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Krebs und Erschöpfungssyndrom

Sich während einer Krebserkrankung bzw. -therapie erschöpft oder abgeschlagen zu fühlen, erscheint zunächst nicht ungewöhnlich. Doch es gibt eine bestimmte Form von tiefgreifender und quälender Müdigkeit, die davon abzugrenzen ist und für Krebspatienten sehr belastend sein kann: Das Erschöpfungssyndrom, auch Fatigue genannt.

Rund 80 % der Krebspatienten leiden im Laufe ihrer Behandlung unter Fatigue, informiert die Deutsche Fatigue Gesellschaft. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (Fatigatio = Ermüdung) und kommt heute im französischen und englischen Sprachgebrauch vor. Fatigue beinhaltet eine tiefgreifende Müdigkeit und Erschöpfung, die unabhängig davon ist, was die Betroffenen vorher gemacht haben. Sie kann auch durch Schlaf oder Ruhepausen nicht beseitigt werden und schränkt die Lebensqualität stark ein – die Patienten fühlen sich kraft- und antriebslos. Hinzu kommt eine oft ausgeprägte geistige Müdigkeit: Die Betroffenen können sich nicht konzentrieren und sind häufig vergesslich.

Dass Krebspatienten während Erkrankung und Therapie über Abgeschlagenheit klagen, ist leicht verständlich: Tumorzellen haben einen etwa zehn Mal höheren Energieumsatz als gesunde Körperzellen und entziehen dem Organismus Kraft. Darüber hinaus führt eine Operation häufig zu starkem Blutverlust, anschließende Chemo- und Strahlentherapien hemmen die Blutbildung und beeinträchtigen den normalen Stoffwechsel – all dies raubt den Menschen weitere Energien. Dennoch scheinen die Ursachen für das Erschöpfungssyndrom sehr komplex und nicht nur körperlich, sondern auch seelisch bedingt zu sein, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Wie die Faktoren genau zusammenwirken, ist allerdings bisher unbekannt und bedarf weiterer Forschung.

Zu unterscheiden ist zudem zwischen akuter und chronischer Fatigue. Die akute Fatigue ist meist in den Tagen und Wochen nach der Behandlung, wie Chemo- und Strahlentherapie oder einer Operation, zu beobachten und verschwindet wieder, wenn die Therapie abgeschlossen ist. Von chronischer Fatigue spricht man hingegen, wenn sich die Patienten auch noch Monate später müde und ausgelaugt fühlen. Auch Patienten, bei denen der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt wurde und die mit wenig belastenden Therapien geheilt werden konnten, sind manchmal Jahre später stark von Fatigue beeinträchtigt, heißt es bei der Deutschen Fatigue Gesellschaft.

Die Behandlung des Erschöpfungssyndroms muss wegen der unterschiedlichen Ursachen und Verläufe sehr individuell angepasst werden, betont der Krebsinformationsdienst. Sie ist u. a. abhängig von der Schwere der Krebserkrankung und davon, ob die Fatigue akut oder chronisch auftritt. Manche körperlichen Ursachen wie eine Anämie lassen sich nach Angaben der DKG gut medizinisch behandeln. Ggf. muss auch die Krebstherapie angepasst werden. Andere Möglichkeiten sind Bewegungstraining, Programme zur Kräfteeinteilung im Alltag, Entspannungsübungen und Schlafhygiene sowie eine psychoonkologische Unterstützung, so der Krebsinformationsdienst.

Betroffene können auch selbst etwas tun, betont die DKG: So können sie beispielsweise ein Fatigue-Tagebuch führen und so Leistungsschwankungen ermitteln, sich ausgewogenen ernähren und sich Ruhe gönnen, wenn sie sie brauchen.

Quelle: Befund Krebs 04/2013

07.02.14

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