Heidelberg – Wenn Eltern rauchen, legen sie den Grundstein für eine spätere Krebserkrankung ihres Kindes, insbesondere für Nasenkrebs, so das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Darüber hinaus haben Kinder rauchender Mütter auch ein erhöhtes Risiko, an Blasenoder Nierenkrebs zu erkranken. Die krebserregende Wirkung von Zigarettenrauch entfaltet sich auch über indirekte Wege: So legt bereits das elterliche Rauchverhalten Kindern Krebsrisiken in die Wiege, die unabhängig von ihrem späteren eigenen Nikotinkonsum und erblichen Faktoren sind. Zu diesem Schluss kommen Prof. Kari Hemminki und Dr. Bowang Chen, Deutsches Krebsforschungszentrum, in einer Studie, die auf Daten des schwedischen Familien- Krebsregisters basiert. Über Generationen wurden Krebserkrankungen in schwedischen Familien erfasst: Bei den Nachkommen von 18.000 Müttern und 42.000 Vätern mit Lungenkrebs waren nahezu 174.000 Krebserkrankungen bei Menschen bis 70 Jahre verzeichnet. Durch den Vergleich mit den Erkrankungsraten bei Nachkommen nicht rauchender Eltern konnten die Wissenschaftler spezifische Krebsrisiken berechnen, die nicht mit den eigenen Rauchgewohnheiten der Betroffenen oder mit erblichen Risiken zu erklären sind.
26.06.06