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Acrylamidkonzentration in Kartoffelchips gestiegen

20.07.08.

Foto: Weiterhin erhöhte Acrylamidkonzentration in Kartoffelchips

Foto: Shutterstock

Die Belastung von Kartoffelchips mit Acrylamid hat im zurückliegenden Jahr zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommt foodwatch in seinem diesjährigen Test. Insgesamt haben die Verbraucherschützer 13 Chipsorten, darunter drei Bio-Marken, untersucht. “Bei sechs von ihnen lagen die Werte über dem Vorjahresniveau, nur bei vier wurde die Acrylamidkonzentration gesenkt”, sagt Henrik Düker von der foodwatch Pressestelle gegenüber pressetext.

Acrylamid war 2002 in Schlagzeilen geraten, als schwedische Wissenschaftler im Tierversuch seine krebserregende Wirkung nachgewiesen haben. Bis heute gibt es jedoch keine umfassenden Studien, ob und wie stark Acrylamid auch beim Menschen das Erbgut verändert beziehungsweise zu Krebs führt. Dennoch hat es die Deutsche Forschungsgesellschaft in die Kategorie der krebserzeugenden Stoffe aufgenommen und das Bundesinstitut für Risikobewertung spricht von einem ernstzunehmenden gesundheitlichen Risiko.

Testsieger im Chipstest 2008 wurden die Stapelchips “Rusti Chips Paprika” des Discounters Lidl. Sie enthalten 89 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Die Bio-Chips vom Testverlierer Alströmer “Organic Paprika” wiesen hingegen einen Wert von 1.000 Mikrogramm auf. “Ungeachtet der diesjährigen Ergebnisse ist erfreulich zu beobachten, dass einige Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber den Verbrauchern gerecht werden und bemüht sind, ihre Produkte acrylamidfreier zu machen”, so Düker weiter. So habe “Pringles Paprika”-Chips von Procter & Gamble einen 70-prozentig niedrigeren Wert als noch vor Jahresfrist aufgewiesen. Seit den ersten Tests im Jahr 2003 hat sich bei einzelnen Produkten die Acrylamidbelastung um 95 Prozent reduziert. Wie viel Acrylamid konsumiert werden kann, ohne dass Spätfolgen auftreten, wird noch immer diskutiert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät nicht mehr als ein Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich zu nehmen. Für ein 20 Kilogramm schweres Kind würde dies nach Berechnungen von foodwatch bedeuten, dass es vom Testverlierer “Alströmer Organic Paprika” nur 20 Gramm, also etwa 13 einzelne Chips, und keine weiteren acrylamidhaltigen Produkte am Tag verzehren darf. “Das Problem ist nämlich, dass nicht nur in Kartoffelchips sondern auch in Toast, Bratkartoffeln oder Pommes Acrylamid enthalten ist”, erläutert Düker. Denn dieses entsteht beim Frittieren, Backen oder Braten sämtlicher stärkehaltiger Produkte.

Für einen besseren Schutz der Verbraucher fordert foodwatch von der Bundesregierung eine Kennzeichnung der Acrylamidbelastung am Produkt vorzuschreiben. Als Beispiel für eine derartige Kennzeichnung schlug foodwatch eine Anlehnung an die Energieeffizienzmarkierung an Kühlkränken vor. “Der Bürger soll auf den ersten Blick erkennen, welche Produkte hoch und welche wenig belastet sind”, so Düker.

Quelle: pressetext.austria

pressetext.austria

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