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Kältetherapie bei Hauterkrankungen

Kälte gegen Schmerzen einzusetzen ist nicht neu. Wer sich den Kopf stößt, am Herd verbrennt oder mit dem Fuß umknickt, greift evtl. zur Kühlpackung aus dem Kühlschrank oder einem kalten Lappen, um seine Beschwerden zu lindern. Auch zur Therapie dermatologischer und rheumatischer Erkrankungen wird Kälte eingesetzt: in der Kältekammer.

Hier werden die Patienten für eine kurze Zeit einer extremen Kälte von bis zu 110 Grad Celsius ausgesetzt. Bekleidet sind sie dabei i. d. R. nur mit Badebekleidung und Schutzbekleidung, etwa für Mund, Ohren, Hände und Füße. Die Behandlung in der Kältekammer dauert nur einige Minuten und die Minusgrade werden schrittweise gesteigert. Sie desensibilisiert überreizte Nervensysteme und setzt Endorphine, sog. Glückshormone, frei.

Im Bereich des Leistungsports ist der Gang in die Kältekammer schon lange alltäglich. Setzen sich die Sportler vor dem Training der extremen Kälte aus, wird so die Durchblutung der Muskulatur gefördert, was ihnen während der Belastung zugute kommt. Nach dem Training hilft die Kälte bei der Regeneration.

Zunächst wurde die Kältekammer vor allem für Rheumapatienten eingesetzt. Bei ihnen lassen sich die Schmerzen in den Gelenken durch die Behandlung für einige Zeit (i. d. R. einige Stunden) reduzieren. Auch bei dermatologischen Erkrankungen mit Gelenkbeteiligung, wie etwa Psoriasis Arthritis, oder Lupus erythematodes kommt die Kältekammer zum Einsatz, am besten immer unter der Kontrolle eines Rheumatologen. Behandlungserfolge sind auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte zu beobachten. An der wissenschaftlichen Belegung dieser Erfolge wird derzeit noch gearbeitet.

Nebenwirkungen und Kostenübernahme

Nebenwirkungen werden durch die Behandlung in einer Kältekammer i. d. R. selten verursacht. Auftreten können u. U. Schwindelgefühle oder Atemnot. Allerdings ist das verordnete Frieren nicht für jeden geeignet. Patienten, die unter Platzangst leiden, sollten den Gang in die Kammer ebenso meiden wie Patienten, die von Herzerkrankungen betroffen sind.

Wichtig ist, vor der Behandlung auf das Eincremen zu verzichten. Auch Schmuck, Brillen und Piercings sollten abgelegt werden. Die Krankenkassen übernehmen in Einzelfällen die Behandlung der Kältekammer, die auch im Rahmen einer stationären Rehabehandlung möglich ist. Patienten sollten sich vorab allerdings ausführlich bei ihrer Kasse beraten lassen.

Quelle: Patient und Haut 2/2016

24.02.17

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