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Intensivpflege

Intensivpflege kann als spezialisierte Form der Krankenpflege angesehen sehen. Sie kommt sowohl auf der Intensivstation, aber auch an anderen Orten wie in Wohngemeinschaften für Beatmungspatienten oder beim Betroffenen daheim (z. B. bei der Heimbeatmung) zum Einsatz.

Klinische Intensivpflege

Im klinischen Umfeld benötigen v. a. Patienten auf den Intensivstationen, die an akuten und lebensbedrohlichen Erkrankungen leiden, eine intensive Betreuung. Bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen kann eine gesundheitliche Verschlechterung, eine sog. Exazerbation, eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig machen.

Das im Vergleich zur Krankenpflege besondere ist, dass die Pflegenden schwerstkranke Patienten, die sich häufig nicht selbst helfen können, versorgen müssen. Hinzu kommen die Überwachung der Vitalsituation des Betroffenen sowie die Bedienung der Geräte, die die Vitalfunktionen wie die Atmung, die Körpertemperatur und der Kreislauf kontrollieren oder unterstützen. Beispiel hierfür sind Beatmungsgeräte, Überwachungsmonitore oder Infusionspumpen.

Viele Betroffene leiden unter Gefühlen des Bedrohtseins bis hin zu paranoiden Verstimmungszuständen teilweise mit unrealistischen Fantasien über das Geschehen im Körper. Als psychische Reaktion treten häufig Verletzungs- und Todesängste sowie diffuse Ängste auf. Auch der Kontrollverlust (z. B. Verlust der Privatsphäre) und die soziale Isolation können für den Patienten belastend sein. Die ständigen pflegerischen und therapeutischen Aktivitäten führen dazu, dass Ruhephasen beschränkt sind. Ein ungestörtes Ein- bzw. Durchschlafen ist daher nicht möglich. Die Folge ist, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus beeinträchtigt wird und bei dem Patienten Orientierungsstörungen auftreten.

Bei der Pflege auf Intensivstationen können vier Phasen unterschieden werden, die verschiedene Anforderungen an den Pflegenden stellen:

  • Akutphase: Einliefern oder Verlegen eines Patienten aufgrund einer lebensbedrohlichen Krise wie beispielsweise Verschlechterung einer bestehenden chronischen Erkrankung. Ärzte und Pflegende müssen in dieser Phase rasch handeln und schnell Entscheidungen treffen.
  • Postakutphase: Nach Überwinden der Akutphase ist die Situation weiterhin kritisch. Der Zustand des Betroffenen kann wechseln und es treten häufig Komplikationen auf. Oft können sich Betroffene aufgrund der maschinellen Beatmung nur schwer verständigen. Verschiedene Geräte und Medikamente unterstützen weiterhin die Vitalfunktion.
  • Phase der Stabilisation: In dieser Phase erfolgt das langsame Absetzen der verschiedenen Geräte und Medikamente. Die Situation ist weniger problematisch, jedoch können sich auch in dieser Phase Krisen und Rückfälle ereignen, z. B. beim Entwöhnen von der maschinellen Beatmung. In dieser Situation sind Empathie und Kommunikation mit dem Patienten sehr wichtig.
  • Phase der Rehabilitation: Der Betroffene kann weitgehend seine Aktivitäten allein oder mit Unterstützung ausführen, er kann seine Wünsche und Bedürfnisse mitteilen. Oftmals treten bei Betroffenen, die auf die weiterversorgende Allgemein- oder Überwachungsstation verlegt werden sollen, auch Ängste und Unsicherheiten auf.

Ziel der Intensivpflege sollte sein, den Betroffenen durch Kommunikation Halt und Sicherung sowie Orientierung und Struktur zu vermitteln und ihm so helfen, die Situation zu bewältigen.

Außerklinische Intensivpflege

Intensivpflege kann jedoch auch außerhalb des klinischen Umfelds an anderen Orten stattfinden. Sie kommt überall dort zum Einsatz, wo Betroffene über einen längeren Zeitraum oder auch lebenslang aufgrund ihrer eingeschränkten lebenswichtigen Funktionen gepflegt werden müssen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Zustand dieser chronisch Kranken stabil ist.

Beispiele für solche außerklinischen Institutionen sind Beatmungsstationen für Langzeitintensivpatienten sowie sog. „Step-down-units“ für stabile Intensivpatienten. Im Vergleich zu Intensivstationen sind diese für Betroffene risikoärmer. Zudem treten weniger Komplikationen auf. Aber auch außerhalb etablierter Institutionen wie beispielsweise in Wohngemeinschaften für Beatmungspatienten sowie daheim in den eigenen vier Wänden können Betroffene versorgt werden. Für die häusliche Pflege gibt es viele Anbieter der ambulanten Intensivpflege. Diese sichern, dass die Behandlung auch außerhalb der Klinik fortgeführt wird. Die Pflegenden betreuen den Patienten bis zu 24 Stunden am Tag. Sie pflegen den Betroffenen, kümmern sich um die benötigten Hilfsmittel oder vereinbaren Arzttermine. Aber auch Tätigkeiten wie Mahlzeiten zubereiten können von dem ambulanten Intensivpflegedienst übernommen werden.

Heimbeatmung

Patienten mit COPD oder Lungenemphysem benötigen oftmals zwei Geräte, eins für die Sauerstoff-Langzeittherapie und eins für die nächtliche Heimbeatmung. Denn COPD- oder Lungenemphysem-Patienten nehmen einerseits zu wenig Sauerstoff auf, andererseits atmen sie aber auch zu wenig Kohlendioxid ab. Dieses reichert sich im Blut an. Da der Körper trotzdem versucht, das Kohlendioxid abzuatmen, wird die Atempumpe überanstrengt und ermüdet. Die Betroffenen entwickeln eine sog. Hyperkapnische Insuffizienz. Eine Maskenbeatmung in der Nacht kann jedoch das Sterberisiko um 76 % verringern und ihre Lebensqualität deutlich verbessern, so die Deutsche Lungenstiftung. Doch oftmals fühlen sich die Betroffenen mit den zwei Geräten überfordert. Hier kann ein ambulanter Pflegedienst, der sich auf Heimbeatmung und ambulante Intensivpflege spezialisiert hat, helfen.

Heimbeatmungspflege gehört zu der häuslichen Intensivpflege. Das Pflegefachpersonal kümmert sich jedoch nicht nur um nicht-invasiv beatmete, sondern auch um invasiv beatmete Patienten. Sie versorgen beispielsweise das Tracheostoma, eine operativ angelegte Öffnung in der Luftröhre, oder führen Maßnahmen zur Sekretlimination durch. Die Einstellung des Beamtungsgeräts, des Zubehörs oder des Beatmungszugangs darf jedoch nur der Arzt verändern bzw. muss eine Veränderung anordnen.

Quelle: COPD und Asthma 4/2015

16.12.15

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