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HPV-Impfung nach Krebserkrankung in der Kindheit?

Eine überstandene Krebserkrankung in der Kindheit oder im Jugendalter erhöht offenbar das Risiko, im Erwachsenenleben an einer Krebsart zu erkranken, die mit dem sog. Humanen Papillomavirus (HPV) in Verbindung steht, berichtet die Ärztezeitung mit Blick auf eine Studie, die die Forscherinnen Sarah Temkin und Nita Seibel vom Nationalen Krebsinstitut der USA (NCI) durchgeführt haben. So erkranken Frauen, die in ihrer Kindheit an Krebs gelitten haben, rund 40 % häufiger an einem Krebs, der mit HPV in Verbindung steht, Männer sogar zu 150 % häufiger.

Mögliche Ursache Stammzelltransplantation?

Was sind die Ursachen für diese Zahlen? Hier kommen direkte und indirekte Faktoren infrage, heißt es weiter. Infekte mit HPV, die wiederum für eine spätere Krebserkrankung mitverantwortlich sein können, sind beispielsweise wahrscheinlicher, wenn eine Stammzellübertragung stattgefunden hat oder die Beckenregion bestrahlt wurde: Denn bei diesen Krebsbehandlungen wird das Immunsystem unterdrückt.

Ein weiterer Faktor könnte aber auch das Verhalten von Menschen sein, die in ihrer Kindheit eine Krebserkrankung überstanden haben. So gebe es Hinweise darauf, dass Frauen, die in der Kindheit krebskrank gewesen sind, später seltener zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt, wo der sog. Pap-Test durchgeführt wird, erscheinen. Obwohl nur wenige Daten vorhanden sind, scheint es zudem so zu sein, dass sich Krebsüberlebende seltener gegen HPV impfen lassen.

Mögliches Vorgehen bei jungen Krebskranken

Die Impfung sollte daher von behandelnden Ärzten gegenüber Patienten, die in ihrer Kindheit an Krebs erkrankt waren, besonders hervorgehoben und empfohlen werden. Temkin und Seibel schlagen folgendes Vorgehen vor, bezogen auf Überlebende von Krebserkrankungen im Alter von neun bis 26 Jahren:

  • Bei einer bekannten HPV-Erkrankung sollte eine entsprechende Therapie durchgeführt werden.
  • Wenn keine HPV-Erkrankung bekannt ist und zudem gerade eine Krebstherapie stattfindet, sollte man mit der HPV-Impfung bis sechs Monate nach der Behandlung warten.
  • Wenn keine HPV-Erkrankung bekannt ist, aber das Ende der Therapie noch keine sechs Monate zurückliegt, sollte man in Erwägung ziehen, die Impfung aufzuschieben.
  • Wenn keine HPV-Erkrankung bekannt ist und das Ende der Krebsbehandlung mehr als sechs Jahre her ist, ist eine HPV-Impfung zu empfehlen.

Die HPV-Impfung gibt es seit 2006. Humane Papillomviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Zu HPV-Infektionen kommt es hauptsächlich durch Sexualkontakt, so die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Allerdings löst nicht jede Ansteckung mit HPV Krebsvorstufen aus, da die meisten Infektionen durch das Immunsystem bekämpft werden. In bis zu 20 % der Fälle entwickeln sich jedoch langwierige Infektionen, die wiederum zu Krebsvorstufen und schließlich zu Krebs führen können, heißt es weiter. Daher schützt die Impfung vor Gebärmutterhalskrebs. Zudem scheint sie einen Schutz vor Scheiden-, Schamlippen- oder Peniskrebs sowie Analkrebs bzw. deren Vorstufen zu verschaffen.

Quelle: Befund Krebs 3/2016

15.08.16

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