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Hodenkrebs durch Hodenhochstand

Die Anzahl der an Hodenkrebs erkrankten Männer nimmt in den Industrienationen stetig zu. Deutschland zählt zu den Ländern mit der höchsten Neuerkrankungsrate. Forscher von der Universität Chicago (USA) haben jetzt festgestellt, dass die Anzahl der Neuerkrankungen in Deutschland nahezu doppelt so hoch ist wie in den USA. Das berichtet das “World Journal of Urology”. Unterdessen warnt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU), dass ein Hodenhochstand ein besonderes Risiko darstellt, im jungen Erwachsenenalter an Hodenkrebs zu erkranken.

Die Ursachen für Hodenkrebs sind nicht vollständig bekannt. Als gesicherter Risikofaktor gilt jedoch der Hodenhochstand (Kryptorchismus). Er ist eine Entwicklungsstörung, die häufig zu spät erkannt und therapiert wird. “Wird der Hodenhochstand nicht bis zum Ende des ersten Lebensjahres behandelt, drohen Unfruchtbarkeit und ein bis zu achtfaches Risiko, später an Hodenkrebs zu erkranken”, warnt Professor Raimund Stein, Leiter der Kinderurologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Bei einem Großteil aller betroffenen Jungen wandern die Hoden im Laufe der ersten sechs Lebensmonate von selbst in den Hodensack. Nach diesem Zeitpunkt ist ein spontanes Herunterkommen nicht mehr wahrscheinlich und eine Behandlung durch eine Operation oder eine Kombination von Hormontherapie und Operation angezeigt, damit sich die Hoden am ersten Geburtstag sicher im Hodensack befinden.

Die Hormontherapie erfolgt per Nasenspray beim Säugling über einen Zeitraum von vier Wochen und ist in 20 Prozent der Fälle erfolgreich – je nach Lage des Hoden. Ein hoch sitzender Hoden zieht sich nach alleiniger Hormontherapie häufiger wieder in die Leiste zurück. Daher wird heute die Operation im ersten Lebensjahr geplant und beim beidseitigen Hodenhochstand vorher eine Hormontherapie empfohlen. Durch eine sehr frühzeitige Behandlung des Hodenhochstandes wird die spätere Fruchtbarkeit der Jungen verbessert und gleichzeitig das Risiko für einen späteren Hodenkrebs gesenkt. Da das Risiko, im späteren Leben an Hodenkrebs zu erkranken auch nach angemessener Behandlung der Hodenfehllage erhöht bleibt, müssen die betroffenen Jungen ab Beginn der Pubertät regelmäßig ihre Hoden selbst abtasten und dabei auf Verhärtungen und Vergrößerungen achten, empfiehlt die DGU.

Quelle: Medical Press

15.07.15

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