalls als Hilfsmittel verordnen kann. Solche Sauerstofftherapiegeräte gibt es für den stationären, aber auch für den mobilen Gebrauch, je nachdem, wann und zu welchem Zweck es zum Einsatz kommt. Geht mit einer COPD eine Schlafapnoe einher, verschreibt der Arzt u. U. ein Gerät zur nächtlichen Überdruckbeatmung, das die Atemwege offen hält, damit es nicht länger zu nächtlichen Atemaussetzern und den damit verbundenen Folgen für den Gesundheitszustand (u. a. erhöhter Blutdruck, Herzprobleme) kommt.

Weitere Hilfsmittel

Für COPD-Betroffene kann auch ein Pulsoximeter sinnvoll sein. Hiermit kann man messen, wie gut das Blut mit Sauerstoff gesättigt ist. Normal sind Werte zwischen 93 und 96 %. Auch Pulsoximeter können vom Arzt verordnet werden und werden unter bestimmten Umständen von der Krankenkasse bezahlt. Je nach körperlichem Zustand des Betroffenen können auch Rollatoren, Rollstühle, Duschhocker oder Greifarme sinnvoll sein. Die Kosten werden ganz oder teilweise von der Krankenkasse übernommen. Für Sauerstoff-Patienten gibt es auch Verlängerungen, mobile Sauerstoffsysteme oder spezielle Rucksäcke für den Transport der Sauerstoffsysteme.

Quellen:
allergikus 2/2017
COPD und Asthma 1/2017

25.10.17