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Krebs: Teilnahme an Studien

Soll man als Krebspatient an einer klinischen Studien teilnehmen? Gerade bei seltenen Krebsarten oder fortgeschrittenen Krankheitsverläufen stellen sich manche Menschen mit Krebs diese Frage.

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ist damit auch die Hoffnung verbunden, mehr Lebensqualität zu erhalten, länger leben zu können oder sogar geheilt zu werden. Sie empfiehlt Patienten, die den Wunsch haben, an einer Studie teilzunehmen, mit dem Arzt darüber zu sprechen. Denn nicht immer ist man für eine Studie geeignet, es gibt bestimmte Ein- und Ausschlusskriterien – oft werden beispielsweise nur Menschen eines bestimmten Alters und ohne Begleiterkrankungen eingeschlossen, so die DKG.

Vorteile einer Teilnahme

Für Patienten ermöglichen klinische Studien, dass sie bereits frühzeitig von neuen innovativen Behandlungsverfahren profitieren können, die, da sie noch nicht zugelassen sind, sonst nicht erhältlich wären, so die DKG. Sie können aber trotzdem wirksam oder hilfreich sein. Studienteilnehmer genießen zudem eine intensive Betreuung und engmaschige Überwachung, heißt es weiter.

Risiken einer Teilnahme

Zu den Risiken gehören beispielsweise unbekannte Nebenwirkungen. Zudem sind ein gewisser Zeitaufwand, Untersuchungen und Tests notwendig, diese können ebenfalls belastend sein. Die Risiken sollen jedoch für die Studienteilnehmer so klein wie möglich gehalten werden, betont die DKG. Dies erfolgt mittels eines streng überwachten Prüfplans, der mehrere unabhängige Genehmigungsinstanzen passieren muss, bevor die Studie anlaufen darf. So können auch negative Folgen bzw. Entwicklungen bereits früh erkannt werden – im Ernstfall kann es dann sogar zum Studienabbruch kommen, so die DKG.

Studien: Was gibt es zu beachten?

Wichtig ist, vorab zu wissen: Nicht alle Teilnehmer einer Studien werden mit dem neuen Medikament behandelt. Vielmehr werden die Teilnehmer auf zwei oder mehr Gruppen aufgeteilt, damit die Ärzte wissen, welches Mittel im Vergleich besser wirkt. So kann es beispielsweise sein, dass eine Gruppe mit dem neuen Wirkstoff behandelt wird, die andere das bisher als beste Mittel bekannte Standardpräparat erhält. Diese Aufteilung erfolgt nach Angaben des Krebsinformationsdienstes nach dem Zufallsprinzip – deshalb nennt man solche Studien auch randomisiert. Sowohl die Ärzte als auch die Teilnehmer können die Zuteilung in die Gruppen nicht beeinflussen.

Wer sich für eine Studie entscheidet, kann diese Entscheidung jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen und die Teilnahme abbrechen. Dies schränkt jedoch die Aussagekraft der Untersuchung ein – daher sollte man eher mit dem Willen an die Studie herangehen, diese auch zu beenden. Wie die DKG betont, ist es daher besonders wichtig, sich vorab genau über den zeitlichen Aufwand, Ziele und Ablauf der Studie zu informieren. Die DKG rät: Vor einer endgültigen Entscheidung sollten man sich intensiv mit dem behandelnden Arzt und den Angehörigen austauschen und beraten und Pro und Kontra einer Teilnahme ausloten. Manche Studien haben vielleicht mehr Risiken, andere einen höheren Zeitaufwand. Auch eine Zweitmeinung kann in dieser Frage daher nicht schaden.

Quelle: Befund Krebs 1/2016

16.06.16

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