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Kinderwunsch nach Krebs erfüllen: Was kann moderne Medizin leisten?

Krebs und Kinderwunsch – muss ich den Traum von der eigenen Familie aufgeben? Was tun, wenn die Chemotherapie zwar den Krebs bekämpft, aber auch Eierstöcke und Fruchtbarkeit unwiederbringlich zerstört? Welche Hilfe bietet die moderne Medizin? Seit zehn Jahren hilft das „Deutsche Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapien, FertiProtekt“ jungen Menschen nach überstandener Krebserkrankung ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Derzeit sind 76 Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz dem Netzwerk angeschlossen: Hier werden Frauen mit Krebsdiagnose fundiert beraten. Sie erfahren, welche Behandlungsmethode helfen kann, die Chance eigene Kinder zu bekommen zu erhalten.

Krebserkrankungen, deren Therapie Eierstöcke und teilweise die Gebärmutter angreift, sind u.a. Brust- und Eierstockkrebs, Lymphome und Leukämien, Krebserkrankungen des Verdauungstraktes, Knochenkrebs sowie zahlreiche andere, selteneren Krebserkrankungen. Darüber hinaus kommen bei seltenen gutartigen Erkrankungen, wie Vaskulitiden und schwere Lupuserkrankungen, auch Chemotherapeutika zum Einsatz, die die Fruchtbarkeit schädigen können.

Dank moderner Therapien können heute immer mehr Menschen von ihrer Erkrankung geheilt werden. „Viele junge Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen“, so Professor Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen am Universitätsklinikum Heidelberg. „Für sie spielt die Frage, ob sie nach der Behandlung noch eine Familie gründen und eigene Kinder haben können, eine wichtige Rolle.”

Die an Fertiprotekt beteiligten Zentren beraten jährlich über 1.000 Frauen vor einer geplanten Chemo- bzw. Strahlentherapie, von denen sich etwa 75 Prozent für eine Behandlung zum Schutz von Eizellen und Eierstöcke entscheiden. Während bei jungen Männern vor einer Chemo- oder Strahlentherapie Spermien problemlos tiefgefroren und bei Bedarf für eine spätere Befruchtung wieder aufgetaut werden können, ist die Situation bei Frauen wesentlich komplexer. „Es gibt inzwischen effektive Methoden, von denen wir für jede Frau individuell die passende auswählen“, erklärt Professor Dr. Ariane Germeyer, Funktionsoberärztin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. So kann die Frau für den Zeitraum der Chemo- oder Strahlentherapie bestimmte Hormonpräparate einnehmen, die den Eierstock ruhigstellen und dadurch schützen.

Eine andere Möglichkeit ist, vor der Behandlung Eizellen zu gewinnen, diese tiefzufrieren und für eine spätere Befruchtung bereitzuhalten. Ein relativ neues Verfahren ist die Entnahme und Rücktransplantation von Eierstockgewebe. Anders als bei der Entnahme von Eizellen ist im Vorfeld keine Hormonbehandlung nötig, die den Start der Chemotherapie verzögert. Zudem produziert das transplantierte Gewebe unter guten Voraussetzungen – wenigstens für eine bestimmte Zeit – wieder die weiblichen Sexualhormone und lässt Eizellen in einem normalen Zyklus heranreifen. „Die Rückverpflanzung von Eierstocksgewebe zeigt mehr und mehr Erfolg. Bis dato hat jede dritte transplantierte Frauen eine Schwangerschaft erzielt“, erklärt Professor Dr. Bettina Toth, Leitende Oberärztin der Frauenklinik und Leiterin der Kinderwunschambulanz.

„Unser Ziel ist es, Frauen vor oder nach einer Krebsbehandlung flächendeckend die Möglichkeit zu geben, sich qualifiziert beraten und gegebenenfalls auch behandeln zu lassen. Nach der Diagnose brauchen die Patienten schnell einen Ansprechpartner, da die Therapie nicht lange aufgeschoben werden kann“, sagt Professor Dr. Ariane Germeyer, Vorstandsmitglied im Verein „Fertiprotekt“. Die dem Netzwerk angeschlossenen Zentren beraten über die zur Verfügung stehenden Methoden, entwickeln sie weiter und folgen dabei strengen Qualitätsstandards. Außerdem werten sie die Erfahrungsberichte wissenschaftlich aus, um die Beratung zukünftig noch weiter zu verbessern.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

16.02.16

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