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Interview mit Entertainerin „Jazz Gitti“

Sie ist ein Energiebündel, strahlt Lebensfreude aus, singt, tanzt und steht mit 66 Jahren noch immer auf der Bühne. Auch Martha Butbul, bestens bekannt als Jazz Gitti, leidet an Diabetes. In der aktuellen Ausgabe von Befund Diabetes erzählt die fröhliche Wienerin, wie sie mit ihrer Erkrankung lebt.

Kam die Diagnose Diabetes überraschend für Sie?

Ich bin eine Typ-2-Diabetikerin und es hat mich nicht schockiert, denn die Erkrankung war vorprogrammiert. Meine Mutter ist an Diabetes verstorben, viele Verwandte von mir sind betroffen, und ich war bereits als Kind sehr dick. Die erste Zeit nach der Diagnose war schwer, doch in einer Diabetesschulung habe ich alles Nötige gelernt.

Sie haben sehr viel abgenommen. War Ihre Diabeteserkrankung auch der Grund für Ihren rapiden Gewichtsverlust?

Mein Hauptproblem ist das Gewicht, doch wenn ich darauf achte, geht es mir auch mit dem Zucker gut. Ich wog einst 165 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,60 Metern, hatte einen Nüchternblutzuckerwert von 540 mg/dl, litt an Wasseransammlungen und meine Leberwerte waren sehr schlecht. Ich war kurz davor zu sterben. Dann ließ ich eine Magenbypass-Operation durchführen und habe 40 Kilo abgenommen. Ich bin bis auf 78 Kilo runtergekommen, doch mit diesem Gewicht habe ich mich nicht ansehen können. Mein persönliches Idealgewicht liegt bei 82 Kilo, damit fühle ich mich pudelwohl!

Sie absolvieren viele Auftritte und haben einen dicht gedrängten Terminkalender. Wirkt sich das negativ auf Ihre Diabeteserkrankung aus?

Der Stress macht sich auf alle Fälle bermerkbar und wenn es mir zu viel wird, zeigt es mir mein Körper. Da sind wir Diabetiker noch anfälliger als gesunde Menschen, denn eigentlich sollte ein Diabetiker ruhig und gelassen leben. Bevor ich auf die Bühne gehe, ist mein Zucker knapp über 100 mg/dl, wenn ich runterkomme, ist er bei 200 mg/dl. Das sind die Auswirkungen des Adrenalins, aber der Zucker senkt sich erfahrungsmaß nach einiger Zeit wieder von allein. Ich kenne meinen Körper und habe auch ein sehr gutes Gespür dafür, wenn ich Unterzucker bekomme.

Wie gehen Sie heute mit Ihrer Erkrankung um?

Manchmal stört mich die Prozedur mit der ganzen Rechnerei rund ums Essen schon sehr, aber dann sage ich mir, „Gittl, anderen Leute geht es noch viel schlechter“. Seit ich weiß, dass ich Diabetes habe, führe ich auch Buch, denn ein Ignorieren der Krankheit bringt nichts, das ist das Schlimmste, was man machen kann. Ich achte grundsätzlich auf meine Ernährung, trinke zweieinhalb bis drei Liter Wasser pro Tag und wenn Zeit bleibt, betreibe ich Sport. Doch wenn mir danach ist, leiste ich mir etwas Süßes. Dann bleibt mir aber nichts anderes übrig als zu spritzen.

Sie sind regelmäßig bei Vorsorgeaktionen und Aufklärungskampagnen für Diabetiker anzutreffen. Warum ist es Ihnen so wichtig, sich für andere Betroffene zu engagieren?

Die Leute kennen mich als lustige und bewegliche Person und denken sich: „Wenn die Gitti das mit ihrem Diabetes hinbekommt, kann ich das auch.“ Ich will vermitteln, dass man sich als Diabetiker aktiv mit seiner Erkrankung auseinandersetzen muss. Mit Zucker kann man bestens leben, muss aber etwas dafür tun!

Quelle: Befund Diabetes Österreich 01/2013

27.06.13

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