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Laktoseintoleranz

29.04.09.

Laktoseintoleranz

Mit ca. 4,5 % ist Milchzucker, die sog. Laktose, das Hauptkohlenhydrat der Milch. Dieses wird nach oraler Aufnahme im Darm vom körpereigenen Enzym Laktase in die Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose, zwei Einfachzucker, gespalten. Bei Menschen, die an einer Milchzuckerunverträglichkeit – Laktoseintoleranz – leiden, findet dieser Prozess nur eingeschränkt oder gar nicht statt. Die Gründe sind ein Mangel an Laktase bzw. eine eingeschränkte Laktase-Aktivität. Rund 10 Millionen Deutsche leiden an dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit, wobei Säuglinge i. d. R. nicht betroffen sind: Erst mit zunehmendem Alter kann sich die Aktivität der Laktase verlieren (primärer Laktase-Mangel).

Ist man von einer Laktoseintoleranz betroffen, wird der Milchzucker nicht wie bei diesbezüglich gesunden Menschen im Dünndarm verstoffwechselt, sondern in den tieferen Darmregionen zu Milch- und Essigsäure sowie Kohlendioxid vergoren. Dadurch kommt es bei Betroffenen zu Symptomen wie z. B. Durchfall-Erscheinungen (Diarrhö) und Blähungen, die in ihrem Schweregrad abhängig von der Menge der aufgenommenen Laktose sind. Als weitere Symptome können ggf. Stress und Hautprobleme auftreten, die nicht immer gleich mit einer Milchzuckerunverträglichkeit in Verbindung gebracht werden können, da diese oftmals schleichend beginnt und deshalb lange Zeit unerkannt bleibt.

In vielen Teilen der Welt wie z. B. in Asien oder in der Südhälfte Amerikas gilt die Laktoseintoleranz als normal. Nur dort, wo sich vor langer Zeit eine Milchwirtschaft etabliert hat (z. B. in Nordeuropa), kann Laktose i. d. R. vertragen werden. In diesen Regionen hat bei der Bevölkerung eine Genmutation stattgefunden, die dafür verantwortlich ist, dass normalerweise auch im Erwachsenenalter genügend Laktase-Aktivität vorhanden ist. Hier gilt die Laktoseintoleranz als Krankheit.

Markus Felsmann

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