- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Stoffwechselerkrankungen - Diabetes mellitus - News - Telemedizin: Was steckt dahinter?

Telemedizin: Was steckt dahinter?

Kann die Telemedizin ein medizinisches Konzept der Zukunft sein? Das ist eine Frage, die sich auch für Diabetiker stellt. Doch was ist Telemedizin überhaupt – und was kann sie für Diabetiker leisten?

Wie die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DG Telemed) ausführt, versteht man darunter „die Erbringung konkreter medizinischer Dienstleistungen in Überwindung räumlicher Entfernungen durch Zuhilfenahme moderner Informations- und Kommunikationstechnologien“ – beispielsweise über das Internet und/oder per Telefon oder SMS. Beim Diabetes spricht man auch von Telediabetologie: Laut der DG Telemed kommt hier ein sog. telediabetologisches System zum Einsatz. Mit diesem werden regelmäßig gesundheitsbezogene Werte erfasst (z. B. Blutzucker, Gewicht, Körperfett, Aktivität, Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und EKG), und zwar optimalerweise zu jeder Zeit und an jedem Ort. Diese Parameter generieren dann eine Datenbasis für individuelle Therapieempfehlungen sowie deren Anwendungs- und Erfolgsüberwachung, heißt es.

So werden beim sog. Telemonitoring beispielsweise die gemessenen Blutzuckerwerte automatisch in die Patientenakte übertragen, die vom behandelnden Arzt dann eingesehen werden kann, informiert die Deutsche Diabetes-Stiftung. Wichtig ist dabei, dass die Kommunikation nicht nur einseitig verläuft – auch der jeweilige Arzt muss in Kontakt mit seinen Patienten treten. Bei einer Studie, die an einer Klinik in Düsseldorf durchgeführt wurde, wurden die Patienten beispielsweise kontaktiert, wenn sie vergessen hatten, den Blutzucker zu messen oder der Wert zu stark abwich.

Doch wozu überhaupt Telemedizin – ist das direkte Gespräch mit dem Arzt nicht wesentlich erfolgsversprechender und noch dazu viel persönlicher? Laut der DG Telemed erhofft man sich von der Telemedizin eine Qualitätsverbesserung und sicherung in der medizinischen Versorgung in fast allen medizinischen Disziplinen. So könne durch moderne Informations und Kommunikationstechnologien die diagnostische und therapeutische Praxis vereinfacht werden, die Qualität der medizinischen Versorgung erhöht und die Verfügbarkeit umfassenderen medizinischen Wissens auch in der Fläche verbessert werden – der telemedizinisch tätige Arzt ist nicht mehr ortsgebunden, sondern kann seine Kompetenzen im Grunde weltweit einsetzen. Zudem könnten durch die Effektivität der Telemedizin „Ersparnisse in den nächsten Jahren in Milliardenumfang“ erwartet werden.

Tatsächlich zeigen sich in der Telediabetologie erste Erfolge: Studien über telemedizinische Projekte mit Diabetikern zeigen Verbesserungen bei den HbA1c-Werten, zudem wissen die Teilnehmer meist mehr über ihre Krankheit und können diese so auch besser bewältigen. Zudem haben sie oft das Gefühl, mehr Kontrolle über ihrer Situation zu haben und nehmen sich selbst als weniger hilflos wahr, hieß es 2012 in einer Analyse in Fachmagazin Der Diabetologe. Somit ist auch ein Zuwachs an Lebensqualität zu erwarten.

Noch ist die Telediabetologie im Aufbau, erste Projekte gibt es dazu aber auch in Deutschland – mit durchaus vielversprechenden Ergebnissen. Dabei bleibt jedoch festzuhalten: Die Telemedizin ist ein ergänzendes Konzept zur normalen ambulanten Versorgung – keines, das diese ersetzen soll.

Quelle: Befund Diabetes 04/2013

16.04.14

Newsletter An-/Abmeldung

Code: UINP