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Intraoperative Strahlentherapie bei Brustkrebs

Im Anschluss an eine Brustkrebsoperation ist häufig eine Strahlentherapie erforderlich. Bei einer Brusterhaltenden Operation wird meist die gesamte Brust sowie ein kleiner Streifen von Brustwand und Lunge bestrahlt. Nach einer Mastektomie wird i. d. R. die Brustwand einschließlich der Operationsnarbe bestrahlt. Abhängig von der Tumorgröße können auch Abflusswege der Lymphknoten bestrahlt werden. Häufig wird gegen Ende der Therapie die Dosis in dem Bereich, in dem sich der Tumor befunden hat erhöht, sog. Boost. I. d. R. dauer eine Strahlentherapie bis zu sechs Wochen. Durch die Intraoperative Strahlentherapie kann die Behandlungsdauer unter Umständen verkürzt werden.

Möglichkeiten der intraoperativen Radiotherapie

Bei der intraoperativen Strahlentherapie wird der Tumor noch während der Operation von innen bestrahlt. Die Bestrahlung dauert meist 20 bis 30 Minuten. Während der brusterhaltenden Operation wird der Tumor zunächst komplett entfernt und direkt im Anschluss wird das Tumorareal intraoperativ bestrahlt. Die Patientin befindet sich währenddessen noch in der Narkose. „Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten: Linearbeschleuniger, die so exakt eingestellt werden, dass die betroffene Stelle genau bestrahlt wird. Eine andere Möglichkeit sind konventionelle Geräte mit kugelförmigen Applikatoren, die direkt von innen bestrahlen“, erläutert Prof. Dr. Wilfried Budach, Düsseldorf. Von Vorteil dabei ist, dass nur die betroffene Stelle bestrahlt. Die Strahlen können auf diese Weise gezielt in die noch offene Operationswunde gerichtet werden. Dadurch bleiben andere Organe, wie Lunge, Herz und Haut von der Strahleneinwirkung meist verschont.

Die intraoperative Strahlentherapie wird während der Operation als sog. Boostbestrahlung in hoher Einzeldosis eingesetzt. Nach dieser Boostbestrahlung von innen erfolgt eine verkürzte Standardnachbestrahlung der ganzen Brust von außen. Bei Patientinnen mit kleinen Tumoren und niedrigem Rückfallrisiko kann auf die Ganzbrustbestrahlung im Anschluss an die Operation u. U. verzichtet werden. Bei der Mehrheit der Patientinnen verkürzt die intraoperative Strahlentherapie die Gesamtbestrahlungszeit, aber sie kann sie nicht ersetzen.

Nebenwirkungen der intraoperativen Strahlentherapie

Wie bei jeder Therapie können auch bei der intraoperativen Radiotherapie Nebenwirkungen auftreten. „Es kann im Gewebe unter der Haut zu Störungen in der Wundheilung kommen. Außerdem kann sich Flüssigkeit in der Wundhöhle ansammeln. Spätfolgen können Vernarbung und Bildung von Äderchen an der Haut sein“, sagt Prof. Budach.

Bildung von Rezidiven verhindern

Die lokale Rückfallrate bei der konventionellen Therapie liegt nach zehn Jahren bei 5 %. Mit der zusätzlichen intraoperativen Strahlentherapie lässt sich dieses Risiko noch mal halbieren auf 2,5 %. „Wenn weniger lokale Rückfälle in der Brust auftreten, dann kann die Brust erhalten bleiben und außerdem hat jedes lokale Rezidiv auch das Potenzial Fernmetastasen zu bilden. Wenn Rezidive verhindert werden, verhindert man auch das Risiko einer sekundären durch das Rezidiv ausgelösten Fernmetastasierung“, sagt Prof. Budach.

Quelle: Leben? Leben! 4/2014

07.05.17

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