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Iontophorese

Die Iontophorese ist ein Therapieverfahren, bei dem entweder durch Strom Medikamente über die Haut verabreicht werden oder der Strom selbst das therapeutische Mittel ist. Bei der sogenannten Medikamenten-Iontophorese werden Medikamente mittels Gleichstrom über die Haut in den Körper transportiert. Die Leitungswasser-Iontophorese, die ohne Arzneimittel angewendet wird, erzielt meist rasch Erfolge bei krankhaftem Schwitzen vor allem an Händen, Füßen und im Achselbereich. Neben der Therapiesitzung beim Arzt kann der Patient die Leitungswasser-Iontophorese mit einem eigenen Gerät zuhause auch selbst anwenden.

Medikamenten-Iontophorese zur Schmerztherapie

Die Medikamenten-Iontophorese kann z. B. bei Rheuma, Arthrose, Narben oder Muskelschmerzen eingesetzt werden. Bei dieser Methode der Iontophorese wird eine ionenhaltige Salbe oder Arznei mittels Gleichstrom durch zwei Elektroden mit Minus- und Pluspol durch die Haut und in das Gewebe beziehungsweise in das Blut geleitet. Durch die Stromzufuhr bei der Iontophorese wird die Wirkungsintensität des aufgetragenen Medikaments erhöht und der Wirkstoff kann in tiefere Ebenen vordringen. Die Ionenwanderung bei der Iontophorese beschleunigt zudem den Vorgang: Negative Ionen werden vom Pluspol angezogen, positive Ionen vom Minuspol. Die Stromzufuhr bei der Iontophorese regt außerdem das Gewebe an, was die Aufnahme des Wirkstoffs zusätzlich verstärkt. Neuere Therapieformen der Iontophorese versuchen zudem, anhand der Stromzufuhr die Hautalterung zu stoppen und Cellulite entgegenzuwirken.

Hyperhidrose als Indikation für die Iontophorese

Schwitzen ist eigentlich eine völlig normale Reaktion des Körpers, die durch das vegetative Nervensystem verursacht wird. Ein Großteil der menschlichen Haut verfügt über Schweißdrüsen, die an einigen Körperstellen mehr, an anderen weniger vorhanden sind. Die meisten Schweißzellen befinden sich an den Handinnenflächen, den Fußsohlen und auf der Stirn. Das Schwitzen dient der körpereigenen Temperaturregulierung und tritt vor allem bei erhöhter Körperbewegung, hohen Temperaturen und emotional bedingten Zuständen wie Stress, Angst oder Wut auf. Dabei sind das Ausmaß und die Auslöser für die Kühlfunktion des Körpers individuell verschieden und können meist mit Abkühlung oder Entspannung reguliert werden.

Bei manchen Menschen ist das Schwitzen als Symptom der körperlichen Temperaturregulierung jedoch im Ungleichgewicht und tritt überdurchschnittlich häufig und oft ohne erkennbare Gründe auf. In solchen Fällen kann es sich um eine Hyperhidrose handeln. Betroffene leiden unter unkontrollierbaren Schweißausbrüchen, die die gesamte Lebensqualität beeinflussen können. Vor allem das starke Schwitzen an den Händen und Füßen wird im Alltag als sehr unangenehm und belastend empfunden. Zeigen normale Pflege- und Hygienemaßnahmen keine Wirkung mehr, kann möglicherweise die Iontophorese Abhilfe schaffen.

Verschiedene Arten der Leitungswasser-Iontophorese zur Therapie von Hyperhidrose

Bei der Therapie von Hyperhidrose kann das Schwitzen mit speziellen schweißhemmenden Deos, Cremes oder Gels, die häufig Aluminiumchlorid enthalten, in den Griff zu bekommen sein. Bei starker Hyperhidrose helfen solche äußerlichen Maßnahmen zur Therapie jedoch meist nur kurzfristig. In jedem Fall ist ein Besuch beim Arzt empfehlenswert. Neben der Abklärung der Ursache für das übermäßige Schwitzen, bieten viele Ärzte auch eine Therapie mittels Iontophorese an. Die Iontophorese gibt es in verschiedenen Formen.

Vor allem bei starkem Schwitzen an Händen und Füßen sowie extremem Achselschweiß wird die sogenannte Leitungswasser-Iontophorese mit Gleichstrom eingesetzt. Bei dieser Art der Iontophorese taucht der Patient die Hände oder Füße (bei der Iontophorese zur Therapie von Achselschweiß gibt es eine Ergänzung mit befeuchteten Schwämmchen) in zwei voneinander getrennte Becken mit Wasser, die mit zwei Elektroden mit Plus- und Minuspol verbunden sind. Anschließend wird je nach betroffener Stelle mit dem Iontophorese-Gerät ein Gleichstrom zwischen 10 und 30 Milliampère erzeugt. Durch den Stromfluss bei der Iontophorese soll die Überproduktion der Schweißdrüsen reguliert werden. Studien zufolge liegt die Erfolgsquote bei der Leitungswasser-Iontophorese bei 83 Prozent, wobei die Wirkungsweise nicht erschöpfend geklärt ist.

Eine andere Form der Leitungswasser-Iontophorese erfolgt mittels sogenannten Pulsstroms. Im Unterschied zu der Therapie mit Gleichstrom kann bei dieser Variante mit höheren Behandlungsströmen gearbeitet werden. Durch die pulsartigen Stromstöße empfinden vor allem sensible Patienten diese Art der Iontophorese als angenehmer, da bei der Therapie mit Gleichstrom häufig ein leichtes Ziehen oder Kribbeln auftreten kann.

Bei beiden Methoden sollte die Therapie anfangs möglichst täglich, mindestens aber alle zwei Tage erfolgen und die Stromstärke sollte sukzessive erhöht werden. Die Dauer der Therapie liegt bei 10 bis 15 Minuten. Nach ersten Erfolgen kann die Frequenz der Therapie auf drei Mal, später auf ein Mal in der Woche reduziert werden. In den meisten Fällen ist jedoch eine weiterführende Therapie erforderlich, was ein eigenes Iontophorese-Gerät für Zuhause empfehlenswert macht. In manchen Fällen werden auch die Kosten für ein heimisches Iontophorese-Gerät von einigen Krankenkassen übernommen.

Die Leitungswasser-Iontophorese ist auch eine Therapiemaßnahme zur Therapie von Hand- oder Fußekzemen sowie anderen Hauterkrankungen wie Infektionen, Pilzerkrankungen oder Warzen.

Nebenwirkungen der Iontophorese

Bei beiden Arten der Iontophorese kann es anfänglich zu leichtem Kribbeln an den betroffenen Hautstellen kommen. Vor allem bei der Medikamenten-Iontophorese liegt lediglich eine dünne Folie beziehungsweise Zellstoff zwischen der Haut und der Elektrode, weshalb hier bei den ersten Sitzungen leichte Rötungen durch die Iontophorese auftreten können. Beide Verfahren der Iontophorese sollten keine Schmerzen verursachen. Bei der Leitungswasser-Iontophorese kann das eventuell anfänglich unangenehme Gefühl der Stromzufuhr durch eine nur langsame Erhöhung der Stromstärke gelindert werden. Meist tritt nach kurzer Zeit eine Gewöhnung ein.

Die Iontophorese darf nicht bei Frauen in der Schwangerschaft und bei Menschen mit Herzschrittmacher oder Metallimplantaten angewendet werden. Zudem sollte eine Iontophorese nicht in der Nähe von Schürfwunden oder größeren Hautwunden durchgeführt werden.

Sabrina Mandel

12.11.12

Iontophorese
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