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HIV/Aids

Die Infektion mit dem HI-Virus (human immunodeficiency virus, HIV) führt im fortgeschrittenen Stadium zu einer chronischen, lebensbedrohenden Immunschwächekrankheit: Aids. Das Akronym „Aids“ leitet sich aus der englischen Bezeichnung für diese Erkrankung ab (acquired immune deficiency syndrome), die ins Deutsche übertragen „erworbenes Immunschwächesyndrom“ bedeutet.

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Aids wurde erstmalig im Jahr 1981 in den USA diagnostiziert, als Ursache wurde kurz darauf eine Immunschwächeerkrankung erkannt. Zwei Jahre später wurde das Virus entdeckt, das die Erkrankung auslöst. Seit dem Jahr 1985 können mit einem Bluttest HIV-Antikörper im Blut nachgewiesen und somit HIV-Erkrankungen zweifelsfrei diagnostiziert werden.

HIV-Erkrankungen in Deutschland

Laut Angaben der Robert Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 2008 stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen auch im Jahr 2007 weiter an. Im Jahr 2006 wurden 2.643 HIV-Erstdiagnosen an das RKI gemeldet. 2007 gingen 2.752 Meldungen über neu mit dem HI-Virus infizierte Menschen ein. Demnach stieg die Zahl der Neuerkrankungen gegenüber dem Jahr 2006 um rund 4 %. Während auch 2007 die Zahl der Neuinfektionen bei Männern zunahm, ging die Zahl der infizierten Frauen zurück. Von den 2.752 Erkrankten waren rund 83 % Männer und ca. 16,1 % Frauen. Mit einem Anteil von 65 % waren homo- bzw. bisexuelle Männer am häufigsten von einer HIV-Infektion betroffen.

Das HI-Virus

Das HI-Virus gehört zur Familie der Retroviren und zur Gattung der Lentiviren. HI-Viren sind – wie alle Retroviren – kugelförmige RNA-Viren, die von einer Hülle umgeben sind. Der Durchmesser eines HI-Viruspartikels beträgt ca. 100 bis 120 nm. Im Inneren der Lipidhülle befindet sich das Viruskapsid mit dem viralen Genom (zwei RNA-Einzelstängen). Das Charakteristische an Retroviren ist, dass sie ihr Erbgut mithilfe eines Enzyms (Reverse Transkriptase) in einen DNA-Strang umwandeln, der dann in das Genom einer menschlichen Wirtszelle eingebaut wird.

Nur mithilfe einer Wirtszelle ist das Virus in der Lage, sich zu reproduzieren. Zu diesem Zweck dockt das HI-Virus an der Oberfläche weißer Blutkörperchen (v. a. T-Helfer-Zellen) an, schleust seine RNA in die Wirtzelle ein und integriert sie nach dem Vorgang der Reversen Transkription als DNA in die vorhandene Erbsubstanz der Wirtszelle. Die Wirtszelle fertigt Kopien des HI-Virus an und setzt sie in die Blutbahn frei. Im Verlauf der Infektion führt dies nach und nach zu einer Zerstörung der weißen Blutkörperchen und zu einem Rückgang der Leukozytenzahl im Blut. Da weiße Blutkörperchen eine wesentliche Rolle bei immunologischen Vorgängen spielen, führt dies zu einer Schwächung des gesamten Immunsystems.

Übertragungsweg

Das HI-Virus gelangt nur über den direkten Kontakt von Körperflüssigkeiten in den menschlichen Organismus. Prinzipiell kann sich auf diesem Weg jeder Mensch mit HIV infizieren. Die Übertragung kann z. B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, durch infiziertes Blut, durch kontaminierte Spritzennadeln oder auch von der Mutter aufs Kind erfolgen (im Mutterleib, während der Geburt oder beim Stillen). Es ist jedoch nicht möglich, sich durch Händeschütteln, Niesen einer infizierten Person oder die gemeinsame Benutzung von alltäglichen Gebrauchsgegenständen mit HIV anzustecken.

Antje Habekuß

30.10.08

HIV|Aids
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