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Kehlkopfkrebs: Das sind die Therapiemöglichkeiten

Rund 4.000 Menschen in Deutschland erkranken nach Angaben der Deutschen Krebshilfe jedes Jahr neu an Kehlkopfkrebs, Männer sind hierbei i. d. R. häufiger betroffen als Frauen. Wie bei anderen Tumoren gilt auch beim Kehlkopfkrebs: Je früher er entdeckt wird, umso besser ist die Prognose.

Wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird, kann er meist so schonend operiert werden, dass die Funktionen des Kehlkopfes, vor allem die Stimme, erhalten bleiben, informiert der Blaue Ratgeber Krebs im Rachen und Kehlkopf der Deutschen Krebshilfe. Doch auch wenn der Tumor bereits etwas größer ist, muss der Kehlkopf nicht immer völlig entfernt werden – hier hängt es vor allem von Ausmaß und Lage des Tumors ab.

Operationstechniken bei Kehlkopfkrebs

Beim Kehlkopfkrebs können verschiedene Operationstechniken zum Einsatz kommen. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) unterscheidet man zwischen Eingriffen, die mithilfe des Skalpells oder laserchirurgisch durch den Mund (transoral) durchgeführt werden. Hier können nur Teilentfernungen vorgenommen werden. Darüber hinaus kann der Eingriff von außen durch die Halsweichteile (transzervikal) erfolgen. Hierbei ist es auch möglich, den gesamten Kehlkopf zu entfernen (Laryngektomie). Bei der teilweisen Entfernung durch den Mund kommt heutzutage immer häufiger die Laserchirurgie zum Einsatz, betont die Deutsche Krebshilfe. Bei diesen minimal-invasiven mikrochirurgischen Verfahren werden gesunde Rachen- und Kehlkopfstrukturen erhalten, wenn dies aus medizinischer Sicht vertretbar ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Überlebensraten bei der Lasermikrochirurgie i. d. R. ebenso gut sind wie bei der Operation von außen, so die Deutsche Krebshilfe.

Behandlung in fortgeschrittenen Stadien

Insgesamt hängt die Prognose des Erkrankten davon ab, ob und wie stark der Tumor in die Lymphknoten gestreut hat, so die DKG. Die umliegenden Lymphknoten werden daher in Diagnostik und Therapie miteinbezogen. Besonders bei örtlich fortgeschrittenen Tumoren werden daher der Tumor sowie die dazugehörigen Halslymphknoten operiert, informiert die Krebshilfe. Bei großen Tumoren und/oder Befall der Lymphknoten erfolgt dann eine zusätzliche Strahlentherapie. Diese zweite wichtige Säule bei der Therapie von Kehlkopfkrebs kommt ebenfalls zum Einsatz, wenn eine Operation nicht möglich ist, beispielsweise aufgrund der Größe des Tumors oder der Metastasen in den Halslymphknoten. In diesen Fällen ist die Strahlentherapie die erste Behandlungsoption, ebenfalls mit dem Ziel, die Erkrankung zu heilen. Bei einem kleinen Tumor, der komplett entfernt wurde und wenn die Lymphknoten nicht befallen sind, ist i. d. R. keine nachträgliche Strahlentherapie notwendig.

Die Strahlentherapie kann allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie erfolgen. Studien haben nach Angaben der DKG erwiesen, dass eine zusätzliche Gabe von Chemotherapeutika die Strahlentherapie effizienter macht. Ob eine zusätzliche Chemotherapie erfolgt, hängt vom Allgemeinzustand des Patienten ab, so die Krebshilfe. Eine alleinige Chemotherapie kommt vor allem bei Metastasierung außerhalb des Kopf-Hals-Bereiches in Betracht.

Stimmbildung nach Entfernung des Kehlkopfes

Gerade bei einer vollständigen Entfernung des Kehlkopfes müssen die Betroffenen zunächst mit erheblichen funktionellen Einschränkungen in ihrem Alltag rechnen, da sie dadurch die Fähigkeit zur Stimmbildung verlieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Stimme wiederzuerlangen und weitgehend normal zu kommunizieren – wenn auch auf anderem Wege. So erlernen viele Operierte mit der sog. körpereigenen Ersatzstimme (Speiseröhrenstimme) zu sprechen. Eine körpereigenen Ersatzstimme kann auch mithilfe operativer Maßnahmen möglich werden. Dafür wird eine ventilartige Verbindung zwischen Luftröhrenstumpf und oberem Speiseröhrenabschnitt beziehungsweise unterem Rachenbereich hergestellt, so die Deutsche Krebshilfe. Eine weitere Möglichkeit der Stimmbildung ist die Nutzung apparativer Maßnahmen, sog. elektronischer Sprechhilfen.

Quelle: Befund Krebs 1/2015

18.04.17

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