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Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebs

Komplementäre Behandlungsmethoden sind bei der Therapie von Nebenwirkungen mittlerweile ein wichtiger Bestandteil. Doch nicht alle Methoden sind wirksam oder unbedenklich.

Komplementär bedeutet „ergänzend“ – im Gegensatz zu sog. Alternativtherapien geht es bei der Anwendung von komplementären Methoden also nicht darum, die Standardtherapie zu ersetzen. Komplementäre Methoden können die schulmedizinische Behandlung jedoch unterstützen, indem sie Nebenwirkungen lindern oder ihnen vorbeugen oder sogar die Wirkung der Standardbehandlung verstärken. Dennoch ist es unabdingbar, den Einsatz von komplementären Methoden vorab mit dem behandelnden Arzt abzustimmen, da auch vermeintlich natürliche Verfahren Einfluss auf die Krebstherapie haben können und es zu ungewollten Neben- und Wechselwirkungen kommen kann.

Selentherapie

Bei der Selentherapie wird Selen dem Körper im Form von Na-Selenit, eine Verbindung von Selen und Natrium, zugeführt. Selen spielt in unserem Körper eine Rolle bei der Bekämpfung der sog. freien Radikale, die die Zellen schädigen können und bei der Chemo- und Strahlentherapie vermehrt entstehen. Selen zeigt in Untersuchungen eine schützende Wirkung auf gesunde Körperzellen – nicht jedoch auf die Tumorzellen, die auch bei erhöhter Selenzufuhr weiter von den Therapien angegriffen werden. In Studien konnte man laut des Online-Portals Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen sogar feststellen, dass die Wirkung der Chemo- und Strahlentherapie unter der Einnahme von Na-Selenit stärker war. Auch die Nebenwirkungen der Standardbehandlung waren geringer, wie andere klinische Untersuchungen zeigten.

Na-Selenit Präparate sollte man nicht mit Vitamin-C-haltigen Arzneimitteln, Getränken oder Speisen einnehmen, da Selen sonst nicht mehr für den Körper verwertbar ist. Die Selentherapie gehört zu den wirksamkeitsgeprüften komplementären Maßnahmen.

Misteltherapie

Die Misteltherapie ist ein häufiges Verfahren in der Komplementärmedizin. Die Mistelextrakte stammen aus verschiedenen Wirtsbäumen. Die eigentliche Misteltherapie wird dann individuell nach Krebsart und Geschlecht abgestimmt und angewendet. Klinische Studien zeigen, dass die komplementäre Misteltherapie Nebenwirkungen der Krebsstandardtherapien wie Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Müdigkeit oder depressive Verstimmungen mindern kann. Beobachtungen an Krebspatienten weisen auch auf ein stabilisiertes Immunsystem durch die Misteltherapie hin. Versuche im Reagenzglas zeigen die zellabtötende und immunaktivierende Wirkung der Mistel, auch bei Versuchen an Tieren wurden vielversprechende Effekte gegen Tumoren, Metastasen und Infektionen festgestellt.

Nach wissenschaftlichen Kriterien ist die Wirksamkeit nicht bewiesen, da es bei den bisherigen Studien methodische Mängel gibt. Deshalb wird die Misteltherapie als nicht ausreichend wirksamkeitsgeprüft eingestuft. Es ist angeraten, vor der Anwendung den Arzt zu fragen, da die immunstimmulierende Wirkung auch schädigend sein kann, z. B. bei Leukämiepatienten.

Sport

Menschen mit Krebs sollten möglichst in Bewegung bleiben – mittlerweile empfehlen Ärzte Sport und Bewegung in mittlerer Intensität. Sport erhöht die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und schützt offenbar auch vor Rückfällen. Das haben nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) beispielsweise Untersuchungen an Frauen mit Brustkrebs gezeigt. Daher sollte Sport auch nach Abschluss der Therapie zum Lebensstil dazugehören.

Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren und Methoden zum Stressabbau helfen bei der Verarbeitung der Krebserkrankung und beim Durchstehen der meist sehr kräftezehrenden Krebstherapie. Sie fördern die psychische Gesundheit und stabilisieren das seelische Gleichgewicht – wichtige Voraussetzungen, um die Krebstherapie durchzuhalten und auch in anderen Bereichen ein aktives Leben führen zu können. Zu den anerkannten Entspannungsverfahren gehören beispielsweise Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Meditationsverfahren wie die Achtsamkeitsmeditation oder auch Yoga. Die entsprechenden Methoden können in Rehakliniken oder Kursen erlernt werden – hier gibt es verschiedene Anbieter, von den Landeskrebsgesellschaften und Krankenkassen bis hin zu Volkshochschulen und privaten Lehrern.

Orthomolekulare Therapie

Bei der orthomolekularen Therapie werden dem Körper sog. natürliche Mikronährstoffe zugeführt, wie Vitamine, Enzyme oder Aminosäuren. Krebspatienten haben eine hohen Bedarf an diesen Mikronährstoffen, zum einen wegen ihrer Erkrankung aber auch wegen der Krebsbehandlung – und dieser Bedarf ist mitunter durch eine gesunde Ernährung allein nicht zu decken, informiert das Online-Portal Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen. Deshalb kann es sinnvoll sein, Mikronährstoffe gezielt zuzuführen. In Studien hat sich gezeigt, dass ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen dazu führen kann, dass Patienten schlechter auf die Krebstherapie ansprechen, stärker unter Nebenwirkungen leiden und daher auch eine schlechtere Lebensqualität haben.

Bei manchen Krebspatienten besteht zudem dass Problem, dass sie frisches Obst und Gemüse nur unter Schmerzen verzehren können bzw. sie dagegen allergisch sind oder sie stark unter Gewichtsverlust und Auszehrung leiden – dann kann eine zusätzliche Zufuhr von Mikronährstoffen sinnvoll sein, ebenso, wenn ein Mangel bereits nachgewiesen ist. Das sollte allerdings mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Enzymtherapie

Die Enzymtherapie gehört laut dem Online-Portal Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen zu den wirksamkeitsgeprüften Maßnahmen der Komplementärmedizin. Sog. proteolytische Enzymgemische haben sich in Studien als wirksam erwiesen – z. B. zeigen Patienten mit Brustkrebs, Darmkrebs oder einem Plasmozytom eine bessere Lebensqualität da die Nebenwirkungen gelindert werden. So haben sie seltener Schleimhautschäden, leiden weniger unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, haben einen geringen Gewichtsverlust und weniger starke Hautreaktionen. Empfehlenswert sind i. d. R. insbesondere Kombinationen aus Natriumselenit (Selen), pflanzlichen Enzymen sowie Linsenlektingemisch, die insbesondere Haut und Schleimhäute schützen können, heißt es weiter.

Quelle: Befund Krebs 1/2017

22.05.17

Komplementäre Behandlungsmethoden
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