- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Krebs - Krebs allgemein - Nebenwirkungen|Folgen der Therapie - Krebstherapie: Es geht auch ohne Erbrechen

Krebstherapie: Es geht auch ohne Erbrechen

Nebenwirkungen der Krebstherapie erfolgreich verhindern

Übelkeit und Erbrechen gehörten jahrelang zu den gefürchtesten Nebenwirkungen einer Krebstherapie. Mittlerweile gibt es Medikamente, die diese unerwünschten Wirkungen verhindern können, wenn sie richtig eingesetzt werden. Daher sollte bei einer Krebsbehandlung Übelkeit und Erbrechen standardmäßig von Anfang an mit entsprechenden Medikamenten bereits vorgebeugt werden.

Im Rahmen einer Chemotherapie kann es leider zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen kommen, da sich der Körper gegen die verwendeten Mittel wehrt. Übelkeit und Erbrechen sind nicht nur besonders unangenehm und kräftezehrend, sondern können zu ernsten Gefahren wie z. B. einer schweren Austrocknung führen.

Akut bis verzögert – Übelkeit kann in unterschiedlichen Formen auftreten

Bei Krebstherapien gibt es verschiedene Phasen des Erbrechens: Akute Übelkeit und Erbrechen treten innerhalb der ersten 24 Stunden nach Gabe der Chemotherapie auf. Zur verzögerten Übelkeit und Erbrechen kann es zwei bis fünf Tage nach der Chemotherapie kommen. Wie lange und wie stark Übelkeit und Erbrechen auftreten, ist vom Chemotherapeutikum abhängig und variiert von Patient zu Patient.

Blockade des Serotonin verhindert Erbrechen

Bei der Auslösung des Erbrechens sind verschiedene Botenstoffe des Körpers beteiligt. Einer der Wichtigsten ist das Serotonin, auch 5-HT3 genannt. Dieser Botenstoff muss sich an den 5-HT3 – Rezeptor andocken, um seine Botschaft „Gift im Körper – Erbrechen auslösen“ zu übermitteln. Wird dieser Rezeptor blockiert, so ist der Meldevorgang unterbrochen. Die bisher zugelassenen 5-HT3 -Rezeptorantagonisten sind bezüglich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit mehr oder weniger gleichwertig. Nach gängiger Praxis werden sie am Tag der Chemotherapie als Spritze verabreicht sowie an den folgenden drei bis fünf Tagen zusätzlich in Form von Tabletten gegeben, da ihre Wirksamkeit nur von relativ kurzer Dauer ist.

Bei einem neueren 5-HT3 Rezeptorantagonisten ist dagegen nur eine Einmalgabe pro Chemotherapiezyklus als Spritze am Tag der Chemotherapie notwendig, da dieses Mittel im Körper wesentlich langsamer abgebaut wird und stärker an den Rezeptor bindet als die bisherigen Substanzen. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass diese langwirksame Substanz sowohl das akute als auch das verzögerte Erbrechen bei moderatemetogener Chemotherapie in den meisten Fällen verhindern kann und dabei gut verträglich ist.

Kombinationen erhöhen Wirksamkeit

Zur Erhöhung der Wirksamkeit werden alle 5-HT3 Rezeptorantagonisten mit Dexamethason oder mit einem NK1 Antagonisten kombiniert. Das letztgenannte Medikament verhindert das Andocken der Substanz P an den Neurokinin- Rezeptor. Speziell bei der Verabreichung von Cisplatin-haltigen Chemotherapien ist Substanz P besonders in der Phase des verzögerten Erbrechens von Belang. Mit diesen wirkungsvollen Strategien kann die schwerwiegende Nebenwirkung „Übelkeit und Erbrechen“ bei einer Krebstherapie mittlerweile gut in den Griff bekommen und somit ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität geleistet werden.

Bettina Reich

28.06.06

Nebenwirkungen|Folgen der Therapie
Newsletter An-/Abmeldung

Code: QDAO