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Jahresmeeting der Amerikanischen Academy of Neurology

Auf der jährlich stattfindenden Konferenz der Amerikanischen Academy of Neurology (AAN) wurden Ende April verschiedene Studien zur Entstehung und Behandlung von MS vorgestellt. Die Universität von San Francisco etwa präsentierte eine Untersuchung, die einen Zusammenhang zwischen dem Beginn von MS im Kindesalter und dem Kontakt mit dem Epstein-Barr- sowie dem Herpes-simplex-Virus feststellte. Diese zeigte, dass eine Infektion sowohl mit dem Epstein-Barr-Virus als auch mit dem Herpes-simplex-Virus-1 das Risiko für MS im Kindesalter erhöhte.

MS und das Epstein-Barr-Virus

Mit dem Epstein-Barr-Virus kommen im Laufe des Lebens rund 98 % aller Menschen in Kontakt, nur ein Teil von ihnen erkrankt nach der Infektion am Pfeifferschen Drüsenfieber. Das Virus bleibt jedoch lebenslang im Körper. Auch das Herpes-simplex-Virus-1 ist ein Virus, das lebenslang im Organismus persistiert – es gelangt häufig bereits im Säuglingsalter durch den Kontakt mit Speichel (z. B. über Küsse) in den Körper. Die Forscher der Universität San Francisco stellten fest, dass das Risiko für den Beginn der MS im Kindesalter umso größer war, je geringere Blutspiegel an Vitamin D die Kinder aufwiesen. Die Wissenschaftler vermuten deshalb einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Herpes-simplex-1, Epstein-Barr, einem Mangel an Vitamin D und der Entstehung von MS im Kindesalter.

Auch eine Forschergruppe der Universität of Queensland im australischen Brisbane befasste sich mit dem Epstein-Barr-Virus. Die australischen Wissenschaftler vermuten, dass das Virus an der Entstehung von MS insofern beteiligt ist, als dass es die zum Immunsystem gehörenden B-Zellen so manipuliert, dass diese das Zentralnervensystem angreifen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass, würde man die ebenfalls zum Immunsystem gehörenden T-Zellen für das Virus sensibilisieren, diese T-Zellen infizierte B-Zellen vernichten und damit MS bremsen könnten. Die australischen Forscher haben bereits einige wenige MS-Patienten mit T-Zellen behandelt, die für das Epstein-Barr-Virus sensibilisiert waren, und bei ihnen einige Erfolge in der MS-Therapie erzielt, z. B. was Fatigue-Symptome betrifft. Allerdings sind weitere Studien notwendig, da die Anzahl der Probanden zu klein war, um allgemeine Aussagen treffen zu können.

Verlauf der MS

Eine Untersuchung der Universität Buffalo (New York) ergab, dass die schubförmige remittierende MS (RRMS) umso wahrscheinlicher im Laufe der Zeit in die sekundär progrediente Verlaufsform (SPMS) übergeht, wenn Patienten über Probleme mit Fatigue und Beweglichkeit der unteren Gliedmaßen klagten. Die Forscher bezogen in ihre Studie 155 Patienten im Alter ab 50 Jahren ein, bei denen seit wenigstens 15 Jahren eine RRMS diagnostiziert war. Fünf Jahre nach der ersten Untersuchung hatte sich die RRMS bei 47 Studienteilnehmern zu einer SPMS entwickelt. Dabei zeigte sich, dass diese signifikant häufiger über Schwierigkeiten mit der Beweglichkeit der unteren Gliedmaßen und über Fatigue berichtet hatten. Dies, so die Forscher, könne man zum Anlass nehmen, bei solchen Problemen noch stärker maßgeschneiderte, individuelle Therapien einzusetzen, um zu verhindern, dass sich aus der RRMS eine SPMS entwickelt.

Quelle: Befund MS 2/2017

10.10.17

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