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Welche Hilfsmittel werden zur Therapie der Schlafapnoe eingesetzt?

Wird Schlafapnoe entsprechend behandelt, können sowohl die Beschwerden als auch Begleit- oder Folgeerkrankungen vermieden werden. Für die Behandlung stehen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung. Häufig wird eine spezielle Atemmaske eingesetzt.

Nach der Ursache werden zentrale und obstruktive Apnoen unterschieden. Bei der zentralen Schlafapnoe verursacht das Gehirn die Atemaussetzer. Dieses vergisst nämlich zu atmen und denkt erst wieder daran, wenn der Sauerstoff im Blut unter einen bestimmten Wert sinkt. Die häufigere Form ist jedoch die sog. obstruktive Apnoe, bei der die Atemwege verengt sind. Das Gehirn sendet den Impuls zum Luft holen, aber die Kraft der Atemmuskeln reicht aufgrund des großen Widerstands nicht aus. Im Blut sinkt der Sauerstoffgehalt, während der Kohlendioxidgehalt zunimmt. Diese Vorgänge alarmieren den Körper. Die Aktivität wird hochgeregelt und der Betroffene wacht auf. der Manchmal liegt auch eine Mischform aus zentraler und obstruktiver Schlafapnoe vor.

Bei der zentralen Schlafapnoe steht die Suche nach der Grunderkrankung und deren Behandlung an erster Stelle. Treten die nächtlichen Atemaussetzer aufgrund einer organischen Erkrankung wie z. B. eine Herzinsuffizienz auf, wird zunächst versucht werden, diese medikamentös zu behandeln.

Zur Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe können konservative, apparative und chirurgische Verfahren zum Einsatz kommen, die auch miteinander kombiniert werden können. Eine medikamentöse Therapie ist jedoch ungeeignet. Konservative und apparative Therapieverfahren hängen davon ab, wie genau sich Patienten an die Vorschriften halten. Operative Verfahren können ihre Wirksamkeit verlieren.

Konservative Therapie

Maßnahmen wie Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten, eine angemessene Schlafhygiene (Vermeidung von Alkohol und Sedativa, Rauchverzicht, Einhaltung eines regelmäßigen Schlafrhythmus) zählen zu der konservativen Therapieform. Bei der sog. lageabhängigen obstruktiven Schlafapnoe treten die nächtlichen Atemaussetzer nur bzw. hauptsächlich auf, wenn der Betroffene in Rückenlage schläft. Grund hierfür ist, dass im Schlaf nimmt die Spannung im Muskel abnimmt. Die Schwerkraft bewirkt sodann, dass die Zunge nach hinten fällt. Dies kann bei Patienten mit bestimmten anatomischen Voraussetzungen die oberen Atemwege blockieren. Eine veränderte Schlafposition kann dazu beitragen, die Probleme zu verbessern. Allerdings verhindert ein Lagetraining nicht immer die Rückenlage im Schlaf zuverlässig. Auch selbst konstruierte Hilfsmittel wie beispielsweise ein eingenähter Tennisball im Rückenteil des Schlafanzuges sind laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin ungeeignet. Etablierte Hilfsmittel wie z. B. Westen können verhindern, dass der Betroffene sich im Schlaf auf den Rücken dreht. Allerdings können sie auch die Schlafqualität beeinträchtigen.

Apparative Therapie

Die Unterkieferprotrusionsschiene ist eine Biss-Schiene, die von einem Zahnarzt oder Kieferorthopäden für den Betroffenen speziell angefertigt wird. Getragen werden die Prothesen nachts. Sie sollen den Unterkiefer während des Schlafes wenige Millimeter nach vorne verlagern und so den Atemraum vergrößern. Geeignet sind die Schienen bei leichter bis mittelgradiger Apnoe. Laut Deutscher Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin können Unterkieferprotrusionsschienen als erste wirksame Alternative zur Atemmaske aufgefasst werden, auch wenn sie nicht genauso effektiv wie eine CPAP-Therapie sind. nCPAP ist die englische Abkürzung des Ausdrucks „Nasal Continuous Postive Airway Pressure“ und wird bei mittel- bis schwergradiger Schlafapnoe als Standardbehandlung eingesetzt. Bei diesem Verfahren werden die Atemwege offengehalten, indem Raumluft mit leichtem Überdruck über eine nasale Beatmungsmaske in die Atemwege geblasen wird. Die Maske wird auf die Nase oder auf den Nasen- und Mundbereich gesetzt. Die Alternative ist ein Modell, bei dem die Nasenlöcher mit kleinen Endstücken aus weichem Plastik bedeckt werden. Eine Nebenwirkung bei diesem Verfahren ist das Austrocknen der Schleimhäute im Nasen-Rachenraum, das sich jedoch z. B. mit einem Luftbefeuchter reduzieren lässt. Des Weiteren kann Platzangst (Klaustrophobie) auftreten. Beheben lässt sich diese Nebenwirkung manchmal mit Entspannungstechniken.

Der Druck, den ein Schlafapnoe-Betroffener benötigt, ist individuell sehr unterschiedlich. Bei manchen Patienten sind etwa 18 Hektopascal (hPa) oder mehr notwendig. Solche hohen CPAP-Drücke werden jedoch schwer toleriert und die Therapietreue (Compliance) leidet. Aber auch Patienten mit bestimmten Erkrankungen sind oft mit CPAP-Geräten schwierig zu therapieren. Eine Alternative stellen Verfahren wie die APAP- oder BiPAP-Beatmung dar. BiPAP ist die Abkürzung von Biphasic Positive Airway Pressure. Dieses Gerät arbeitet mit unterschiedlichen Druckniveaus, sollte jedoch bei Patienten mit obstruktiven Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma nur unter besonderer Kontrolle eingesetzt werden. Auch die APAP-Beatmung (Englisch: Automatic Positive Airway Pressure) ermittelt bei jedem Atemzug den jeweils notwendige Druck und passt die Beatmung an die schwankenden Druckbedürfnisse des Patienten an.

Operative Therapie

Versagen die klassischen Methoden, können Operationen in Betracht kommen. Einige Operationstechniken können minimalinvasiv und mitunter in Teilnarkose erfolgen. Andere bedürfen einer Vollnarkose und sind daher belastender. Welche Verfahren in Frage kommen, richtet sich nach der Schwere der Erkrankung sowie nach der Beschaffenheit der oberen Atemwege. Gängige Verfahren sind die Mandelentfernung und Straffung des weichen Gaumens, verschiedene Nasenoperationen (z. B. Behandlung des Nasenschwellkörpers, Begradigung einer verkrümmten Nasenscheidewand, Entfernung von Polypen), ein Luftröhrenschnitt, um vor dem Schlafen einen Tubus in die Luftröhre einzuführen, sowie die Korrektur einer Ober- und Unterkieferfehlstellung.

Behandlung mit Sauerstoff

Sollte aufgrund von Herz- und Lungenerkrankungen zu wenig Sauerstoff im Blut sein, kann eine Sauerstofftherapie, auch in Kombination mit einer nCPAP-Beatmung, sinnvoll sein. Wird Sauerstoff Schlafapnoe-Betroffenen allein gegeben, kann dies jedoch auch die Apnoe verschlechtern.

Quelle: COPD und Asthma 3/2015

12.10.15

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