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Krafttraining bei Asthma, COPD und Mukoviszidose

Krafttraining im Kinder- und Jugendbereich war lange im deutschsprachigen Raum umstritten. Die über viele Jahre irrtümlichen Annahmen, dass wesentliche Effekte durch Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen erst mit der einsetzenden Sexualhormonbildung in der Pubertät zu erzielen seien und ein regelmäßig durchgeführtes Krafttraining das Wachstums negativ beeinflusse, wurden widerlegt. Vielmehr konnte an Hand einer Analyse von 69 Studien gezeigt werden, dass sich Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen positiv auswirkt, da es die Knochenmineralisierung sowie die Körperzusammensetzung verbessern und Verletzungen vorbeugen kann. Unter fachkundiger Anleitung und unter Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes der Kinder und Jugendlichen sowie der jeweils spezifischen Zielsetzung kann das positive Potenzial des Krafttrainings ausgeschöpft werden. Einen besonderen Gehalt gewinnen die Vorteile des Krafttrainings bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma und Mukoviszidose. Ebenso bedeutsam ist das Krafttraining für Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die i. d. R. erst in einer späteren Lebensphase auftritt.

Durch den Muskelaufbau steigert gezieltes Krafttraining die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und dient der Verletzungs- und Haltungsprophylaxe. Kinder und Jugendliche leiden oft mangels ausreichender Rumpfmuskulatur schon in jungen Jahren an Haltungsschwächen. Durch Kräftigung der Rückenmuskulatur wird eine aufrechte Körperhaltung unterstützt und somit eine Aufrichtung des Thorax bewirkt, was zu einer Erleichterung der Atmung beiträgt. Außerdem führt gezieltes Training spezifischer Muskulatur zur Verbesserung der Brustwirbelsäulenrotation (BWS-Rotation) und erhält somit die Mobilität, was für ein physiologisches Atemmuster notwendig ist. Auch die Kräftigung der Atemhilfsmuskulatur ist für Patienten mit chronischer Lungenerkrankung von großer Bedeutung, weil diese wesentlich die Atmung unterstützt. Je nach Schweregrad der Erkrankung benötigen viele Kinder und Jugendliche eine systemische Kortison-Therapie. Eine Nebenwirkung dieser Therapie ist die Mineralsalzverarmung der Knochen, was zu Osteoporose führen kann. Krafttraining kann dem entgegenwirken, indem es den Knochenstoffwechsel und den Aufbau von Knochenzellen fördert.

Asthma

Bei Asthma-Erkrankten stehen u. a. die Haltungs- und die Osteoporoseprophylaxe im Vordergrund. Der allgemeine Fitnesszustand wird außerdem verbessert, was zu einer höheren Toleranz von körperlichen Belastungen führt und somit das Risiko von Atemnot bei gleicher Anstrengung vermindert. Wichtig bei Asthmatikern ist vor dem Krafttraining ein speziell ausgerichtetes Aufwärmprogramm durchzuführen, um die Wahrscheinlichkeit einer asthmatischen Reaktion zu vermindern. Außerdem ist bei entsprechendem Schweregrad der Erkrankung vor dem Training die Einnahme eines kurz wirksamen Betamimetikums zusätzlich zur bestehenden Dauertherapie angezeigt.

COPD

COPD geht mit einer peripheren Muskelschwäche einher, der mit Krafttraining gezielt entgegengewirkt werden kann. Hier spielt außerdem das Training der Atemhilfsmuskulatur eine große Rolle. Je nach Schweregrad sind COPD-Patienten im Alltag stark eingeschränkt. Durch regelmäßiges Krafttraining kann die Lebensqualität deutlich verbessert werden.

Mukoviszidose

Kinder und Jugendliche, die an Mukoviszidose leiden, weisen meist eine stark beeinträchtigte Lungenfunktion auf. Die bei körperlicher Anstrengung auftretende Kurzatmigkeit kann neben den Symptomen der Lungenerkrankung auch Zeichen eines Trainingsmangels sein, da häufig Belastungen gemieden werden. Durch Kräftigung der funktionellen Muskulatur kann die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert und somit Aktivitäten des alltäglichen Lebens erleichtert werden. Außerdem wird durch den Muskelaufbau eine Gewichtszunahme begünstigt. Wegen der erschwerten Atmung leiden häufig schon Kinder und Jugendliche an Einschränkungen in der Thorax- und BWS-Mobilität. Hier ist es besonders wichtig, durch gezieltes Training der verkürzten Muskulatur entgegenzuwirken und dadurch die Beweglichkeit wieder herzustellen.

Bei der Ausführung des Krafttrainings ist es wichtig, auf die korrekte Durchführung der Übungen zu achten, um Fehlbeanspruchungen zu vermeiden. Bei Lungenerkrankten ist es von besonderer Wichtigkeit die richtige Atemtechnik anzuwenden: Bei Belastung wird gezielt durch den Mund ausgeatmet, bei Entlastung durch die Nase eingeatmet. Durch die kontrollierte und vertiefte Atmung erreicht man zusätzlich eine Reinigung der Atemwege von Schleim.

CJD Bayern

Quelle: COPD und Asthma 2/2016

13.07.16

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