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Interview mit Star-Coiffeur Udo Walz, Typ 2-Diabetiker

„Ich empfehle, den Diabetes nicht zu unterschätzen“

Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Prominente zu ihrem Diabetes öffentlich bekennen. Inzwischen gibt es jedoch einige Persönlichkeiten, die ihre Erkrankung offen thematisieren und so ein Bewusstsein für die Zuckerkrankheit und ihre Sekundärfolgen schaffen. Hierzu gehört auch Star-Coiffeur Udo Walz, der im Exklusivinterview mit Befund Diabetes anderen Betroffenen im Umgang mit ihrer Erkrankung Mut macht.

Herr Walz, wie haben Sie von Ihrer Erkrankung erfahren?

Udo Walz: Ich saß mit meiner Freundin Inge Meysel abends in einem Restaurant und trank sehr viel Wasser, weil ich so durstig war. Darauf sagte sie dann zu mir: „Du trinkst so viel Wasser; das ist sehr ungewöhnlich. Du solltest mal zu einem Arzt gehen und das untersuchen lassen, vielleicht hast du Zucker.“ Das habe ich getan und die Diagnose stand dann schnell fest. Sie hatte recht mit ihrer Vermutung.

Wie sind Sie mit der Diagnose umgegangen?

Udo Walz: Ich habe mich intensiv beraten lassen und danach alles erst einmal ignoriert. Nachdem meine Blutzuckerwerte dann immer höher stiegen, habe ich den Rat des Arztes befolgt. Seitdem geht es mir wirklich gut, mit den Einschränkungen kann man sehr gut leben. Ich rauche auch seit zwei Jahren nicht mehr, trinke sehr selten Alkohol und ernähre mich sehr gesund.

Wie hat Ihr Umfeld reagiert?

Udo Walz: Sehr positiv. Meine Freunde fingen dann immer an zu fragen: „Darfst du das auch wirklich essen?“ usw. Heute fällt es niemandem mehr auf. Niemand guckt mich an, wenn ich beim Essen in einem Restaurant spritzen muss. Das ist für meine Freunde sehr normal geworden.

Wie sah Ihr Weg durch die Therapie aus und welche Unterstützung war für Sie wichtig?

Udo Walz: Zunächst den richtigen Arzt zu finden. Das war bei mir sehr schwierig. Ich wusste natürlich nicht, wer ist wirklich erfahrungsmäßig gut und lange auf diesem Gebiet spezialisiert. Ich hatte Glück und fand meine Ärztin. Dann folgte der regelmäßige Gang zur Kontrolle. Seither nehme ich Medikamente und ich habe eine Insulinpumpe. Danach folgte Sport. Daran musste ich mich erst wieder gewöhnen. Mein Partner und meine Freunde gaben und geben mir die beste Unterstützung, um am Ball zu bleiben.

Wie hat sich Ihr Leben durch die Erkrankung geändert?

Udo Walz: Wie schon erwähnt, ich treibe wieder regelmäßig Sport. Gehe jeden Tag schwimmen, Rad fahren und drei Mal die Woche habe ich Sporteinheiten bei einem Trainer. Ich habe das Rauchen aufgegeben, was mir wirklich – nach fast 40 Jahren – nicht schwer fiel. Ich trinke so gut wie keinen Alkohol mehr. Ich fühle mich jetzt gesünder und spüre es jeden Tag.

Welchen Rat geben Sie anderen Betroffenen?

Udo Walz: Ich empfehle, den Diabetes nicht zu unterschätzen. Eine gute Beratung ist wirklich sehr wichtig. Nicht aufgeben und das Wichtigste: Man sollte seine Freunde in den Diabetes miteinbeziehen, damit Sie im Notfall immer wissen, was zu tun ist.

Herr Walz, wir danken Ihnen für Ihre Ausführungen.

aus Befund Diabetes 1/09

24.03.09

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